Kommentar von Michael Bourke, Manager des M&G (Lux) Emerging Markets Income Opportunities Fund (Foto anbei), über die Chancen, die sich nach der Zinserhöhung durch die Fed jetzt für Schwellenländer bieten:

 

„Die gestrige Entscheidung der Federal Reserve, die Geldpolitik nun doch wieder zu lockern, ist für viele Schwellenländer eine gute Nachricht. Eine ganze Reihe dieser Länder hat eine Anpassungsphase hinter sich gebracht und ihre Staatsfinanzen verbessert. Einzelne Währungen werteten gegenüber dem Dollar ab – zusammen bildet das einen ermutigenden Ausgangspunkt für die zukünftige Entwicklung.

Dabei haben Investoren in Schwellenländern zwei turbulente Jahre hinter sich: Auf die Aktienrallye 2017 folgte ein tiefer Fall, als die USA ihre Zinsen erhöhten und die Bedrohung durch Handelskriege realer wurde. In diesem Jahr belastet die Sorge um das globale Wirtschaftswachstum die Märkte nach einem zunächst hoffnungsvollen Start erneut. Aktuell ist unser Ausblick für diese Anlageklasse optimistisch, denn Schwellenländeraktien notieren mit einem Abschlag gegenüber Werten aus den Industrieländern, obwohl sie von der Profitabilität her vergleichbar sind.

Solche Schwankungen machen es jedoch denkbar schwer, in Schwellenländern allein durch Aktienanlagen ein gleichbleibendes Einkommen zu erzielen. Dazu kommt, dass viele Unternehmen in diesen Ländern ihre Dividenden abhängig von ihren Gewinnen zahlen. Die Anzahl der Firmen, die ihre Auszahlungen jedes Jahr kürzen, ist hier deutlich höher als in Industrienationen. Auf der anderen Seite bieten Unternehmensanleihen aus Schwellenländern gleichbleibende und vergleichsweise hohe Erträge.

Chancen in China – Indien zu teuer

Durch die Kombination beider Asset-Klassen kann eine effektive, diversifizierte Einkommensstrategie mit – im Vergleich zur reinen Aktienanlage – reduzierter Volatilität entstehen. Weil wir langfristig investieren, sehen wir Chancen in Phasen, bei denen die Volatilität eher im gesamtwirtschaftlichen Umfeld als in den Firmendaten selbst liegt. Aktuell haben wir unseren Aktienanteil sukzessive auf 54 Prozent erhöht und mehrere südkoreanische Unternehmen ins Portfolio aufgenommen: Das Land ist trotz klarer Reformbestrebungen immer noch unterbewertet. In Mexiko nutzten wir die wirtschaftlichen Unsicherheiten und die sich daraus ergebenden Kursverluste, um hier zuzukaufen. Rund zehn Prozent unseres Portfolios sind in China angelegt, wo Unternehmen operativ gut aufgestellt sind, die Kurse sich aber aufgrund der Handelsauseinandersetzungen verbilligt haben. Auch russische Titel finden wir aktuell attraktiv, wogegen Indien uns für einen Einstieg zu teuer ist.

Bei den Rentenpapieren bleibt Lateinamerika einer unserer Favoriten. Auch hier konzentrieren wir uns auf Segmente, die vom Markt gerade wenig geschätzt werden.

Unsere Mischung ausgewählter Aktien und Anleihen hat sich in den unruhigen letzten 24 Monaten bewährt und eine widerstandsfähige Performance gezeigt. Wir halten die Fundamentaldaten von Unternehmen in Schwellenländern für robust, was sowohl für Aktien als auch für Anleihen gut ist. Auf lange Sicht werden Schwellenländer immer stärker zu einem wichtigen Markt für Anleger, die einkommensorientiert agieren. Wir erwarten, dass die Qualität der Unternehmensführung insgesamt steigen wird und damit die Dividendenzahlungen – alles in allem hoffnungsvolle Voraussetzungen für ein Investment, das die Vorzüge von langfristigem Kapitalwachstum mit einem Einkommensfokus verbindet.“

 

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