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Deutsche setzen bei Finanzierung von Wohneigentum weiter auf Sicherheit


Deutsche setzen bei Finanzierung von Wohneigentum weiter auf Sicherheit
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02.11.2017 | Hohe Tilgung, lange Zinsbindung - Erhebung des Verbands deutscher Pfandbriefbanken zeigt: Finanzierungsstrukturen bleiben konservativ

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Bei der Finanzierung von Wohneigentum in Deutschland agieren die Käufer von Eigenheimen und Eigentumswohnungen unverändert sicherheitsorientiert. Dies zeigt eine aktuelle Erhebung des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) unter seinen Mitgliedsinstituten. Trotz des günstigen Zinsumfeldes und des aufgrund der hohen Nachfrage am Wohnungsmarkt gestiegenen Finanzierungsbedarfs, bestätigen die Kennziffern anhaltend konservative Finanzierungsstrukturen.

Die Preise für Wohnimmobilien haben in den letzten Jahren deutlich stärker zugenommen als die Einkommen der Privathaushalte: War 2015 das 6,1-fache des Jahresnettoeinkommens für den Eigeheimerwerb notwendig, stieg der Aufwand 2017 auf das 6,3-fache; bei selbstgenutzten Eigentumswohnungen stieg der Wert vom 5,5- auf das 6,0-fache des Einkommens und damit etwas deutlicher. Da sich die Zinsen für Wohnungsbaukredite seit rund zwei Jahren seitwärts bewegen, konnte der Preisanstieg nicht mehr, wie noch in den Jahren zuvor, durch den gesunkenen Zinsaufwand kompensiert werden. Die Kreditbelastungsquote, also der Anteil des Netto-Haushaltseinkommens der für Zins und Tilgung aufgewendet werden muss, ist infolgedessen leicht gestiegen. Mit 25 Prozent bei Eigenheimen und 24 Prozent bei selbst genutzten Eigentumswohnungen bewegt sie sich aber auch 2017 noch unterhalb des langfristigen Durchschnitts.

Insgesamt lassen die durch den vdp erhobenen Daten keine gestiegene Risikoneigung der Käufer erkennen: So hat die durchschnittliche Anfangstilgung in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen und liegt aktuell bei 3,23 Prozent (2015: 3,06 Prozent). Gleichzeitig sind Darlehensnehmer bestrebt, sich die günstigen Finanzierungskonditionen für einen möglichst langen Zeitraum zu sichern. Gemessen am Neugeschäftsvolumen, ist der Anteil der Darlehen mit einer Zinsbindungsfrist von mehr als zehn Jahren auf 64 Prozent gestiegen; 2015 waren es noch 47 Prozent. In Summe sinkt dadurch die durchschnittliche rechnerische Gesamtlaufzeit der Darlehen auf rund 25 Jahre.

vdp-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt: "Die Finanzierung von Wohneigentum in Deutschland ist seit jeher konservativ geprägt. Dies hat erfreulicherweise auch im aktuellen Niedrigzinsumfeld Bestand. Tilgung und Zinsbindung sind erneut gestiegen, das heißt, den Deutschen ist bewusst, dass Rahmenbedingungen sich ändern können. Sie setzen daher weiter auf Planungssicherheit und eine schnelle Entschuldung der Immobilie. Das gilt in gleichem Maße für die finanzierenden Banken, die trotz des anspruchsvollen Marktumfeldes auf angemessene und tragfähige Finanzierungsstrukturen achten. Mit dem Pfandbrief verfügen die deutschen Pfandbriefbanken darüber hinaus über ein verlässliches Instrument zur fristenkongruenten Refinanzierung. Unsere Daten belegen damit einmal mehr die Solidität und Tragfähigkeit der auf Krisensicherheit angelegten Langfristfinanzierung in Deutschland."


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