Die Universität Hamburg und das Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V. haben ihre Zusammenarbeit im Rahmen des Verbundprojektes “Fostering Future Finance (3F)” gestartet.

Das Projekt fungiert als wissenschaftliches Begleitvorhaben für die BMFTR-Fördermaßnahme „Zukunftsfähige Finanzwirtschaft im globalen Wandel (Future Finance)“ und zielt darauf ab, einen fruchtbaren Boden für eine thematisch breite Future-Finance-Forschung und Umsetzung der Forschungsergebnisse in der Praxis zu bereiten.

Zukunftsfähiges Wirtschaften im globalen Wandel gestalten

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert im Rahmen der Richtlinie „Zukunftsfähige Finanzwirtschaft im globalen Wandel (Future Finance)“ in mehreren Förderaufrufen Grundlagen- und angewandte Forschung zur Verbesserung der Forschungsgrundlage für eine zukunftsfähige Finanzwirtschaft in Zeiten des globalen Wandels. Das Begleitvorhaben zur Fördermaßnahme wird als Verbundprojekt zwischen der Universität Hamburg und dem Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V. durchgeführt. Es verfolgt das Ziel, die geförderten Forschungsprojekte in ihrer Wirksamkeit zu stärken und ihre Sichtbarkeit in Wissenschaft und Praxis zu erhöhen. Dazu umfasst das Vorhaben neben einer übergreifenden Projektsteuerung und -koordination auch die wissenschaftliche Begleitung und Synthese der Projektbeiträge, die gezielte Vernetzung der geförderten Projekte untereinander sowie den Austausch mit der (inter-)nationalen Wissenschaftsgemeinschaft.

Darüber hinaus ist es ein wesentliches Anliegen, dass Forschung zu der Rolle von Sustainable Finance beim Klimaschutz und in der Anpassung an den Klimawandel eine starke Relevanz für Politik und Praxis behält und praxisgerechte Empfehlungen liefert. Daher ist ein weiterer zentraler Zweck dieses Begleitvorhabens, Dialogmöglichkeiten für relevante Interessengruppen aus Politik, Finanzwirtschaft, Realwirtschaft und Regulierungsbehörden sowie der interessierten Öffentlichkeit zu schaffen. Durch projektübergreifende Veranstaltungen und Maßnahmen zum Wissenstransfer wird zudem die Anschlussfähigkeit der Forschungsergebnisse an relevante Praxisfelder gefördert.

Prof. Dr. Kerstin Lopatta, Universität Hamburg, kommentiert: „Eine nachhaltige Finanzwirtschaft benötigt resiliente und zukunftsorientierte Wirtschaftsstrukturen – und für die wiederum sind effektiver Klimaschutz und Klimaanpassung essentiell. Ausgehend von dieser Grunderkenntnis freue ich mich auf vier Jahre Sustainable Finance Forschung.“

„Ich freue mich, dass wir, nachdem wir bereits in den vergangenen Jahren die Forschungsmaßnahme Klimaschutz & Finanzwirtschaft (KlimFi) erfolgreich für das BMFTR begleiten durften, diese Arbeit nun mit dem FNG fortsetzen dürfen. Ich bin sehr gespannt auf die Forschungsarbeiten und -erkenntnisse in den Forschungsverbünden!“ ergänzt Prof. Dr. Timo Busch, Universität Hamburg.

„Wir freuen uns, die Universität Hamburg bei diesem bedeutenden Projekt mit unserer Expertise auf dem Gebiet der Stakeholdereinbindung und des Wissenstransfers unterstützen zu dürfen.“, kommentiert Verena Menne, Geschäftsführerin des Forum Nachhaltige Geldanlagen.

Fördermaßnahme des BMFTR

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) plant im Rahmen der Richtlinie „Zukunftsfähige Finanzwirtschaft im globalen Wandel (Future Finance)“ in mehreren Förderaufrufen Grundlagen- und angewandte Forschung zur Verbesserung der Forschungsgrundlage für eine zukunftsfähige Finanzwirtschaft für den globalen Wandel zu fördern. Sie baut auf den Ergebnissen der vorherigen Fördermaßnahme „Klimaschutz & Finanzwirtschaft (KlimFi)“ auf und leistet Beiträge zur Umsetzung der Strategie „Forschung für Nachhaltigkeit (FONA)“, der Deutschen Sustainable Finance-Strategie und der Hightech Agenda Deutschland.

Eine Webpräsenz des Verbundprojektes ist im Aufbau.

Als größte Forschungs- und Ausbildungseinrichtung Norddeutschlands und eine der größten Universitäten in Deutschland vereint die Universität Hamburg (UHH) ein vielfältiges Lehrangebot mit exzellenter Forschung. Seit März 2026 ist klar, dass die Universität ihren Status als „Exzellenzuniversität“ für weitere sieben Jahre fortführen kann. Die Sustainable Finance Research Group (SFRG) an der UHH setzt sich aus Professoren aus den Bereichen Finanzen, Sustainable Accounting and Finance zusammen. Das übergeordnete Ziel der Research Group ist es, die Rolle von Finanzmärkten und Investitionen für die Nachhaltigkeit in der Unternehmenspraxis hervorzuheben.

Das Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V. (FNG) ist der Fachverband für Nachhaltige Geldanlagen in Deutschland, Österreich, und der Schweiz. Zu unseren Mitgliedern zählen Banken, Kapitalanlagegesellschaften, Ratingagenturen, Finanzberater:innen, wissenschaftliche Institutionen, Versicherungen, NGOs und Privatpersonen. Das FNG fördert den Dialog und Informationsaustausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik und setzt sich für verbesserte rechtliche und politische Rahmenbedingungen für nachhaltige Investments ein. Es gibt die FNG-Nachhaltigkeitsprofile heraus und hat das FNG-Siegel für nachhaltige Investmentfonds entwickelt. Das FNG ist außerdem Gründungsmitglied des europäischen Dachverbands Eurosif.

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Finance in Motion führt im aktuellen Bericht „State of Blended Finance 2026“ von Convergence, gemessen an der Zahl der aktiv verwalteten Fonds, die Rangliste der Fondsmanager an.

Der Bericht hebt das hohe kumulierte Fondsvolumen von Finance in Motion hervor und stellt die Konzepte des Unternehmens als Beispiele für richtungsweisende Praxis vor. „Diese Platzierung zeigt die Stärke der Partnerschaften, Investmentplattformen und innovativen Strukturen, die wir über viele Jahre aufgebaut haben“, sagt Sylvia Wisniwski, CEO von Finance in Motion.

Convergence, das globale Netzwerk für Blended Finance, veröffentlicht den Bericht jährlich auf Basis der weltweit größten Datenbank zu Blended-Finance-Transaktionen. Bei Blended Finance fängt öffentliches Kapital Risiken ab, die für den Markt noch schwer kalkulierbar sind. So können sich institutionelle Investoren mit überschaubarem Risiko und zu marktüblichen Renditen engagieren. Der Markt erwies sich 2025 laut Convergence trotz eines schwierigen globalen Umfelds und deutlicher Kürzungen der öffentlichen Entwicklungsleistungen als widerstandsfähig. „In einer Zeit, in der die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit zunehmend unter Druck stehen, gewinnt Blended Finance weiter an Bedeutung, um institutionelles und privates Kapital in großem Umfang zu mobilisieren“, sagt Wisniwski. „Daher entwickeln wir Investmentlösungen, die Markthürden abbauen und zugleich messbare wirtschaftliche, soziale und ökologische Wirkung erzielen.“

Convergence betont die wachsende Bedeutung von Investitionsplattformen unter nationaler Führung, etwa der brasilianischen Initiative Eco Invest, die die Blended-Finance-Aktivitäten in Lateinamerika maßgeblich vorantreibt. Laut Bericht wurde Brasilien 2025 zum größten Blended-Finance-Markt. „Mit unserem neuen Büro in Rio de Janeiro und der frisch erteilten Lizenz als Vermögensverwalter haben wir genau darauf reagiert“, so Wisniwski.

Entscheidend für die Zukunft von Blended Finance sind laut Bericht skalierbare, standardisierte Investmentstrukturen, die zentrale Risiken abfedern und mehr institutionelles Kapital anziehen. „Genau hier liegt unsere Expertise. Seit 20 Jahren konzipiert und verwaltet Finance in Motion genau solche Strukturen und so wollen wir auch die nächste Generation von Blended Finance in Schwellenländern mitgestalten“, sagt Wisniwski.

Über Finance in Motion

Finance in Motion strukturiert und managt investiertes Kapital von mehr als vier Milliarden Euro in mehreren Artikel-9-Fonds. Die Private-Market-Fonds haben durch die Arbeit der regionalen Finanzintermediäre, durch Direktinvestitionen, Beratung und Kapazitätsaufbau einen positiven Einfluss auf die Lebens- und Umweltbedingungen in vielen Ländern weltweit. Das in Deutschland gegründete Unternehmen investiert seit über 20 Jahren in Schwellenländern von Lateinamerika bis Mittel- und Osteuropa und arbeitet vor Ort mit lokalen Experten zusammen.

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Finance in Motion GmbH, Carl-von-Noorden-Platz 5, 60596 Frankfurt am Main, Tel: +49 (0)69 271 035 0, www.finance-in-motion.com

Wendepunkt bei Telekommunikationsunternehmen

Die Aussichten für die europäische Wirtschaft und die Unternehmensgewinne haben sich aufgehellt. Das Analystenteam von J.P. Morgan Asset Management erwartet nach starken Monaten für 2026 ein Gewinnwachstum von bis zu 15 Prozent in Europa, seit Jahresbeginn haben Analystinnen und Analysten ihre Prognosen zudem nach oben korrigiert. Zwar entfällt ein erheblicher Teil der Aufwärtskorrekturen auf den Energiesektor, doch auch für Investitionsgüter, Versorger, Halbleiter und Banken fallen die Schätzungen höher aus. „Dies zeigt, dass sich der Aufwärtstrend bei den Gewinnprognosen auf breiter Basis vollzieht“, erklärt Michael Barakos, Portfolio-Manager für europäische Aktien in der International Equity Group von J.P. Morgan Asset Management. Auch im Telekommunikationssektor zeichnet sich nach einem Jahrzehnt der Underperformance ein Wendepunkt ab: Das Wachstum der Dienstleistungsumsätze ist wieder positiv.

Gewinnprognosen für Europa steigen auf breiter Basis

Die Ursachen für die verbesserten Gewinnaussichten sieht Barakos vor allem in der Politik. „Was Europa bislang wirtschaftlich Gegenwind bescherte, wirkt nun unterstützend“, sagt Barakos. Europa bewege sich in eine anhaltende Phase fiskalischer Expansion, die die Binnennachfrage stützen dürfte. „Doch nicht nur die europäischen Fiskalregeln wurden auf den Kopf gestellt. Auch das regulatorische Umfeld hat eine Kehrtwende vollzogen“, erklärt Barakos. Im Mittelpunkt der Regulierung stehe nun die Wettbewerbsfähigkeit, etwa am Telekommunikationsmarkt der nordischen Länder, wo die Konsolidierung zur Verbesserung der Margen beitragen dürfte.

