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Postbank: Digitalisierung im Mittelstand - keine Chance ohne Risiko


Postbank: Digitalisierung im Mittelstand - keine Chance ohne Risiko
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30.11.2017 | Kleine Unternehmen unterschätzen die Gefahren der Digitalisierung und investieren weniger in Schutz gegen Cyberkriminalität

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Cyberkriminalität ist längst zur alltäglichen Bedrohung mit realen Schadensfolgen geworden. Jüngstes Beispiel: Der Datendiebstahl bei dem Fahrdienstleister Uber, bei dem Namen, Mail-Adressen und Telefonnummern von Nutzern weltweit gestohlen wurden. Kriminalität im Internet ist eine Herausforderung, der sich Unternehmen stellen müssen. Das hat auch der deutsche Mittelstand erkannt: Eine Mehrheit von 72 Prozent der Führungskräfte hält die Informationssicherheit beim eigenen Unternehmen für eine wichtige Aufgabe. Es geht dabei um Sicherheit, Schutz und Vertraulichkeit von Daten. Mit 78 Prozent sehen besonders Manager größerer Unternehmen mit Umsätzen ab 50 Millionen Euro die Bedeutung dieses Themas. Dies hat eine aktuelle Studie im Auftrag der Postbank unter Führungskräften in mittelständischen Unternehmen ergeben.

Große Unternehmen sind Vorreiter bei den Investitionen in die Informationssicherheit

Jedes zweite deutsche Unternehmen (53 Prozent) war in den letzten zwei Jahren von Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage betroffen, wie eine Bitkom-Studie ermittelt hat. Weitere 26 Prozent waren wahrscheinlich davon betroffen.

Dies ist die unschöne Kehrseite der Digitalisierung. Trotzdem führt auch für mittelständische Unternehmen kein Weg an der Digitalisierung vorbei. Kostenoptimierung, Verbesserung von Arbeitsabläufen, aber auch Anforderungen von Kunden und Lieferanten zwingen die Betriebe, sich der Digitalisierung zu öffnen und so die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu erhalten.

Aber keine Chance ohne Risiko. Die Digitalisierung birgt Gefahren in Form von Datendiebstahl und Cyberkriminalität. Diese Risiken scheinen Führungskräfte größerer mittelständischer Unternehmen mit Umsätzen ab 50 Millionen Euro erkannt und Konsequenzen abgeleitet zu haben. 72 Prozent der in diesen Unternehmen beschäftigten Führungskräfte geben an, aktuell hohe Beträge in die Informationssicherheit zu investieren. Erstaunlicherweise gilt dies nicht für den gesamten Mittelstand. Hier investieren nur 63 Prozent der Manager in Informationssicherheit.

Vor allem kleinere Unternehmen mit einem Umsatz von zwei bis zehn Millionen Euro scheinen das Risiko, das von der Vernetzung ausgeht, zu unterschätzen. Nur 57,4 Prozent investieren stark oder sehr stark in die Informationssicherheit. Bei den Unternehmen mit mehr als 50 Millionen Euro Umsatz sind es 71,8 Prozent. Grund für das Vogel-Strauß-Verhalten in den kleineren Firmen könnten fehlende Informationen und Unsicherheit bei der Auswahl der eingesetzten Technik sein. Gefährlich ist dies besonders, weil das Risikobewusstsein faktisch hinter der realen Gefährdung hinterherhinkt. „Auch kleinere Betriebe müssen sich bewusst machen, dass Sicherheit in diesem Bereich eine Fiktion ist“, sagt Reiner Ramacher, Bereichsvorstand Geschäfts- und Firmenkunden der Postbank. „Deshalb müssen Investitionen in die Informationssicherheit ganz oben auf der Agenda stehen, unabhängig von Branche, Größe oder Umsatz des Betriebes.“

Große Unternehmen mit besserem Blick für Investitionen

Neben der Informationssicherheit werden die Partner Collaboration, also die Zusammenarbeit mit Zulieferern, Kunden oder Partnern auf einer gemeinsamen Software-Plattform (62 Prozent), und die Digitalisierung der Vertriebskanäle (62 Prozent) von den befragten Führungskräften als wichtige Aspekte der Digitalisierung im eigenen Betrieb erkannt.

Dies zeigt sich auch beim Investment in diese Bereiche. Hier sind größere Unternehmen Vorreiter. Knapp zwei Drittel der Führungskräfte von Unternehmen mit Umsätzen ab 50 Millionen Euro (62 Prozent) investieren stark in die Digitalisierung der Vertriebskanäle, über alle Unternehmensgrößen hinweg sind es über zehn Prozent weniger (51 Prozent). In die Partner Collaboration investiert fast die Hälfte aller befragten Führungskräfte (47 Prozent) intensiv, unter den Führungskräften der Unternehmen mit 50 Millionen Euro Umsatz und mehr sind es überdurchschnittliche 57 Prozent.

Informationen zur Studie

Im Rahmen der Postbank Studie „Digitalisierung im Mittelstand“ hat das Marktforschungsunternehmen Statista im August 2017 1.001 Führungskräfte und Entscheidungsträger aus dem deutschen Mittelstand online befragt. Die Entscheidungsträger waren in Unternehmen mit mindestens zehn Mitarbeitern und einem Jahresumsatz zwischen zwei und 500 Millionen Euro beschäftigt.


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