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Erstes Halbjahr 2017: Nachfrage nach KfW-Förderung in Deutschland weiterhin stark


Erstes Halbjahr 2017: Nachfrage nach KfW-Förderung in Deutschland weiterhin stark
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03.08.2017 | Gesamtfördervolumen von 36,5 Mrd. EUR

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Die KfW Bankengruppe erreicht mit ihrer Fördertätigkeit im ersten Halbjahr 2017 ein Gesamtvolumen von insgesamt 36,5 Mrd. EUR (Vorjahreszeitraum 36,2 Mrd. EUR, +1 %). Die inländische Förderung entwickelte sich auch im ersten Halbjahr sehr erfolgreich und übertraf mit einem Zusagevolumen von 27,6 Mrd. EUR den Vorjahreswert um fast 1 Mrd. EUR (26,7 Mrd. EUR, +3 %). Dazu beigetragen hat unter anderem die anhaltend positive Konjunkturerwartung der mittelständischen Unternehmen. Eine entscheidende Rolle hat das weiterhin große Interesse privater Kunden an Förderkrediten im Bereich der Wohnungsbaufinanzierung. Das Geschäftsvolumen der internationalen Finanzierungen der KfW ist auf 8,3 Mrd. EUR (9,0 Mrd. EUR, -8 %) zurückgegangen. Zu dieser Entwicklung führte das Neuzusagevolumen des Geschäftsbereichs KfW Entwicklungsbank mit 2,1 Mrd. EUR (3,1 Mrd. EUR, -32 %). Dieser Geschäftsbereich hatte im Vorjahr, geprägt durch überdurchschnittlich hohe Einzelabschlüsse, im ersten Halbjahr ein sehr hohes Zusagevolumen verzeichnet. Für das Gesamtjahr 2017 wird jedoch ein ähnlich hohes Finanzierungsvolumen wie im Vorjahr erwartet. Positiv beigetragen haben die KfW IPEX-Bank mit 5,7 Mrd. EUR (5,4 Mrd. EUR, +4 %), wie auch die DEG mit 0,5 Mrd. EUR (0,4 Mrd. EUR, +9 %).

"2017 ist ein sehr gutes Förderjahr. Das Interesse an KfW-Förderung ist weiterhin hoch. Die starke Nachfrage nach Wohnungsbaufinanzierungen und gewerblichen Krediten spiegelt die gute konjunkturelle Lage in Deutschland wider", sagt Dr. Günther Bräunig, Vorstand der KfW Bankengruppe.

Die Ertragslage hat sich im ersten Halbjahr 2017 mit einem Konzerngewinn von 801 Mio. EUR (779 Mio. EUR) positiv entwickelt und profitierte dabei insbesondere von einem verbesserten Bewertungsergebnis. Die rein IFRS-bedingten Effekte aus der Bewertung von Derivaten, die zu Sicherungszwecken eingesetzt werden, haben die Entwicklung der Ertragslage mit 33 Mio. EUR überzeichnet (Vorjahr Unterzeichnung um 190 Mio. EUR). Der für die Steuerung der KfW relevante Konzerngewinn vor IFRS-Effekten aus Sicherungszusammenhängen liegt in der Folge mit 768 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert (969 Mio. EUR).

"Mit der Ertragsentwicklung im ersten Halbjahr können wir zufrieden sein. Sie liegt über dem Vorjahr und übertrifft insgesamt unsere Erwartungen. Ursächlich hierfür ist die gute Entwicklung des Bewertungsergebnisses einschließlich der Risikovorsorge. Für das Gesamtjahr erwarten wir ein zufriedenstellendes Jahresergebnis, allerdings wird das zweite Halbjahr voraussichtlich hinter dem ersten zurückbleiben", sagt Dr. Bräunig.

Das Betriebsergebnis vor Bewertungen (vor Förderleistung) beträgt 935 Mio. EUR (949 Mio. EUR). Dabei stellt der Zinsüberschuss (vor Förderleistung) mit 1.352 Mio. EUR (1.363 Mio. EUR) unverändert die wesentliche Ertragsquelle der KfW dar.

Die erbrachte Förderleistung - im Wesentlichen Zinsverbilligungen aus dem Neugeschäft - liegt mit 110 Mio. EUR trotz des im aktuellen Zinsumfeld weiterhin geringen Verbilligungsspielraums leicht über dem Niveau des Vorjahres (104 Mio. EUR).

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft hat die Ertragslage nur geringfügig mit 63 Mio. EUR (Vorjahr Belastung 13 Mio. EUR) belastet. Aus dem Beteiligungs- und Wertpapierportfolio des Konzerns (einschließlich dem Ergebnis aus nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen) resultierte insgesamt ein positiver Ergebniseffekt von 22 Mio. EUR (56 Mio. EUR).