Als Faktoren für mittelfristigen Rückenwind nennt Barakos fiskalische Impulse, den Ausbau der KI-Infrastruktur und solide Finanzierungsbedingungen. Europäische Unternehmen seien gut aufgestellt, um dort Geld zu verdienen, wo KI auf die reale Welt trifft, etwa bei Energie- und Netzausrüstung oder Fabrikautomation. Sollte KI enttäuschen, wäre Europa laut Barakos weniger stark betroffen, da seine Benchmarks weniger reine KI-Unternehmen enthalten. Sollte sich KI dagegen als tatsächlich transformativ erweisen, dürfte Europa ebenfalls profitieren. Zusammen mit den erwarteten höheren Staatsausgaben steche Europa damit als eine der wenigen großen Aktienregionen mit einer Wachstumsstory hervor, die nicht von KI abhängt.

Telekommunikation: Dienstleistungsumsätze wieder positiv

Europäische Telekommunikationsunternehmen verbinden aus Sicht von Barakos defensive Eigenschaften mit verbesserten Fundamentaldaten. Im vergangenen Jahrzehnt hatten sie über weite Strecken mit Umsatzdruck, hohen Investitionen in Glasfaser- und 5G-Netze und phasenweise intensivem Wettbewerb zu kämpfen. Inzwischen begünstigen die Inflation und Veränderungen der Marktstruktur Preiserhöhungen. In mehreren Märkten setzen die Betreiber zunehmend auf „Wert statt Volumen“ und räumen der Rentabilität Vorrang vor Netto-Neukundenzuwächsen ein. „Der Investment Case für europäische Telekommunikationsunternehmen basiert nicht auf einem einzelnen Katalysator. Vielmehr ergeben sich die Chancen aus einer Kombination aus Preisdisziplin, einem klarer absehbaren Rückgang der Investitionsausgaben und schrittweisen Kostensenkungen“, erklärt Barakos. Spielraum für höhere Preise zeigt der Vergleich mit den USA: Anbieter in der EU erzielen einen durchschnittlichen Umsatz pro Nutzer von 16 Euro, US-Anbieter von 44 Euro. In Märkten, deren Wettbewerbsumfeld es zulässt, könnten europäische Anbieter ihre Preise daher nach dem Prinzip „Mehr für mehr“ anheben. In Deutschland sind die Wettbewerbstrends uneinheitlich. Steigende Festnetzpreise und eine verbesserte operative Umsetzung bei der Deutschen Telekom hellen die Aussichten jedoch auf.

Bei den Investitionen verlagert sich die Diskussion laut Barakos zunehmend von der Frage, wie viel investiert werden muss, hin zu der Frage, wie schnell sich die Ausgaben normalisieren können, ohne die Wettbewerbsdynamik zu beeinträchtigen. Die Investitionsausgaben des Sektors erreichten 2021 mit 18,8 Prozent des Umsatzes ihren Höchststand und dürften bis 2028 auf 16,2 Prozent sinken. Für den freien Cashflow erwartet J.P. Morgan Asset Management von 2025 bis 2028 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 7,5 Prozent. Ab 2026/27 wird der Glasfaserausbau bis ins Haus zunehmend abgeschlossen sein, und mehrere etablierte Anbieter, darunter Orange, KPN und BT, stellen ab diesem Zeitpunkt niedrigere Investitionen in Aussicht. Hinzu kommen Kostensenkungen, die durch KI unterstützt werden, etwa durch die Automatisierung im Kundenservice und im Netzbetrieb. Zusätzlichen Spielraum könnten Fusionen bieten, indem sie die Marktstruktur und die Rentabilität verbessern – sofern sich Regulierungs- und Umsetzungsrisiken überwinden lassen.

An der Börse hat die Rally des Sektors zuletzt an Dynamik verloren: Nach der Outperformance der vergangenen zwei Jahre haben Anlegerinnen und Anleger Gewinne mitgenommen. Die Bewertungen erscheinen damit aus Sicht von Barakos ausgewogener. Nach einigen Kennzahlen notiert der Sektor mit einem Abschlag zum Gesamtmarkt, beim Verhältnis von Unternehmenswert zu Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EV/EBITDA) jedoch über dem historischen Durchschnitt. Die Renditen dürften laut Barakos daher eher von der erfolgreichen Umsetzung der Unternehmensziele getragen werden als allein von steigenden Bewertungsmultiplikatoren.

Bewertungsabschlag zu den USA dürfte sich verringern

Auf gesamteuropäischer Ebene werden Europa-Aktien in den meisten Sektoren mit einem Bewertungsabschlag gegenüber US-Aktien gehandelt. „Wichtiger ist jedoch, dass die Bewertungen in Europa auch auf absoluter Basis nicht überzogen sind“, betont Barakos. Ein Beispiel ist der europäische Bankensektor: Er hat in den letzten fünf Jahren die US-Aktien der „Magnificent Seven“ übertroffen, dennoch werden mehrere Kreditinstitute weiterhin zu moderaten Bewertungskennzahlen gehandelt. Entscheidend für eine Verringerung des Abschlags zwischen Europa und den USA sei ein stärkeres Wachstum. „Wir gehen nicht davon aus, dass der langjährige Bewertungsabschlag Europas gegenüber den USA vollständig verschwinden wird“, sagt Barakos. Realistisch sei aber eine Verringerung, getragen unter anderem von einer besseren Vorhersehbarkeit der Ertragsentwicklung.

Risiken bestehen laut Barakos weiterhin, etwa durch den Konflikt im Nahen Osten, den Handelsdruck und die Währungsvolatilität. Sie erklärten zugleich die attraktive Bewertung. Die im Vergleich zu stark überlaufenen Märkten größere Streuung der Bewertungen in Europa eröffne aktiven Managerinnen und Managern die Möglichkeit, fehlbewertete Titel zu identifizieren.

Von der Aufhellung in Europa mit Dividendenaktien profitieren

Um von den verbesserten Gewinnaussichten in Europa zu profitieren, bieten sich qualitativ hochwertige europäische Dividendenaktien an, etwa der JPMorgan Investment Funds – Europe Strategic Dividend Fund, der von einem erfahrenen Team rund um Michael Barakos gemeinsam mit Ian Butler, Thomas Buckingham und Mayur Patel gemanagt wird. Das Portfolio-Management nutzt einen aktiven, benchmarkunabhängigen Bottom-Up-Ansatz und investiert in eine Auswahl von 125 bis 250 Titel, die eine überdurchschnittliche Dividendenrendite mit soliden Fundamentaldaten und einem attraktiven Bewertungsniveau verbinden. Durch die breite Streuung über Sektoren und Marktkapitalisierungen hinweg lassen sich sowohl defensive Qualitäten als auch zyklische Chancen – etwa im Finanz-, Versorger- oder Telekommunikationssektor – nutzen.

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J.P.Morgan Asset Management, (Europe) S.á.r.l. , Frankfurt Branch, Junghofstraße 14, ­60311 Frankfurt Tel.: 069/71240, Fax: 069/71242180, www.jpmam.de

Der Nasdaq erreicht neue Rekordstände, doch innerhalb des Technologiesektors, wie auch im gesamten Aktienmarkt, zeigt sich eine größere Dispersion. Für Anleger ergeben sich daraus Chancen.

Zugleich lohnt ein genauer Blick auf wirtschaftliche Abhängigkeiten, die trotz breiter Streuung bestehen können, so Clemens Berendt, Lead Portfoliomanager bei der apoBank:

„Für uns bleibt der Investment Case bei Tech-Aktien stark. Die im Sommer gesehenen Rückschläge bei Teilen des Halbleitersektors trafen auf kräftig steigende Gewinne. Diese Diskrepanz eröffnet Chancen – vorausgesetzt, die heutigen Erträge sind auch bei einem langsameren Wachstum der KI-Ausgaben belastbar.

Diversifikation beginnt dabei bei den wirtschaftlichen Abhängigkeiten. Ein Chipanbieter, ein Netzwerkausrüster und ein Rechenzentrumsbetreiber können alle am Investitionsbudget desselben Kunden hängen. Die enge Verflechtung rund um zentrale Akteure wie Nvidia oder die Speichergrößen Micron, Samsung und SK Hynix bleibt deshalb ein gemeinsamer Risikofaktor, den wir auch bei einer breiten Streuung berücksichtigen müssen.

Wie wichtig dieser Blick auf die Zusammenhänge ist, zeigt sich an den KI-Ausgaben der großen Plattform- und Cloudanbieter: Sie füllen die Auftragsbücher der Zulieferer, belasten aber zugleich die freien Cashflows der Käufer. Dauerhaft trägt dieser Zyklus, wenn die Käufer der Infrastruktur damit ausreichend Geld verdienen. Zusätzliche Cloud-Nachfrage und zahlende Nutzer sind wichtige Signale. Für die Bewertung zählt jedoch, wie viel nach Rechenkosten, Abschreibungen und laufenden Investitionen als Gewinn und freier Cashflow bilanziert werden wird.

Deshalb investieren wir entlang der gesamten KI-Wertschöpfungskette und kombinieren unterschiedliche Ertragsquellen. Heute verdienen viele Anbieter am Aufbau der Infrastruktur. Mit zunehmender Nutzung werden auch Unternehmen interessant, die KI-Anwendungen tief in Kundenprozesse integrieren und daraus wiederkehrende Erlöse erzielen.“

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Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG, Richard-Oskar-Mattern-Straße 6, 40547 Düsseldorf, Tel: +49 211 5998 0, www.apobank.de

Interview WMD Brokerchannel, Friedrich Andreas Wanschka mit Dr. Marco Metzler, Gründer und Geschäftsführer der Metzler Ratings GmbH, über verborgene Bilanzrisiken, die Verantwortung von Entscheidungsträgern und konkrete Unterstützung für betroffene Einrichtungen und der Bedeutung der Studie für Makler und Ruhestandsplaner.

Herr Dr. Metzler, Ihre Kurzstudie trägt den Titel „Größe schützt Beitragsgelder” und dokumentiert erhebliche Fehlanlagen bei Krankenkassen, Pensionskassen und Versorgungswerken. Was verbindet diese Fälle: riskante Produkte, fehlendes Kapitalanlage-Know-how oder eine Aufsicht, die zu spät eingreift?

Dr. Marco Metzler: Alle drei, aber in einer klaren Reihenfolge. Am Anfang steht fast immer ein kleiner Träger ohne professionelles Kapitalanlage-Management, der in der Niedrigzinsphase Rendite gesucht hat. Ihm wurde ein Produkt angeboten, das formal alle Hürden nahm: Bei Verius waren es Mezzanine-Darlehen mit 15 bis 18,5 Prozent Zins, verpackt in Luxemburger Schuldverschreibungen mit einem Rating im BBB-Bereich und einem Erwerbbarkeitsgutachten. Auf dem Papier war das anlagefähig, wirtschaftlich war es nachrangiges Immobilienrisiko. Wer das nicht durchschauen konnte, hat gezeichnet. Die Aufsicht kam erst, als die Verluste da waren. Gezeichnet und verloren haben deshalb ganz überwiegend die Kleinen.

Viele dieser Verluste stammen aus den Jahren 2023 und 2024. Warum werden sie erst jetzt bekannt?

