Für die Blockchain wird ein neues Kapitel aufgeschlagen.

 

Am Dienstag den 2. Oktober 2018 begibt Österreich als erstes europäisches Land eine Staatsanleihe mit Hilfe der Blockchain-Technologie. Damit hält die Technologie auf staatlicher Ebene Einzug, wodurch auch ein Höchstmaß an Transparenz möglich wird. Hätte es die Blockchain-Technologie 2008 bereits gegeben, wäre es wohl nicht zur Finanzkrise gekommen.

„Österreich reduziert den Blockchain-Einsatz zunächst auf die Nutzung als Notariatsdienst im Rahmen einer Auktion zur Aufstockung von Bundesanleihen“, sagt Karsten Müller, Geschäftsführer der ChainBerry GmbH, die den ersten Blockchain-Aktienfonds aufgelegt hat. „Das ist aber nur der Anfang.“ Das gewaltige Potenzial zeigen andere Weltregionen. So emittierte die Weltbank, unterstützt durch die Commonwealth Bank of Australia, Ende August mit dem Bond-i die weltweit erste Blockchain-Anleihe. „Und das fünftgrößte chinesische Finanzinstitut, die Bank of Communication, legte jüngst einen auf Blockchain basierten und mit Hypotheken unterlegten Bond auf“, sagt Müller.

Die chinesische Bank geht damit einen deutlichen Schritt weiter als die Österreicher. „Die Art, wie die Anleihe aufgelegt wurde, hätte vor zehn Jahren die Finanzkrise verhindern können.“ Das Problem vor zehn Jahren lag vor allem darin, dass ein aus dem Ruder gelaufener US-Hypothekenmarkt sich im Refinanzierungsbereich von der Realität völlig abgekoppelt hatte. Und dies lag an der völligen Intransparenz der Märkte: Auf Basis von Hypotheken mit zum Teil zweifelhafter Qualität wurden über viele Ebenen Anleihestrukturen geschaffen und über die ganze Welt verteilt in die Depots der Investoren gedrückt. „Niemand kannte mehr den Ursprung der unter den Papieren liegenden Hypotheken“, sagt Müller, „noch nicht einmal die Rating-Agenturen.“ Als die Hypotheken dann auszufallen begannen, war das Chaos perfekt. „Niemand wusste, was er im Depot hatte und wollte schnell verkaufen. Auf der anderen Seite wollte keiner mehr kaufen, da er den Inhalt nicht kannte“, so Müller. Der weitere Verlauf ist bekannt.

„Mit Blockchain hätte das verhindert werden können“, sagt Müller. Denn anders als vor zehn Jahren geschehen, kann heute das Recht an jeder einzelnen Hypothek mittels eines Asset-Token digital verbrieft werden. Die Übertragung dieses Rechtes wird in einer Blockchain fälschungssicher und ohne Beteiligung Dritter dokumentiert. Auf dieser Grundlange werden Finanzinstitute in die Lage versetzt, diese Asset-Token zu bündeln und zum Beispiel als Anleihen zu emittieren – natürlich auf Blockchain-Basis.

„Auch wenn diese Anleihen wiederum von dritter Stelle gebündelt und erneut Wertpapiere, Fonds oder Derivate daraus geschaffen werden, kann jeder die Ursprünge der Konstruktion bis zu ihren Ausgangspunkten, den konkreten Hypotheken, vollständig nachvollziehen“, erläutert Müller. Ein Chaos wie in den Jahren 2008 und 2009 wäre qua vollständiger Transparenz ausgeschlossen. Oder besser noch: Es wäre schon im Vorfeld verhindert worden, dass die Welt auf solch einen dramatischen Showdown zusteuert. „Insofern ist die österreichische Anleihe ein sehr guter Schritt hin zu mehr Transparenz und damit zu mehr Sicherheit im Finanzsystem“, sagt Karsten Müller.

 

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