Es gibt immer weniger Vermittler: In 2018 hat sich ihre Zahl um 19.182 auf insgesamt 201.643 verringert.

 

Das sind rund 8,7 Prozent weniger als zu Beginn des letzten Jahres. Das gab gestern (10.1.2018) das beim Deutschen Industrie- und Handelstag angesiedelte Vermittlerregister bekannt. Damit beschleunigt sich der Trend des Vermittlerschwunds, konstatiert der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK).

„Hier wird in Form nackter Zahlen überdeutlich, dass offenbar viele Vermittler die Belastungen aus den zahlreichen Regulierungen der letzten Jahre nicht mehr tragen können und lieber ihren Beruf aufgeben, als unter der Last der zunehmenden gesetzlichen Vorgaben weiterzumachen“, kommentiert BVK-Präsident Michael H. Heinz die Entwicklung.

Altersstruktur und Niedrigzinsphase verschlimmern Trend

Diesem Umstand spielt die Altersstruktur der Vermittler in die Hände, denn ein nicht unerheblicher Teil von ihnen befindet sich wenige Jahre vor dem Rentenalter. Zudem führt die seit fast einem Jahrzehnt andauernde Niedrigzinsphase dazu, dass viele Altersvorsorgeprodukte nur sehr schwer vermittelbar sind, was die Geschäftstätigkeit der Vermittler zusätzlich erheblich erschwert. So nahm seit dem Höchststand der Vermittlerregistrierung im Jahr 2011 mit 263.452 Vermittlern die Zahl um rund 23,5 Prozent ab.

„Wenn man dann noch bei alldem berücksichtigt, dass mit der Digitalisierung neue Herausforderungen für die Vermittlerbetriebe anstehen, kann man ganz gut verstehen, dass sich viele ältere Vermittler aus ihrem Berufsleben verabschieden“, so der BVK-Präsident. „Bei dieser Entwicklung sind aber auch die Kunden die Leidtragenden, denn die Versorgung mit erfahrener und qualifizierter Beratung und Vermittlung durch unseren Berufsstand wird in den kommenden Jahren in der Breite abnehmen. Damit kann der sozialpolitische Auftrag der Vermittler für die Absicherung breiter Bevölkerungskreise immer schwerer erfüllt werden. Daher sollte auch die Politik die Warnzeichen dieser Entwicklung ernst nehmen und die Vermittlerbranche nicht noch mehr mit Diskussionen über einen möglichen Provisionsdeckel verunsichern.“

 

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