Dr. Marco Metzler: Weil kaum jemand hinschauen konnte. Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen veröffentlichen nach § 305b SGB V nur Kurzfassungen ohne Angaben zu Geldanlagen, Zeitwerten oder stillen Lasten. Bei den Versorgungswerken ist es noch dünner: 76 der 92 von uns erfassten Werke legen ihren Jahresabschluss nicht vollständig offen, bei 40 haben wir gar keine Veröffentlichung gefunden. Bekannt geworden sind die Verluste durch die Bundestagsanfrage, durch Tagesschau, NDR, WDR, SZ und Plusminus. Dass Schäden mit bis zu zwei Jahren Verzögerung ans Licht kommen, ist selbst ein Befund. Mitglieder, die Pflichtbeiträge zahlen, erfahren aus der Zeitung, was mit ihrer Altersversorgung passiert.

Sie schätzen die stillen Lasten bei Pensionskassen und Krankenkassen im Durchschnitt auf rund 15 Prozent der Kapitalanlagen. Auf welcher Datengrundlage beruht diese Einschätzung, wie unterscheiden Sie vorübergehende Bewertungsverluste von dauerhaften Schäden, und wann wird daraus ein akutes Problem?

Dr. Marco Metzler: Die 15 Prozent sind eine Einschätzung und keine Vollerhebung, eben weil die Daten fehlen. Sie beruht auf unserer Analyse der Lebensversicherer, bei denen wir die stillen Lasten aus den Geschäftsberichten auf hochgerechnet rund 14 Prozent der Kapitalanlagen beziffert haben. Pensionskassen haben eine ähnliche Anlagestruktur mit langlaufenden Anleihen, aber weniger Puffer. Bei Krankenkassen betrifft das vor allem die langfristig angelegten Teile, etwa die Altersrückstellungen. Seit Ende 2025 sind die Zinsen weiter gestiegen, deshalb ist die Tendenz steigend.

Die Unterscheidung ist entscheidend: Eine zinsbedingte stille Last auf eine solide Bundesanleihe baut sich bis zur Fälligkeit ab. Nach HGB muss sie deshalb nicht abgeschrieben werden. Dauerhaft wird ein Schaden, wenn die Bonität des Schuldners wegbricht, also bei Nachrangdarlehen für Projekte, die nie gebaut werden. Akut wird es in zwei Fällen: wenn der Träger verkaufen muss, weil Leistungen fällig werden oder Bestände übertragen werden, und wenn die laufende Rendite den Rechnungszins nicht mehr deckt. Dann wird aus der stillen Last ein realer Verlust.

Bei Krankenkassen stehen höhere Zusatzbeiträge im Raum, bei kapitalgedeckten Vorsorgeeinrichtungen gefährdete Rentenansprüche. Welche unterschiedlichen Maßstäbe müssen deshalb für Kapitalanlage und Risikomanagement gelten, und wie lässt sich bei Pensionskassen und Versorgungswerken die notwendige Rendite erzielen, ohne die Sicherheit zu gefährden?

Dr. Marco Metzler: Dieselbe Fehlallokation führt zu drei völlig verschiedenen Rechnungen. Die großen Lebensversicherer zahlen aus der Substanz, Pensionskassen und Versorgungswerke mit dem Bestand, und die gesetzlichen Krankenkassen reichen die Verluste über den Zusatzbeitrag an ihre Versicherten durch.

Daraus folgen unterschiedliche Maßstäbe. Eine Krankenkasse ist umlagefinanziert. Ihre Einnahmen müssen die Ausgaben decken, ihre Reserven sind Betriebsmittel und keine Renditequelle. Für die GKV fordere ich deshalb eine mündelsichere Anlage mit einem abschließenden Positivkatalog: Bundes- und Länderanleihen, Pfandbriefe, einlagengesicherte Guthaben. Verbriefungen, Mezzanine und Schuldscheindarlehen an Projektentwickler gehören dort nicht hinein.

Bei Pensionskassen und Versorgungswerken wäre eine Mündelsicher-Vorgabe der falsche Maßstab, denn sie müssen langfristig mehr als den Rechnungszins verdienen. Dort geht es um eine aufsichtskonforme Anlage mit echter Streuung, Look-through auf Fonds und Verbriefungen und einem Risikobudget, das zur Substanz passt. Rendite ist erlaubt, aber nur in dem Umfang, den der Träger im Schadensfall selbst tragen kann.

Sie fordern größere Einheiten und eine gemeinsame, professionell gesteuerte Kapitalanlage. Zugleich nennt Ihre Studie erhebliche drohende Verluste bei der großen Bayerischen Versorgungskammer. Was schützt tatsächlich: Größe, Kapitalpuffer oder bessere Governance?

Dr. Marco Metzler: Die BVK ist das beste Argument für meine These, nicht dagegen. Auch große Häuser treffen Fehlentscheidungen. Der Unterschied liegt in den Folgen: Bei der BVK drohen nach Presseberichten bis zu 853 Millionen Euro Verlust aus US-Immobilien. Bei über 100 Milliarden Euro Kapitalanlagen sind das rund 0,6 Prozent, und Leistungskürzungen stehen nicht im Raum. Beim Zahnärzte-Versorgungswerk Berlin war es über die Hälfte des Vermögens. Größe allein schützt also nicht vor dem Fehler, aber sie macht ihn tragbar.

Eine Konsolidierung reduziert Risiken nur, wenn drei Bedingungen erfüllt sind. Erstens muss die aufnehmende Einheit definierte Governance- und Risikostandards erfüllen. Zweitens müssen die übertragenen Bestände vorher bewertet werden, einschließlich der stillen Lasten, damit keine Altlasten unentdeckt übernommen werden. Drittens braucht es Organe mit nachgewiesener Kapitalanlagekompetenz. Sonst werden Risiken nur zusammengelegt statt verringert.

Ihre Erhebung wirft Fragen zur Transparenz der Versorgungswerke auf, zugleich bezeichnen Sie Private Debt als nächste Risikobaustelle. Welche Informationen und Prüfungen benötigen Vorstände, Aufsichtsgremien und Mitglieder, und warum reichen Ratings oder Erwerbbarkeitsgutachten allein nicht aus?

Dr. Marco Metzler: Private Debt ist die Fortsetzung des Immobilienproblems mit anderen Mitteln: illiquide, oft nachrangig, schwer zu bewerten. Die Bafin zählt Kreditrisiken aus Private Debt zu ihren Fokusrisiken 2026, und bei den Pensionskassen lag der Anteil privater Märkte laut Bafin schon Ende 2023 bei rund 29 Prozent der Kapitalanlagen.

Ein Rating bewertet die Struktur, die man ihm vorlegt, und ein Erwerbbarkeitsgutachten prüft die formale Zulässigkeit. Beides beantwortet nicht die entscheidende Frage: Welches wirtschaftliche Risiko steckt am Ende der Kette? Dafür braucht ein Gremium den Durchblick bis zum einzelnen Schuldner und Projekt, eine unabhängige Bewertung zum Zeitwert, Angaben zur Konzentration und zum Rang der Forderung sowie eine Offenlegung aller Provisionen und Vergütungen im Umfeld der Zeichnung. Für die Mitglieder fordere ich das Minimum: einen frei zugänglichen Jahresabschluss mit einheitlichen Kennzahlen, Ad-hoc-Mitteilungen bei größeren Wertberichtigungen und ein zentrales Transparenzregister.

In mehreren Fällen werden Schadensersatzansprüche gegen Verantwortliche und weitere Beteiligte verfolgt. Wo verläuft aus Ihrer Sicht die Grenze zwischen einer vertretbaren Anlageentscheidung und einer möglichen Pflichtverletzung, und welche Unterlagen sollten betroffene Einrichtungen jetzt sichern?

Dr. Marco Metzler: Ob in einzelnen Fällen Pflichten verletzt wurden, entscheiden die Gerichte. Ich kann den betriebswirtschaftlichen Maßstab beschreiben. Eine Anlageentscheidung ist vertretbar, wenn sie auf angemessener Information beruht, im Rahmen von Gesetz und Anlagerichtlinie liegt, frei von Interessenkonflikten getroffen wurde und dem Wohl der Einrichtung dient. Das gilt auch dann, wenn sie sich im Nachhinein als Verlust herausstellt. Kritisch wird es, wenn ein Gremium ein Produkt zeichnet, das es nicht verstanden hat, wenn es keine eigene Prüfung über Rating und Gutachten hinaus gab, wenn Klumpen entstanden sind oder wenn Provisionen an Entscheidungsträger oder ihnen nahestehende Personen geflossen sind.

Sichern sollten Einrichtungen jetzt die Anlagerichtlinie in der damals gültigen Fassung, Beschlussvorlagen und Protokolle, Prospekte, Ratings und Gutachten, die Korrespondenz mit Vermittlern und Fondsgesellschaften, alle Vergütungsvereinbarungen sowie Prüfberichte und Aufsichtsschreiben. Die Fristen hängen von Anspruchsgrundlage und Rechtsform ab. Für einen Teil der Ansprüche läuft die Regelverjährung zum Jahresende 2026 ab. Das gehört sofort auf den Tisch eines spezialisierten Anwalts. Ich bin kein Rechtsanwalt, und das hier ist keine Rechtsberatung.

Viele unserer Leser sind Makler und Berater. Ihre Kunden sind Ärzte, Anwälte, Steuerberater oder Arbeitnehmer mit Betriebsrente über eine Pensionskasse. Was bedeutet Ihre Studie für die Beratung?

Dr. Marco Metzler: Die Pflichtversorgung über ein Versorgungswerk wird in der Ruhestandsplanung oft als feste Größe behandelt. Nach Berlin wissen wir, dass sie das nicht in jedem Fall ist. Berater sollten ihre Kunden ermutigen, den Jahresabschluss ihres Versorgungswerks anzufordern und auf drei Dinge zu achten: Rechnungszins gegenüber erzielter Nettoverzinsung, Abschreibungen der letzten Jahre und den Anteil illiquider Anlagen. Wer keinen Abschluss bekommt, hat damit auch eine Antwort. Bei der Betriebsrente über eine Pensionskasse gilt: Kürzt die Kasse, steht nach dem Betriebsrentengesetz zunächst der Arbeitgeber in der Pflicht. Das sollten Arbeitgeber und Berater kennen, bevor der Fall eintritt.

Was können Sie und Metzler Ratings betroffenen Krankenkassen, Pensionskassen, Versorgungswerken oder deren Trägerunternehmen konkret anbieten? Wie läuft ein Mandat ab, und welche Ergebnisse erhält der Auftraggeber?

Dr. Marco Metzler: Wir erstellen Gutachten und Sonderprüfungen zur Kapitalanlage. Auftraggeber sind Träger, ihre Aufsichtsgremien, Kanzleien, Aufsichtsbehörden und Versicherer, etwa D&O-Versicherer, die in Haftungsfällen eine unabhängige Einschätzung brauchen. Ein Mandat beginnt mit einer klaren Fragestellung, zum Beispiel: War die Anlage mit Anlagerichtlinie und gesetzlichen Vorgaben vereinbar, wie hoch sind die stillen Lasten im Bestand, oder was hat zu einem konkreten Verlust geführt? Danach werten wir die Unterlagen aus, gehen per Look-through durch Fonds- und Verbriefungsstrukturen bis zum einzelnen Engagement und bewerten die Positionen zum Zeitwert.