Die Bilanzsumme liegt mit 496,7 Mrd. EUR vor allem aufgrund von zins- und wechselkursinduzierten Marktwertveränderungen der zu Sicherungszwecken eingesetzten Derivate und deren Abbildung im Hedge Accounting unter dem Niveau des 31.12.2016 (507,0 Mrd. EUR).

Die aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalquoten des Konzerns bewegen sich weiterhin auf einem guten Niveau. Die Gesamtkapitalquote gemäß IRBA beträgt per 30.06.2017 20,0 % (31.03.2017: 21,9 %). Zu diesem Stichtag erfolgte erstmals plangemäß die Kapitalquotenermittlung für wesentliche Teile des Portfolios auf Basis des aufsichtlich zugelassenen IRBA-Verfahrens. Bis 2020 wird die ergänzende Zulassung weiterer Portfoliosegmente angestrebt. Der Rückgang der Kapitalquoten im zweiten Quartal ergibt sich im Wesentlichen aus der Umstellung der bisherig sinngemäßen auf die aufsichtlich zugelassene IRBA-Anwendung. Bis zur vollumfänglichen IRBA-Zulassung werden die noch nicht zugelassenen Portfoliosegmente im KSA-Verfahren bewertet.

Ergebnisse der Förderaktivitäten im Einzelnen

Mit einem Fördervolumen von 11,3 Mrd. EUR kann die Mittelstandsbank ein sehr erfolgreiches erstes Halbjahr verzeichnen und liegt damit deutlich über dem Vorjahresniveau (9,5 Mrd. EUR). Die anziehende Weltkonjunktur, verringerte politische Risiken sowie die Erwartung steigender Kreditkosten beflügelten die Nachfrage nach gewerblichen Förderkrediten.

Der Förderschwerpunkt Gründung und allgemeine Unternehmensfinanzierung liegt mit Zusagen in Höhe von 5,1 Mrd. EUR deutlich über dem Vorjahresniveau (4,6 Mrd. EUR). Besonders erfreulich entwickelte sich die Gründungsfinanzierung mit 1,8 Mrd. EUR, die trotz allgemein rückläufiger Gründungstätigkeit den bereits starken Vorjahreswert übertreffen konnte (1,7 Mrd. EUR).

Im Bereich Innovation beträgt das Fördervolumen 0,4 Mrd. EUR (0,3 Mrd. EUR) und kann sich damit auf einem stabilen Niveau halten. Gestärkt wird die Innovationsförderung zukünftig durch die Erweiterung um den Schwerpunkt Digitalisierung. Zum 01.07.2017 starteten die neuen Innovations- und Digitalisierungsprogramme, mit denen Gründer und mittelständische Unternehmen in diesem Bereich noch besser unterstützt werden können. Im Bereich der Beteiligungsfinanzierung zeichnete die KfW im Mai 2017 im Rahmen des First Closings ihre Beteiligung am High-Tech Gründerfonds III. Das inländische Beteiligungsgeschäft der KfW wird ab kommendem Jahr in einer neuen Tochtergesellschaft betrieben, die künftig das Finanzierungsangebot der KfW im Bereich Venture Capital bündeln und substantiell ausbauen wird.

Der Förderschwerpunkt Umwelt verzeichnet mit Zusagen in Höhe von 5,8 Mrd. EUR (4,6 Mrd. EUR) einen kräftigen Zuwachs und übertrifft das bereits starke Vorjahresniveau nochmals deutlich. Wesentliche Treiber dieser positiven Entwicklung waren das KfW-Programm Erneuerbare Energien sowie das KfW-Energieeffizienzprogramm. Beide Programme erzielten mit einem Zusagevolumen von 2,4 Mrd. EUR (2,1 Mrd. EUR) bzw. 2,9 Mrd. EUR (2,2 Mrd. EUR) ein sehr gutes Ergebnis.

Mit einem Fördervolumen von 16,4 Mrd. EUR (17,2 Mrd. EUR) kann auch die Kommunal- und Privatkundenbank / Kreditinstitute ein sehr gutes Halbjahresergebnis verbuchen.

Der Förderschwerpunkt Wohnen hat hierzu mit einem gestiegenen Zusagevolumen von 11,2 Mrd. EUR (10,4 Mrd. EUR) den stärksten Beitrag geleistet. Die anhaltend robuste Baukonjunktur sowie das weiterhin günstige Zinsumfeld ließen allein in der Programmfamilie Energieeffizient Bauen und Sanieren die Nachfrage auf 8,6 Mrd. EUR (7,5 Mrd. EUR) anwachsen.