Am Ende steht ein schriftliches Gutachten mit belegten Feststellungen und bezifferten Ergebnissen. Gremien und Aufsicht können damit entscheiden, und Anwälte können es als Privatgutachten in ein Verfahren einbringen. Das Gericht muss sich mit einem solchen Gutachten auseinandersetzen, auch wenn es selbst einen eigenen Sachverständigen bestellen kann. Abgerechnet wird nach Zeitaufwand oder pauschal, ein Erfolgshonorar gibt es nicht.

Wie grenzen Sie Ihre gutachterliche Arbeit von Rechtsberatung und Kapitalanlage-Management ab, wie sichern Sie Ihre Unabhängigkeit, und welche drei Schritte empfehlen Sie einer Einrichtung, die heute erstmals erhebliche Risiken in ihrem Portfolio entdeckt?

Dr. Marco Metzler: Wir liefern die betriebswirtschaftliche und bilanzielle Analyse. Die rechtliche Bewertung von Ansprüchen bleibt bei den Anwälten. Wir verwalten kein Geld, vermitteln keine Produkte und nehmen keine Provisionen von Anbietern. Gutachtenmandate für Unternehmen, die wir gleichzeitig raten, übernehmen wir nicht. Und weil wir kein Erfolgshonorar nehmen, hängt unser Ergebnis nicht vom gewünschten Ausgang ab. Wer in einem Verfahren schon für eine Partei gutachtet, steht dort als gerichtlicher Sachverständiger nicht mehr zur Verfügung. Diese Trennung halten wir strikt ein.

Die drei Schritte: Erstens Transparenz schaffen, also den Bestand bis zum einzelnen Schuldner durchleuchten und realistisch bewerten, bevor jemand Entscheidungen trifft. Zweitens Beweise und Fristen sichern: Unterlagen zusammenführen und mit einem Anwalt prüfen, ob und bis wann Ansprüche geltend gemacht werden müssen. Drittens die Governance reparieren: Anlagerichtlinie, Kompetenz der Gremien und Berichtswege prüfen, Aufsicht und Mitglieder offen informieren. Wer offen informiert, verliert Vertrauen nur einmal, wer abwartet, immer wieder.

Kurzstudie „Größe schützt Beitragsgelder“

Über den Autor

Dr. Marco Metzler ist Gründer und Geschäftsführer der Metzler Ratings GmbH und verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in Versicherungswirtschaft, Rating und Kapitalmärkten. Nach Analystenstationen bei der Deutschen Bank und der UBS war er von 2002 bis 2006 Director und Lead Analyst für die deutschen Lebensversicherer bei Fitch Ratings in London. Bereits im März 2003 warnte er öffentlich, dass das Eigenkapital der Lebensversicherer „schmilzt“, und bezifferte die stillen Lasten der Branche Ende 2002 auf 45 bis 50 Milliarden Euro; in einer Stress-Test-Studie prognostizierte er 2003 den Ausfall der Mannheimer Lebensversicherung, die anschließend als erster und bislang einziger Fall von der Auffanggesellschaft Protektor übernommen werden musste. Von 2017 bis 2020 war er Finanzvorstand (CFO) der PrismaLife AG, eines der führenden Lebensversicherer Liechtensteins, verantwortlich für Finanzberichterstattung, Solvency II und Kundengelder von rund 1,2 Milliarden Euro; zuvor gehörte er bereits der Geschäftsleitung an. Seit 2020 ist er wieder im Rating- und Analysegeschäft tätig: Bei der DMSA, der heutigen Metzler Ratings GmbH, analysierte er 2021 in den Studien „The Great Reset – Evergrande und die finale Kernschmelze des globalen Finanzsystems“ (24.10.2021) und „Evergrande Report – Verluste der Fonds mit dem größten Evergrande-Exposure“ (27.11.2021) den chinesischen Immobilienkonzern Evergrande und stufte ihn als faktisch zahlungsunfähig ein – noch bevor große Ratingagenturen den Zahlungsausfall formal feststellten –, was international Beachtung fand (Studien abrufbar unter www.metzler-ratings.com). Seit 2023 veröffentlicht Metzler Ratings unter seiner Leitung Studien zu den stillen Lasten der Lebensversicherer und der privaten Krankenversicherer. Seine Schwerpunkte sind Bilanzanalyse, Corporate Finance und Ratings. Als Serial Entrepreneur verantwortet er zudem unternehmerische Projekte außerhalb des Rating- und Finanzsektors.

Über Metzler Ratings GmbH

Die Metzler Ratings GmbH (vormals DMSA) ist ein unabhängiges, auf Versicherer und Vorsorgeeinrichtungen spezialisiertes Rating- und Analysehaus im Eigentum des Metzler Family Office. Metzler Ratings bewertet Lebens- und Krankenversicherer, Pensionskassen und Versorgungswerke aus der Perspektive der Versicherten und Beitragszahler; im Mittelpunkt stehen Bilanzqualität, Substanzkraft, stille Lasten und Kapitalanlage. Zu den Veröffentlichungen zählen das LV-Qualitätsrating und Studien zu den stillen Lasten der Lebens- und privaten Krankenversicherer. Daneben erstellt Metzler Ratings Gutachten und Sonderprüfungen zur Kapitalanlage für Träger, Aufsichtsgremien, Kanzleien und Aufsichtsbehörden: zur Vereinbarkeit von Anlageentscheidungen mit den gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anlagegrundsätzen, zur Bewertung stiller Lasten und illiquider Anlagen, zum Look-through auf Fonds- und Verbriefungsstrukturen sowie zu Ursachen- und Schadensanalysen als Grundlage für Regressprüfungen. Metzler Ratings finanziert sich über Siegelentgelte, Studiengebühren und Gutachtenhonorare; Gutachtenmandate für Unternehmen, die Gegenstand eines laufenden Metzler-Ratings sind, werden nicht übernommen. Eine Software zur Nutzung der Ratings für Produkt- und Konkurrenzanalysen vertreibt Metzler Ratings nicht.

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Rekordstände an den Börsen und die Euphorie rund um künstliche Intelligenz vermitteln Stärke. Gleichzeitig verändern hohe langfristige Zinsen die Bedingungen für Unternehmen, Immobilieninvestoren und Staaten, während manche Marktteilnehmer enorme Risiken eingehen. Für Anleger stellt sich deshalb eine entscheidende Frage: Wie stabil ist der aktuelle Aufschwung wirklich?

Auf den ersten Blick spricht wenig für eine Krise. Die Börsen notieren auf hohen Niveaus, künstliche Intelligenz verspricht enorme Produktivitätssprünge und große Techkonzerne treiben mit ihren Kursgewinnen ganze Indizes nach oben. Gerade diese Stärke kann jedoch ein trügerisches Bild erzeugen. Denn ein steigender Index bedeutet nicht automatisch, dass der gesamte Markt gesund ist. Wenn sich Kursgewinne auf wenige große Unternehmen konzentrieren und einzelne Techwerte gleichzeitig heftige Schwankungen zeigen, wird die Lage anfälliger. Mit jedem weiteren Rekordstand wächst zudem die Bereitschaft, höhere Bewertungen zu akzeptieren und zusätzliche Risiken einzugehen. „Wer jetzt glaubt, dass hohe Börsenstände automatisch einen stabilen Markt bedeuten, und dabei die Kombination aus hohen langfristigen Zinsen, starker Volatilität großer Techwerte, überhebelten Marktteilnehmern und steigender Staatsverschuldung ignoriert, sitzt auf einem Pulverfass und merkt es oft erst, wenn es bereits zu spät ist“, warnt Gerald Hörhan von der Investmentpunk Academy.

„Wer in dieser Marktphase blind der Euphorie folgt, spielt mit seinem Vermögen. Anleger müssen jetzt ihre Risiken kennen, Liquidität sichern und vor allem aufpassen, dass ihnen zu viel Leverage nicht zum Verhängnis wird“, betont Gerald Hörhan. Der als Investmentpunk bekannte Investor beschäftigt sich seit Jahren mit Finanzmärkten, Immobilien und unterschiedlichen Anlageklassen und bewertet aktuelle Marktrisiken aus der Perspektive eines aktiven Investors. Eine unmittelbar bevorstehende Finanzkrise betrachtet Gerald Hörhan keineswegs als Gewissheit. Entscheidend ist für ihn vielmehr, die aktuellen Warnsignale zu verstehen und das eigene Portfolio nicht auf eine Fortsetzung der Börseneuphorie auszurichten.

Hohe langfristige Zinsen setzen Märkte unter Druck

Langfristige Staatsanleihen bilden eine wichtige Referenz für Finanzierungen und Bewertungen. Genau deshalb sind Renditen von mehr als 4,7 Prozent in den USA, mehr als 3,2 Prozent in Deutschland, über 4 Prozent in Frankreich und mehr als 5 Prozent in Großbritannien aus Sicht von Gerald Hörhan so relevant. Auch bei 30-jährigen US-Staatsanleihen liegen die Renditen bei über fünf Prozent. „Das Gefährliche an den hohen langfristigen Zinsen ist, dass ihre Wirkung mit Verzögerung kommt. Sobald alte Niedrigzinsfinanzierungen auslaufen, zeigt sich, wer seine Schulden auch zu den neuen Konditionen noch tragen kann“, sagt Gerald Hörhan von der Investmentpunk Academy.

Was das konkret bedeutet, zeigt sich bei Unternehmen und Immobilieninvestoren. Müssen bestehende Finanzierungen zu den heutigen Konditionen erneuert werden, können die Zinskosten erheblich steigen. Für Unternehmen bleibt dadurch weniger Cashflow für Investitionen und Ausschüttungen. Immobilieninvestoren müssen ihre Objekte neu kalkulieren, wenn Finanzierungen in den USA rund sieben Prozent oder in Deutschland rund vier Prozent für zehn Jahre kosten. Besonders empfindlich reagieren zudem Unternehmen, deren Bewertung stark von weit in der Zukunft erwarteten Gewinnen abhängt. Hier kommt der Diskontierungszins ins Spiel, mit dem künftige Erträge auf ihren heutigen Wert umgerechnet werden. Steigt dieser Zinssatz, sinkt rechnerisch der Gegenwartswert zukünftiger Gewinne. Was während der Niedrigzinsjahre hohe Bewertungen begünstigte, kann sich dadurch umkehren.

Wenn Leverage die Volatilität verschärft

Starke Kursschwankungen großer Techwerte sind ein weiteres Warnsignal. Tagesbewegungen von sieben bis zehn Prozent bei Konzernen wie Amazon, Google, Apple oder Meta bewegen enorme Summen. Gleichzeitig kann der Gesamtindex vergleichsweise stabil wirken, weil die Entwicklung einzelner Schwergewichte Schwächen anderer Werte überdeckt. Wer nur auf die großen Indizes schaut, übersieht daher schnell, wie unruhig es unter der Oberfläche bereits geworden ist.

„Overleverage ist eine der größten Gefahren in fallenden Märkten: Zu viel Fremdkapital führt schnell zu Liquiditätsproblemen und Verkäufen zum schlechtesten Zeitpunkt“, warnt Gerald Hörhan von der Investmentpunk Academy. Besonders problematisch wird diese Volatilität für Anleger, die stark mit Fremdkapital arbeiten. Fallen die Kurse, verstärkt der Hebel ihre Verluste. Gleichzeitig schrumpft ihr finanzieller Spielraum und damit die Möglichkeit, eine schwache Marktphase auszusitzen.

Ähnliche Mechanismen spielten bereits im Vorfeld der Finanzkrise 2008 eine Rolle, als hohe Börsenstände, Probleme bei stark gehebelten Marktteilnehmern und zunehmende Volatilität zusammenkamen. Das bedeutet nicht, dass sich die Geschichte wiederholen muss. Heute kommt mit der KI-Euphorie jedoch ein zusätzlicher Faktor hinzu: Große Techkonzerne investieren enorme Summen in künstliche Intelligenz, deren künftige Erträge die heutigen Investitionen und Bewertungen erst noch rechtfertigen müssen. Bleiben die erwarteten Cashflows hinter diesen Erwartungen zurück, können gerade hoch bewertete Unternehmen entsprechend stark unter Druck geraten.

Explodierende Staatsverschuldung wird zum Langzeitrisiko

Was zunächst nach einem Problem staatlicher Haushalte klingt, kann sich langfristig auch auf das Vermögen privater Anleger auswirken. Viele Staaten müssen nicht nur hohe Defizite finanzieren, sondern zugleich Anleihen aus der Niedrigzinsphase ersetzen, deren Refinanzierung inzwischen deutlich teurer geworden ist. Bleiben die Zinsen über längere Zeit auf einem hohen Niveau, wächst damit auch der Anteil der Staatseinnahmen, der für den Schuldendienst benötigt wird. Gerald Hörhan sieht darin ein strukturelles Problem, weil sich der finanzielle Spielraum der betroffenen Staaten zunehmend verengt.

Um ihre Haushalte zu entlasten, müssten Regierungen entweder Ausgaben reduzieren, höhere Finanzierungskosten dauerhaft tragen oder andere Wege finden, den Schuldendienst beherrschbar zu halten. Harte Sparprogramme hält Gerald Hörhan politisch für schwer durchsetzbar, während ein Zahlungsausfall erhebliche wirtschaftliche Folgen hätte. Er geht deshalb davon aus, dass Notenbankkäufe wieder an Bedeutung gewinnen könnten, wenn sich hoch verschuldete Staaten langfristig nicht mehr zu tragbaren Konditionen am Kapitalmarkt finanzieren können. In Europa blickt er dabei insbesondere auf Frankreich, wo aus seiner Sicht eine hohe Verschuldung mit wirtschaftlicher Schwäche und politischen Blockaden zusammentrifft.

Für private Anleger ist diese Entwicklung vor allem deshalb relevant, weil hohe Staatsschulden nicht zwangsläufig durch einen offenen Zahlungsausfall abgebaut werden müssen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass die Schulden über Jahre real an Wert verlieren, weil die Inflation über den Erträgen sicherer Geldanlagen liegt. Gerald Hörhan spricht in diesem Zusammenhang von finanzieller Repression. Wer einen großen Teil seines Vermögens in Bargeld oder niedrig verzinsten Anlagen hält, verliert dann nicht plötzlich Geld auf dem Konto, kann sich davon mit der Zeit aber immer weniger kaufen.

Mit Liquidität aus der Defensive kommen

Aus den wachsenden Risiken folgt für Anleger allerdings kein Grund zum panischen Ausstieg. Entscheidend ist vielmehr, wie sie auf eine mögliche Korrektur vorbereitet sind. Wer wenig Fremdkapital nutzt und genügend Liquidität besitzt, gerät bei fallenden Märkten nicht so schnell unter Verkaufsdruck. Gleichzeitig entsteht Handlungsspielraum, wenn andere Marktteilnehmer verkaufen müssen. Besonders deutlich zeigt sich das am Immobilienmarkt: Gerät ein Eigentümer durch eine auslaufende Finanzierung oder akuten Liquiditätsbedarf unter Druck, können Objekte zu Konditionen auf den Markt kommen, die während einer Boomphase kaum denkbar wären. Bei Aktien gilt ein ähnliches Prinzip, wobei ein niedrigerer Kurs allein ein Unternehmen noch nicht attraktiv macht. Gerald Hörhan achtet deshalb auf Geschäftsmodell, Cashflow, Verschuldung und Bewertung. Erst wenn die wirtschaftliche Substanz stimmt, wird aus dem Preisrückgang eine interessante Kaufgelegenheit.

Langfristig setzt Gerald Hörhan zudem auf harte Assets wie Gold, Bitcoin, werthaltige Immobilien in guten Lagen und solide Aktien. Wie sich diese Anlageklassen entwickeln, hängt allerdings vom jeweiligen Marktumfeld ab. Gold kann bei positiven Realzinsen unter Druck geraten, bei höherer Inflation jedoch als Schutz vor Kaufkraftverlust an Bedeutung gewinnen. Bitcoin bleibt deutlich zyklischer und schwankungsanfälliger. Entscheidend ist deshalb nicht die Suche nach dem einen Krisengewinner, sondern ein Portfolio, dessen Risiken Anleger auch in turbulenten Marktphasen finanziell tragen können.

Gerald Hörhan: Vorbereitung schafft Handlungsspielraum

Niemand kann zuverlässig bestimmen, wann die nächste Finanzkrise kommt oder ob die aktuellen Warnsignale tatsächlich in eine größere Korrektur münden. Für Gerald Hörhan liegt genau darin der entscheidende Punkt: Anleger sollten ihre Strategie nicht von einer einzelnen Prognose abhängig machen.

„Der zentrale Schutz vor großen Verlusten liegt in Vorsicht, Wissen, Liquidität, Diversifikation und dem Verzicht auf übermäßigen Leverage. Wer das beherzigt, muss keine Krise fürchten, sondern kann sie als Chance begreifen“, sagt Gerald Hörhan. Die Investmentpunk Academy vermittelt Wissen zu Investments, Marktmechanismen und Risikomanagement und unterstützt Anleger dabei, eigene Entscheidungen fundierter zu treffen.

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Künstliche Intelligenz. Wohin der Weg führt, ist unklar. Aber sicher ist: Kaum jemand wird in Zukunft an ihr vorbeikommen – erst recht nicht als Anleger an der Börse.

Das Börsenseminar des Itzehoer Aktien Club greift das Thema auf: “Wie lange können Anleger die KI-Welle noch reiten?” lautet die Überschrift für die diesjährige Vortragsreihe. Martin Paulsen, Fondsmanager im IAC, gibt einen Ausblick.

Herr Paulsen, Trump, Putin oder doch Merz – über wen müssen sich Anleger die meisten Gedanken machen?

Die Geopolitik ist aktuell natürlich das bestimmende Thema. Daher haben wir es im vergangenen Jahr schon im Börsenseminar thematisiert. Der Westen ist auseinander dividiert, die transatlantische Achse gibt es in der Form nicht mehr. Viele in Europa hoffen nur noch, dass irgendwann Trumps zweite Amtszeit zu Ende geht und er nicht noch einen Kniff findet für eine dritte Amtszeit, die aber von der Verfassung nicht zugelassen ist. Auf der anderen Seite des Globus sehen wir eine Welt, die sich teilweise mit Putin solidarisiert wie China oder sich sehr opportunistisch verhält wie Indien. Das sind die Blöcke, die versuchen, wirtschaftlich in die Führungsrolle zu kommen, während Europa und Merz versuchen, das Fähnchen noch irgendwie hochzuhalten. Aber Europa hat es schwer in einer Welt, die immer digitaler und immer mehr von Technik geprägt wird. In den USA sitzen die Platzhirsche der Tech-Branche, China ist quasi auf Augenhöhe mit den US-Pendants und Europa hat ein wenig den Anschluss verloren.

Warum ist die Entscheidung gefallen, sich für das Börsenseminar das Thema Künstliche Intelligenz herauszugreifen?

Zum einen ist KI ein Thema, das immer mehr in das Bewusstsein der Bevölkerung rückt, sie kommt auch immer mehr damit in Berührung. Zum anderen waren die Unternehmen, die mit KI in Verbindung gebracht werden, die Triebfedern schlechthin für den Börsenaufschwung. Da stellt sich unweigerlich die Frage: Geht der KI-Aufschwung an der Börse noch weiter und wenn ja, wie kann ich als Anleger davon am besten profitieren.

Ist KI aus Ihrer Sicht eher Verheißung oder Fluch?

Puh, schwere Frage. Man kann jeden Tag die Zeitung aufschlagen und sowohl sehr positive als auch sehr pessimistische Nachrichten lesen – in diesem Spannungsumfeld leben wir. Auf der einen Seite erleben wir die skurrilsten Dinge mit der KI, die aus ihrer geschützten Sicherheitsumgebung ausbricht und selbst andere Unternehmen und Staaten wie zum Beispiel Australien hackt und bedroht. Auf der anderen Seite sehen wir, wie hilfreich KI im Alltag sein kann beispielsweise bei medizinischen Themen. Auch die beiden großen KI-Unternehmen OpenAI und Anthropic mahnen zur Vorsicht und wollen die KI-Entwicklung etwas eindämmen. Dabei kann es natürlich auch um Marketingeffekte gehen, das muss man abwarten. Oder die Kontrolle ist denen tatsächlich entglitten.

Im Titel des Börsenseminars taucht der Begriff KI-Welle auf – warum dieses Bild?

Als Surfer kann man eine Welle reiten, aber nicht dauerhaft, weil sie irgendwann brechen wird. An der Börse haben wir mit der KI-Welle auch schon eine gewisse Wegstrecke hinter uns. Die Frage ist nun: Wie weit geht es noch? Wenn man die Entwicklung der KI ansieht, vermutlich noch sehr weit, denn wir gehen in das nächste Zeitalter. Von den lustigen Sprachmodellen, die aus fünf Zutaten ein Rezept machen, sind wir bei Agenten angelangt, die Abläufe in Unternehmen steuern. In Zukunft kommt – ob man es schön findet oder nicht – der große Bereich AI Robotics, also der Roboter, die von KI gesteuert werden. Die Entwicklung ist weiterhin da, aber es kann auch passieren, dass man auf die falsche KI-Welle setzt, die dann bricht. Und da will man als Anleger wie auch als Surfer nicht dabei sein.

Was ist bei der Investition in KI zu beachten?

Man sollte schauen, welche Unternehmen wo in der Wertschöpfungskette profitieren. Beispielsweise die Modellanbieter wie OpenAI und Anthropic. Der Markt dieser Large Language Models ist prädestiniert dafür, dass es nur ein Unternehmen gibt, das die größten Trainingsdaten hat. Mittlerweile gibt es aber rund 15 große Anbieter in den USA und 15 große Anbieter in China, die auf Augenhöhe operieren. Es läuft ein riesiger Verdrängungswettbewerb, der es schwierig macht, auf die richtige Karte zu setzen.

Aber welches Modell sich auch durchsetzt, rechnen müssen sie alle. Deshalb konzentrieren wir uns mit unseren Investments auf die sogenannten Hyperscaler, die mit ihren Rechenzentren Speicher und Rechenpower zur Verfügung stellen. Sie schaffen die notwendige Infrastruktur für eine digitale Zukunft.

Aber dieses Geld müssen die Unternehmen erst einmal wieder verdienen.