Die Infrastrukturfinanzierung leistet mit Zusagen in Höhe von 2,0 Mrd. EUR (2,4 Mrd. EUR) in ihren Kernprogrammen einen stabilen Beitrag. Der Volumenrückgang geht ausschließlich auf die inzwischen ausgelaufene Sonderfazilität "Flüchtlingsunterkünfte" zurück. Dagegen hat der Anteil der kommunalen Umwelt- und Klimaschutzförderung nochmals zugenommen.

Ebenfalls stabil ist der Beitrag im Bereich Bildung und Soziales mit einem Volumen über 1,0 Mrd. EUR (1,1 Mrd. EUR).

In der Individualfinanzierung Banken wird ein Zusagevolumen von 0,7 Mrd. EUR (1,0 Mrd. EUR) erzielt. Mit Zusagen in Höhe von 1,5 Mrd. EUR (2,4 Mrd. EUR) ist auch die Nachfrage in der Allgemeinen Refinanzierung für Landesförderinstitute rückläufig.

Im Geschäftsfeld Export- und Projektfinanzierung, das durch die KfW IPEX-Bank verantwortet wird, wurde Neugeschäft in Höhe von 5,7 Mrd. EUR zugesagt. Das Volumen der Neuzusagen liegt damit leicht über dem Niveau des Vorjahreszeitraumes (5,4 Mrd. EUR). Inhaltliche Schwerpunkte bilden die Geschäftssparten Maritime Industrie mit 1,0 Mrd. EUR (0,8 Mrd. EUR) sowie Industrie und Services mit 0,9 Mrd. EUR (0,5 Mrd. EUR).

Das Zusagevolumen im Geschäftsfeld Förderung der Entwicklungs- und Schwellenländer liegt bei 2,6 Mrd. EUR (3,6 Mrd. EUR). Der Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank hat im ersten Halbjahr 2017 weltweit 2,1 Mrd. EUR für Projekte und Programme zugesagt und liegt damit deutlich unter dem Vorjahreswert (3,1 Mrd. EUR). In 2016 hatten überdurchschnittlich hohe Einzelzusagen bei den Förderkrediten zum starken Halbjahresergebnis beigetragen. Für das Gesamtjahr 2017 rechnet der Geschäftsbereich aber weiter mit ähnlich hohen Finanzierungsvolumina wie im Vorjahr. 60 % der Neuzusagen des ersten Halbjahres kommen dem Umwelt- und Klimaschutz zugute. Zum 30.06.2017 konnte die DEG für privatwirtschaftliche Investitionen in Entwicklungsländern insgesamt 473 Mio. EUR zusagen (434 Mio. EUR). Mit 126 Mio. EUR war mehr als ein Viertel davon für Vorhaben in Afrika bestimmt (89 Mio. EUR). Finanziert werden damit zum Beispiel Unternehmen, die in Telekommunikation oder Transport- und Logistikdienstleistungen investieren.

Im Geschäftsfeld Finanzmärkte liegt das Fördervolumen im ersten Halbjahr 2017 bei 808 Mio. EUR (536 Mio. EUR). Davon wurden 586 Mio. EUR (359 Mio. EUR) in Verbriefungstransaktionen zur kapitalmarktorientierten Förderung des Mittelstands investiert. Für ihr Green-Bond-Portfolio tätigte die KfW Investitionen in insgesamt sieben Wertpapiere zur Förderung von Klima- und Umweltschutzprojekten mit einem Volumen von 222 Mio. EUR (176 Mio. EUR). Angesichts des raschen Wachstums des seit 2015 im Auftrag des Bundesumweltministeriums bestehenden Förderportfolios mit grünen Anleihen wurde das Zielvolumen für das Gesamtportfolio im Mai dieses Jahres auf 2 Mrd. EUR verdoppelt.

Zur Refinanzierung ihres Fördergeschäftes nahm die KfW per 30.06.2017 langfristige Mittel im Gegenwert von 46,9 Mrd. EUR (42,4 Mrd. EUR) an den internationalen Kapitalmärkten auf. Rund 51 % der Mittelaufnahme erfolgte in Euro, in US-Dollar wurden rund 39 % aufgenommen. Die übrigen Mittel (10 %) wurden in sechs weiteren Fremdwährungen aufgenommen. Aufgrund eines für 2017 insgesamt höher prognostizierten Kreditneugeschäfts wurde der Refinanzierungsbedarf für das Gesamtjahr zum Ende des ersten Halbjahres planmäßig überprüft und von ursprünglich rund 75 Mrd. EUR auf 75 bis 80 Mrd. EUR erhöht.


Verantwortlich für den Inhalt:
KfW, Kreditanstalt für Wiederaufbau, Palmengartenstraße 5-9, D-60325 Frankfurt am Main
Tel.: 01801/335577, Fax: 069/7431-2944
www.kfw.de

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