Genau. Auch das wird im Seminar thematisiert: Werden sich die Unsummen, die investiert werden, überhaupt einmal monetarisieren lassen? Marc Zuckerberg von Meta sagt: lieber 200 oder 300 Milliarden zu viel investieren als zu wenig. Und man fragt sich: Hat er jetzt Milliarden oder Millionen gesagt? Für die großen Player geht es darum, den Zug nicht zu verpassen – denn wer den Anschluss verpasst, ist raus aus dem Spiel.

Hinzu kommt: Ein Rechenzentrum wird nach einer gewissen Zeit bilanziell wertlos und dementsprechend abgeschrieben, da die Technik nach einigen Jahren obsolet ist. Auch da muss man genau hinschauen und möglichst in die Unternehmen investieren, die auch bei einem Wechsel der Modelle im Geschäft bleiben und deren Börsen-Bewertungen noch gerechtfertigt sind.

Also lautet das Fazit?

So ähnlich, wie wir es seit 20 Jahren machen: Streuung, Streuung, Streuung in herausragende IAC-Qualitätsunternehmen. Als Anleger sollte man die KI-Welle nicht an sich vorbeiziehen lassen, egal ob man der KI sehr kritisch oder sehr positiv gegenübersteht. In der IAC-Strategie haben wir gut 20 Prozent im Technologiebereich investiert, setzen aber nicht alles auf KI. Denn auch die Nutzer der KI werden letztendlich große Vorteile haben, beispielsweise in der Logistik oder im Medizinbereich. Streuung ist und bleibt das Wichtigste für den Anleger. Man sollte die aktuellen Chancen nutzen, aber alles bitte mit Augenmaß.

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Marktkommentar von Guy Wagner, BLI – Banque de Luxembourg Investments

Die Weltwirtschaft zeigt sich trotz anhaltender Spannungen auf den Energie- und Zinsmärkten weiterhin widerstandsfähig, schreiben Guy Wagner und sein Team in ihrem jüngsten monatlichen Marktbericht „Highlights“.

„In den USA unterstreicht das auf 2,2 Prozent (annualisiert) nach oben korrigierte Wachstum des Bruttoinlandsproduktes im zweiten Quartal die Stärke des KI-Sektors und die Robustheit des Binnenkonsums“, sagt Guy Wagner, Chief Investment Officer (CIO) von BLI – Banque de Luxembourg Investments. „Allerdings verdeutlichen der Rückgang des Verbrauchervertrauens und steigende Hypothekenzinsen die wachsende Kluft zwischen den Gewinnern und Verlierern des aktuellen Wachstums.“ In der Eurozone stärkt der Einkaufsmanagerindex (PMI), der auf dem höchsten Stand seit über drei Jahren liegt, die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung. China setzt gezielte Konjunkturmaßnahmen ein, um die Binnennachfrage zu stützen und das Mindestwachstumsziel von 4,5 Prozent zu erreichen. In Japan wurde das BIP-Wachstum des zweiten Quartals auf 1,4 Prozent nach oben korrigiert, getrieben von weiterhin starken Exporten.

Inflation hält sich hartnäckig

„Die Inflation hält sich hartnäckig, gestützt durch ein solides Wirtschaftswachstum und anhaltende geopolitische Spannungen im Nahen Osten“, erklärt der luxemburgische Ökonom. In den USA blieb die Inflationsrate im August unverändert bei 3,4 Prozent. Der Rückgang des Deflators der privaten Konsumausgaben ohne Energie und Lebensmittel – des von der Federal Reserve bevorzugten Indikators – auf drei Prozent ist hauptsächlich auf methodische Anpassungen zurückzuführen; ohne diese wäre er stabil geblieben. In der Eurozone stieg die Inflation im September von 3,2 Prozent auf 3,8 Prozent.

Federal Reserve und EZB heben Leitzinsen an

Die US-Notenbank hat ihren Leitzins um 25 Basispunkte erhöht. Diese einstimmige Entscheidung des geldpolitischen Ausschusses ist eine Reaktion auf die robuste Wirtschaftslage und den Anstieg der Energiepreise. Ziel sei es, die Inflation schneller auf das angestrebte Niveau von zwei Prozent zurückzuführen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihrerseits den Einlagensatz zum zweiten Mal in Folge auf 2,5 Prozent angehoben, um möglichen Zweitrundeneffekten durch den Energieschock vorzubeugen.

Renditen von Staatsanleihen steigen weiter

Der Anstieg der Renditen von Staatsanleihen setzt sich fort, getragen von der soliden Konjunktur, geopolitischen Spannungen und den steigenden öffentlichen Defiziten und Schulden. In den USA hat die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen die Fünf-Prozent-Marke überschritten und ist von 4,75 Prozent auf 5,28 Prozent gestiegen. Auch in der Eurozone haben sich die Renditen für Staatsanleihen erhöht, wobei sich der Renditeabstand zwischen Deutschland und Frankreich auf 128 Basispunkte ausgeweitet hat – ein Niveau, das mit dem der Eurokrise 2012 vergleichbar ist. Im Monatsverlauf stieg der deutsche, französische, italienische und spanische Referenzzinssatz jeweils an.

Aktienmärkte zeigen sich von Zinsanstiegen wenig beeindruckt

Im September zeigten sich die Aktienmärkte widerstandsfähig trotz des starken Anstiegs der Anleihezinsen, die erstmals seit der Finanzkrise 2008 wieder ein vergleichbares Niveau erreichten. Guy Wagner: „Obwohl Aktien aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz bei den Anlegern erneut gefragt waren, verzeichneten die meisten Aktienindizes aufgrund der allgemeinen Schwäche des übrigen Marktes leichte Rückgänge.“ Vor diesem Hintergrund legte der auf Euro lautende MSCI All Country World Index Net Total Return um 1,1 Prozent zu und profitierte dabei von der Aufwertung des US-Dollars. Geografisch gesehen gaben der S&P 500 (in USD), der Stoxx Europe 600 (in EUR) und der MSCI Emerging Markets (in USD) leicht nach, während der japanische Topix (in JPY) trotz des stärkeren Yen einen Anstieg verzeichnete. „Nach Sektoren betrachtet verzeichneten Technologie und Kommunikationsdienstleistungen positive Entwicklungen, während zyklische Konsumgüter und Rohstoffe die stärksten Einbußen hinnehmen mussten.“

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Gold bewegt sich 2026 bisher zwischen Allzeithoch, Korrektur und Aufbruch:

Warum das Edelmetall trotz kurzfristiger Rückschläge und längeren Seitwärtsphasen auf mittlere und lange Sicht Kurs halten dürfte.

Aktuelle Markteinschätzung von Önder Çiftçi, CEO der Ophirum Group

Der Goldpreis hat 2026 eine recht bewegende Berg- und Talfahrt hinter sich. Vom Allzeithoch bei fast 5.600 US-Dollar im Januar bis zum Sommertief unter 4.000 Dollar, im August wieder rauf auf mehr als 4.650 Dollar, im September wieder unter 4.200 Dollar – das Krisenmetall hat viele Anleger in diesem Jahr nervös gemacht. Nach mehreren Rekordjahren in Folge für Gold sind derartige Rückschläge nicht ungewöhnlich. Aktuell notiert das Edelmetall rund um den Jahresschlusskurs von 2025. Doch wie geht es nun weiter?

Hohe Zinsen machen Gold zu schaffen

Für viele Beobachter fiel die Korrektur vom Allzeithoch Ende Januar bis in den Juli um insgesamt rund 28 Prozent überraschend heftig aus. Aus technischer Sicht war sie jedoch keineswegs aus der Luft gegriffen. Allein zwischen Oktober 2025 und Ende Januar 2026 hatte Gold mehr als 40 Prozent zugelegt. Solche überhitzte Rally-Phasen provozieren früher oder später in der Regel eine Konsolidierung. Die Frage lautet: Handelt es sich um eine gesunde Verschnaufpause oder den Beginn einer strukturellen Trendwende?

Dass die massiv gestiegenen Ölpreise die Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen durch die Notenbanken erhöht haben, ist seit Monaten einer der Hauptbelastungsfaktoren für Gold. Steigt das Zinsniveau, gewinnen festverzinste, risikoarme Geldanlagen wie Staats- und Unternehmensanleihen im Vergleich zu Gold an Attraktivität. Mit dem ölinduzierten Anstieg der Inflation richtete sich der Fokus der Marktakteure daher auf die Zinsentscheidungen der Notenbanken – allen voran der US-Notenbank Fed. Im Laufe der vergangenen Monate hat sich der restriktive Kurs der wichtigsten Notenbanken weltweit zudem weiter verfestigt: Zunächst gab es Zinserhöhungen in Europa und schließlich auch in den USA, Großbritannien und Japan. Die Anleiherenditen für 10- und 30-jährige US-Staatsanleihen stiegen dadurch auf mehr als fünf Prozent – und damit auf den höchsten Stand seit zwei Jahrzehnten.

Einhergehend mit der Erwartung höherer Zinsen und steigender Anleiherenditen konnte sich auch der zuletzt schwächelnde Dollar wieder erholen. Ein stärkerer US-Dollar verteuert Goldkäufe außerhalb des Dollarraums und bremst die internationale Nachfrage nach dem Edelmetall zusätzlich. Das Zusammenspiel aus höheren Renditen, drohenden Zinserhöhungen und Dollarstärke erklärt den größten Teil der Korrektur am Goldmarkt.

Warum Gold auf solidem Fundament steht

Dennoch zeigte sich Gold auch resilient und verteidigt nach wie vor erfolgreich die 4.000-Dollar-Marke. Und dafür gibt es natürlich Gründe: Gold bewahrt seine Kaufkraft unabhängig von seinem Preis in Dollar, es ist knapp, nicht vermehrbar und wird jederzeit und weltweit als Zahlungsmittel und Wertspeicher akzeptiert. Zahlreiche Notenbanken, die unabhängiger vom US-Dollar oder anderen Währungen werden wollen, verkaufen ihre Devisenreserven und stocken im Gegenzug ihre Goldreserven auf. Allein im zweiten Quartal 2026 erwarben Notenbanken weltweit netto 288,9 Tonnen Gold – ein Rekordwert für ein zweites Quartal und ein Plus von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Größter Käufer war zuletzt die polnische Zentralbank mit 51 Tonnen, die chinesische Notenbank erwarb 33 Tonnen. Während der vergangenen vier Jahre kauften Notenbanken netto im Schnitt rund 1.000 Tonnen Gold pro Jahr und damit doppelt so viel wie im Durchschnitt des vorangegangenen Jahrzehnts. Die hohen Zentralbankkäufe sind und bleiben damit eine wichtige zentrale Stütze für den Goldpreis.

Krisen ohne Ende, Risiken ohne Preis

Neben der Schuldendynamik und Inflationsgefahren stützt auch das geopolitische Umfeld den Goldmarkt. Im Ukraine-Krieg ist trotz diplomatischer Initiativen wohl kein Ende in Sicht und im Nahen Osten halten die Konflikte um Gaza, Iran und um die Vorherrschaft in der Region an. Zudem bleiben die Spannungen zwischen China und Taiwan eine latente Gefahr für die Weltwirtschaft. Geopolitische Eskalationen treiben traditionell die Flucht in den sicheren Hafen Gold an.

Hinzu kommt die immense Staatsverschuldung der Industriestaaten, nicht zuletzt der USA mit einem Schuldenberg von rund 40 Billionen Dollar. Aber auch in Europa, Japan und anderen Staaten schränkt die hohe Schuldenquoten die Handlungsfähigkeit der Regierungen ein. Hohe Staatschulden schüren das Misstrauen gegenüber den Papiergeldwährungen und beflügeln häufig die Goldnachfrage.

Langfristig lukrativ

Es kommt also nicht von ungefähr, dass das Gros der Analysten auf lange Sicht optimistisch für Gold gestimmt ist, selbst wenn die Prognosen teils nach unten korrigiert wurden. Gold bleibt ein strategisches Basisinvestment, dass in Krisen vor Verlusten schützt und niemals wertlos werden kann. Die strukturellen Treiber – allen voran Notenbankkäufe, eskalierende Staatsverschuldung, geopolitische Fragmentierung sowie ein langfristig eher schwächerer Dollar – sind intakt und lassen sich durch kurzfristige Zinserwartungen nicht dauerhaft aushebeln. Anleger, die Gold als langfristige Absicherung im Portfolio halten, können die kurzfristigen Preisrückgänge vielmehr als Kaufgelegenheit betrachten.

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Luxemburg überarbeitet sein Verbriefungsrecht und macht Verbriefungen damit für institutionelle Investoren noch attraktiver.

„Vorgesehen ist mehr Spielraum bei der aktiven Portfolioverwaltung“, sagt Daniel Knoblach, Verwaltungsrat der Super Global Services SA. Bisher lag der Schwerpunkt auf Schuldinstrumenten, zukünftig soll auch die aktive Verwaltung bei Aktienpositionen einbezogen werden können. „Damit erweitern sich die Möglichkeiten für aktiv verwaltete Verbriefungsstrategien und die Attraktivität gegenüber klassischen Fonds steigt weiter“, so Knoblach.

„Schon heute sind Verbriefungen in vielen Bereichen die bessere Lösung im Vergleich zu Fonds“, sagt Knoblach. „Sie nutzen eine bestehende Emissionsplattform und ersparen dem Initiator den Aufbau einer eigenen Infrastruktur. Strukturierung, Emission und Administration laufen über professionelle Dienstleister.“ Das spart Zeit und senkt die Kosten.

Fonds sind demgegenüber schwerfälliger und teurer. „Dass Fonds den Markt trotzdem prägen, liegt vor allem an ihrer Bekanntheit“, so Knoblach. „Jeder Investor kennt das Vehikel Fonds und kann ihn sofort einordnen.“ Das erleichtert die Ansprache institutioneller Anleger erheblich. Es ist jedoch bestenfalls ein Vorteil in der Vermarktung und kein Beleg für die Qualität. Ob ein Fonds oder ein Wertpapier passt, hängt vom Anlageuniversum, vom erwarteten Volumen, vom Anlegerkreis und von den benötigten Dienstleistungen ab.

Fonds unterliegen dem Fondsrecht mit seinen eigenen Schutzmechanismen. Ein Wertpapier aus einem Compartment folgt insbesondere dem Verbriefungsrecht und den jeweiligen Emissionsbedingungen. Beide Wege bieten Schutz, aber auf unterschiedliche Weise. Man sollte sie deshalb nicht gleichsetzen. „Verbriefungen sind auch deshalb weniger bekannt, weil es eine verwirrende Begriffsvielfalt gibt“, sagt Knoblach. „Begriffe wie Verbriefungsgesellschaft, AMC, Compartment, ETN, ETI oder ETP gehen dabei zu stark ineinander über.“ Das verringert die Akzeptanz bei Investoren und Vertriebspartnern.

Dabei ist der Aufbau recht einfach: Die Verbriefungsgesellschaft ist das Vehikel nach luxemburgischem Recht und gibt die Wertpapiere aus. Das Compartment ist ein abgegrenzter Bereich für Vermögen und Haftung innerhalb dieser Gesellschaft. Einer Strategie werden dort Vermögenswerte und zugehörige Verbindlichkeiten gesondert zugeordnet. Ein eigenes Rechtssubjekt ist das Compartment dabei nicht.

* AMC steht für Actively Managed Certificate und ist ein strukturiertes Wertpapier. Die zugrunde liegende Strategie wird während der Laufzeit innerhalb vereinbarter Leitlinien aktiv angepasst.

* ETN steht für Exchange Traded Note und ist eine börsengehandelte Schuldverschreibung. Ihre Wertentwicklung ist beispielsweise an einen Index gekoppelt. Im europäischen Markt gibt es besicherte und unbesicherte ETNs.

* ETI steht für Exchange Traded Instrument und ist eine markt- oder anbieterabhängige Bezeichnung. Das Kürzel allein beschreibt weder eine einheitliche Rechtsform noch eine bestimmte Absicherung.

* ETP ist der Oberbegriff für börsengehandelte Produkte.

* Der ETF ist ein börsengehandelter Fonds und kann ebenfalls aktiv verwaltet sein. Er gehört rechtlich zur Fondswelt und nicht zur Verbriefung.

Der Zusammenhang ist dabei in Stufen zu sehen:

  1. „Auf der ersten Ebene steht die Verbriefungsgesellschaft. Sie bildet den rechtlichen Rahmen und die Plattform für alle weiteren Bausteine“, so Knoblach.
  2. Auf der zweiten Ebene folgt das Compartment. Es trennt vom übrigen Vehikel alles ab, was zu einer einzelnen Strategie gehört.
  3. Auf der dritten Ebene steht das Wertpapier. Die Gesellschaft emittiert es auf Rechnung des Compartments, seine Bedingungen legen die wirtschaftlichen Rechte der Anleger fest „Typische Formen sind das AMC für die aktiv gesteuerte Strategie und die ETN als Schuldverschreibung mit Bezug etwa auf einen Index“, so Knoblach.
  4. Die vierte Ebene bilden Handelbarkeit und Bezeichnung. Ein Wertpapier kann börsengehandelt sein und wird dann unter Bezeichnungen wie ETI oder ETN angeboten. ETP dient dabei als Sammelbegriff. Der ETF steht daneben als börsengehandelter Fonds.

„Die Ebenen bauen logisch aufeinander auf“, sagt Knoblach. „Das Compartment stellt die Struktur bereit und das AMC macht die Strategie als Wertpapier zugänglich. Die Bezeichnungen können sich dabei überschneiden: Ein AMC kann börsengehandelt sein und als ETI oder ETN auftreten. „Entscheidend sind am Ende die konkrete Struktur und die Emissionsbedingungen“, so Knoblach. „Der Name allein sagt darüber wenig aus.“

Diese Ordnung hilft auch bei der Vermarktung. Den Fonds kennt jeder, Compartment, AMC, ETN und ETI dagegen nur wenige. Wer die Begriffe sauber einordnet, schafft Vertrauen bei Investoren. Er macht die Alternative verständlich und damit vermarktbar.

Eine Investmentstrategie braucht die passende Struktur. Die Bekanntheit des Vehikels „Fonds“ entscheidet noch nicht über seine Eignung. „Lösungen mit Compartments bieten Flexibilität und Kostenvorteile bei professioneller Emissionsinfrastruktur“, sagt Knoblach. „Die geplante Reform in Luxemburg könnte ihre Bedeutung weiter erhöhen.“ Möglicherweise werden in vielen Bereichen bald mehr Verbriefungen begeben als Fonds aufgelegt.

Über Super Global

Super Global ist ein BaFin-regulierter AIFM und bietet eine integrierte Plattform für die Strukturierung und Umsetzung maßgeschneiderter Fonds- und Verbriefungslösungen aus einer Hand. Mit Standorten in Deutschland, Luxemburg und Irland verbindet das Unternehmen regulatorische Expertise mit effizientem Kapitalmarktzugang. Während in Deutschland Investmentfonds strukturiert und verwaltet werden, dienen die luxemburgischen sowie irischen Plattformen als Emissionsvehikel für Verbriefungen und kapitalmarktfähige Produkte – insbesondere Actively Managed Certificates (AMCs) – und ermöglichen die Umsetzung individueller Investmentstrategien in handelbare Wertpapiere mit ISIN.

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Milliardenverluste durch Fehlspekulationen und stille Lasten in den Bilanzen: Kleinteiligkeit von GKV, Pensionskassen und Versorgungswerken wird zum Governance-Risiko – für die GKV fordert Metzler Ratings Konsolidierung und mündelsichere Anlage

Metzler Ratings legt einen großen Überblick über die Fehlspekulationen mit Beitrags- und Vorsorgegeldern vor – dokumentiert aus öffentlichen Quellen und nach Trägergruppen strukturiert: 1,1 Milliarden Euro leistungsgestörte Anlagen allein bei bundesunmittelbaren Krankenkassen, über eine Milliarde Euro Verlust beim Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin, Erlaubnisentzug für die Babcock-Pensionskasse, bis zu 853 Millionen Euro drohender Verlust bei der Bayerischen Versorgungskammer. Gezeichnet und verloren haben ganz überwiegend kleine Träger ohne professionelles Kapitalanlage-Management; bei Pensionskassen und Versorgungswerken wird bereits real gekürzt. Hinzu kommen nach Einschätzung von Metzler Ratings stille Lasten von im Schnitt rund 15 Prozent der Kapitalanlagen auch bei Pensionskassen und Krankenkassen – Tendenz steigend. Die Organhaftung ist gerichtsanhängig. Die neue Kurzstudie „Größe schützt Beitragsgelder“ zieht die Konsequenz: Konsolidierung, gepoolte Kapitalanlage, mündelsichere Anlage der GKV-Finanzreserven – und bei Pensionskassen und Versorgungswerken aufsichtskonforme Anlage unter geprüften Organen.

Fehlspekulationen mit Beitrags-, Mitglieds- und Vorsorgegeldern haben in Deutschland ein historisches Ausmaß erreicht: Nach der Antwort der Bundesregierung auf eine Bundestagsanfrage halten allein die bundesunmittelbaren Krankenkassen leistungsgestörte Geldanlagen von nominal rund 1,1 Milliarden Euro; rund 400 Millionen Euro sind bereits wertberichtigt, weitere Abschreibungen für 2026 angekündigt, und das Bundesamt für Soziale Sicherung hält im schlimmsten Fall den Totalverlust für möglich. Das bekannt gewordene Verlust- und Risikovolumen entspricht einmalig gut 23 Euro je beitragszahlendem GKV-Mitglied (davon rund 7 Euro bereits als Verlust verbucht) – bei den Mitgliedern der betroffenen Kassen überschlägig 40 bis über 90 Euro. Der reale Verlust dürfte deutlich höher liegen, da landesunmittelbare Kassen amtlich nicht erfasst sind. Anders als ein Versicherungskonzern kann eine umlagefinanzierte Kasse solche Verluste nicht aus künftigen Gewinnen verdienen – sie kann sie nur über den Zusatzbeitrag ausgleichen, der 2026 im Schnitt bereits über drei Prozent liegt. Viele dieser Verluste stammen bereits aus den Jahresabschlüssen 2024 und früher; öffentlich bekannt werden sie erst jetzt, weil mehrere Berichte der Tagesschau und des ARD-Magazins Plusminus sowie eine Bundestagsanfrage die Debatte angestoßen haben. In einer heute veröffentlichten Kurzstudie trägt die Metzler Ratings GmbH die verstreuten öffentlichen Angaben zusammen und dokumentiert die Schadensbilanz über alle Trägergruppen – Krankenkassen, Kassenärztliche Vereinigungen, Pensionskassen, berufsständische Versorgungswerke und Kirchenkreise – und zieht daraus die strukturpolitische Konsequenz: Ohne Konsolidierung, gepoolte Kapitalanlage und – in der GKV – mündelsichere Anlagestandards bleibt die Kleinteiligkeit der deutschen Sozial- und Vorsorgelandschaft ein Governance-Risiko zulasten von Beitragszahlern, Anwärtern und Rentnern.

Die Studie dokumentiert die Fehlinvestments in einer konsolidierten Schadensbilanz und eigenen Fallkapiteln: von der Verius-Konstruktion – Mezzanine-Darlehen zu 15 bis 18,5 Prozent Zins, verpackt in Luxemburger Schuldverschreibungen mit BBB-Minus-Rating – über notleidende Schuldscheindarlehen für nie gebaute Projekte (in Frankfurt blieb statt eines 300-Millionen-Euro-Gebäudes nur ein Erdhügel als Sicherheit) bis zu den Verlusten von rund 50 Versorgungswerken und Kirchenkreisen mit knapp einer Milliarde Euro.

Grundverschieden ist die Verlustmechanik in der kapitalgedeckten Vorsorge – die Studie hält Krankenkassen und Pensionskassen deshalb strikt auseinander: Dort ist die Kapitalanlage keine Rücklage, sondern das Deckungskapital der Renten selbst; Verluste kürzen unumkehrbar Versorgungsansprüche, nicht Beiträge. Ein eigenes Kapitel widmet sich dieser Welt der Pensionskassen und Versorgungswerke, in der bereits real gekürzt wird: Das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin hat nach Presseberichten mit Beteiligungen an Start-ups, Hotels und einer insolventen Garnelenzucht mehr als eine Milliarde Euro und damit über die Hälfte seines Vermögens von 2,2 Milliarden Euro verloren – seinen rund 11.000 Mitgliedern drohen danach Rentenkürzungen um mehrere Hundert Euro monatlich, das Werk fordert rund 82 Millionen Euro von seinen früheren Wirtschaftsprüfern. Zudem zeigt eine Erhebung von Metzler Ratings über alle 92 berufsständischen Versorgungswerke: 76 von ihnen (83 Prozent) legen ihren Jahresabschluss nicht vollständig offen, bei 40 Werken war gar keine öffentliche Veröffentlichung auffindbar, für keines der sieben Notarversorgungswerke war ein veröffentlichter Abschluss auffindbar – und von den Werken mit bekannt gewordenen Verlusten stellt nur ein einziges einen vollständigen Geschäftsbericht online. „Wer Pflichtbeiträge verwaltet, muss mindestens so transparent sein wie eine Pensionskasse“, sagt Dr. Metzler; Metzler Ratings fordert eine gesetzliche Offenlegungspflicht mit einheitlichem Kennzahlenkatalog, Ad-hoc-Publizität und zentralem Transparenzregister. Auch Krankenkassen und KVen veröffentlichen nach § 305b SGB V nur Kurzfassungen ohne Angaben zu Geldanlagen, Zeitwerten oder stillen Lasten – die Studie empfiehlt, die Vorschrift entsprechend zu erweitern. Der Pensionskasse der Babcock entzog die Bafin am 29. Oktober 2025 die Erlaubnis; die im April 2026 beschlossenen Kürzungen treffen knapp 5.000 Anwärter und rund 9.300 Rentner aus über 130 Trägerunternehmen. Und bei der Bayerischen Versorgungskammer, Deutschlands größter Versorgungsgruppe, drohen nach einem FAZ-Bericht bis zu 853 Millionen Euro Verlust aus US-Immobilienprojekten – die sie, anders als kleine Träger, dank über 100 Milliarden Euro Kapitalanlagen aus der Substanz tragen kann (rund 0,6 Prozent der Kapitalanlagen), ohne dass Leistungskürzungen im Raum stehen. Auch das Versorgungswerk der Rechtsanwälte in Hessen rechnet nach Presseberichten mit derselben US-Immobilie mit einem Totalverlust von knapp 58 Millionen Euro. Nach Einschätzung von Metzler Ratings kommt ein stilles Problem hinzu: Auch Pensionskassen und Krankenkassen verfügen noch über stille Lasten in ihren Bilanzen – also über die negative Differenz zwischen dem aktuellen Marktwert der Kapitalanlagen und ihrem höheren handelsrechtlichen Buchwert: ein Verlustpotenzial, das erst bei Verkauf, Schuldnerausfall oder dauerhafter Wertminderung sichtbar wird. Wie bei den Lebensversicherern, deren stille Lasten Metzler Ratings zuletzt auf hochgerechnet rund 127 Milliarden Euro oder rund 14 Prozent der Kapitalanlagen beziffert hat (Pressemitteilung zum LV-Qualitätsrating 2026 vom 23.09.2026), dürften sie im Schnitt rund 15 Prozent der Kapitalanlagen erreichen – Tendenz steigend, aber ohne die Puffer der großen Lebensversicherer; ein eigenes Kapitel der Studie definiert und beziffert dieses unsichtbare Verlustpotenzial. Ein weiteres Kapitel behandelt Private Debt als nächste Baustelle: „Private Debt ist die Fortsetzung des Immobilienproblems mit anderen Mitteln – illiquide, nachrangig, schwer zu bewerten“, so Dr. Metzler – Verius und die Schuldscheindarlehen waren der Sache nach nichts anderes, und die Bafin zählt Private-Debt-Kreditrisiken zu ihren Fokusrisiken 2026. Nach Einschätzung von Metzler Ratings übersteigt das dokumentierte Private-Debt-Risikovolumen der Sozial- und Vorsorgeträger deutlich zwei Milliarden Euro. Bei Pensionskassen lag der Anteil privater Märkte laut Bafin Ende 2023 bei rund 29 Prozent der Kapitalanlagen. „Ob eine Fehlinvestition eine Renditedelle bleibt oder existenzbedrohend wird, entscheidet allein die Substanzkraft. Wo Bewertungsreserven, Eigenkapital und Passivreserven fehlen, kippt das System“, sagt Dr. Marco Metzler, Gründer und Chef des auf Versicherer spezialisierten Rating-Instituts Metzler Ratings GmbH und früherer Director der Ratingagentur Fitch. „Dieselbe Fehlallokation, drei völlig verschiedene Rechnungen – und je schwächer der Kapitalpuffer, desto direkter zahlt am Ende der Kunde: Die großen Lebensversicherer bezahlen sie aus der Substanz, Pensionskassen und kleine Vereine mit dem Bestand, und die gesetzlichen Krankenkassen reichen sie an ihre Versicherten durch.“ Als Director bei Fitch hatte Dr. Metzler 2003 per HGB-Stresstest den Ausfall der Mannheimer Leben prognostiziert – den bislang einzigen Fall für die Auffanggesellschaft Protektor.

Ein weiteres Kapitel analysiert die Organhaftung: Die KV Westfalen-Lippe verklagt ihren früheren Finanzvorstand vor dem Landgericht Dortmund auf 30 Millionen Euro Schadensersatz und geht vor dem Landgericht Düsseldorf gegen ihre Wirtschaftsprüfer vor; auch die KV Baden-Württemberg hat nach Medienberichten Klage gegen ihren früheren Investment-Vorstand erhoben, und im Umfeld der Bayerischen Versorgungskammer bereiten Anwälte Verfahren vor. Zudem klagen nach einem dpa-Bericht mehrere Kassen und KVen vor dem Landgericht Frankfurt am Main gegen Depotbank, Fondsverwaltung und Berater des Verius-Fonds; sie machen geltend, über das Risiko der Mezzanine-Finanzierungen unzutreffend informiert worden zu sein – die erste Verhandlung ist für Dezember 2026 angesetzt, entschieden ist nichts. Der Haftungsmaßstab der §§ 35a, 42 und 80 SGB IV ist streng, Erwerbbarkeitsgutachten entlasten nach der BGH-Rechtsprechung nur unter engen Voraussetzungen. Zu prüfen sind nach Auffassung von Metzler Ratings zudem sämtliche Provisions- und Retrozessionsströme im Vertrieb der Produkte – einschließlich der Frage, ob Zuwendungen an Entscheidungsträger oder ihnen nahestehende Personen geflossen sind; verdeckte Rückvergütungen wären nach der Kick-back-Rechtsprechung des BGH schadensersatz- und gegebenenfalls strafrechtlich relevant. Auch bei Lebensversicherern und privaten Krankenversicherern ist Organhaftung für Kapitalanlageverluste rechtlich möglich (§ 93 AktG; ARAG/Garmenbeck-Rechtsprechung des BGH) – ein öffentlich bekannt gewordener Haftungsfall ist dort bislang nicht dokumentiert; personelle Wechsel in Kapitalanlageressorts gab es gleichwohl. Metzler Ratings mahnt betroffene Träger, Schadensersatzansprüche gegen Organe, Vermittler, Gutachter, Wirtschaftsprüfer und Ratingagentur vor der teils zum Jahresende 2026 drohenden Verjährung zu sichern.

Kern der Empfehlungen – nach Systemen getrennt: Die Krankenkassen sollen nicht spekulieren, sondern mündelsicher anlegen. Als umlagefinanzierte Träger müssen ihre Einnahmen die laufenden Ausgaben decken; ihre Geldanlagen sind Finanzreserven, keine Renditequelle. Die Studie plädiert deshalb dafür, den Anlagekatalog des § 83 SGB IV auf einen abschließenden Positivkatalog zu verengen – Bundes- und Länderanleihen, Pfandbriefe, einlagengesicherte Guthaben; strukturierte Verbriefungen, Nachrangdarlehen, Schuldscheine an Projektentwickler und konzentrierte Direktbeteiligungen wären damit unabhängig von Rating und Gutachten ausgeschlossen. „Beitragsgelder der Krankenkassen gehören mündelsicher angelegt – in Bundesanleihen und Pfandbriefe statt in Luxemburger Verbriefungen“, sagt Dr. Metzler. Für Pensionskassen und Versorgungswerke empfiehlt die Studie bewusst keine Mündelsicherheit – kapitalgedeckte Träger müssen Renditen über dem Rechnungszins erwirtschaften –, sondern die strikte Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Anlagevorgaben, eine verschärfte Prüfung von Zuverlässigkeit und Kapitalanlage-Know-how der Vorstände und Aufsichtsgremien sowie größere Einheiten. Daneben empfiehlt die Kurzstudie die Bündelung der Kapitalanlage in gemeinsamen Anlageeinrichtungen nach KENFO-Vorbild, eine kriteriengeleitete Konsolidierung – in der GKV auf 15 bis 25 Einheiten, bei Pensionskassen und Versorgungswerken über Bestandsübertragungen auf große, professionell gemanagte Einrichtungen –, bundeseinheitliche Aufsichtsstandards und eine gesetzliche Offenlegungspflicht für die 92 Versorgungswerke sowie volle Transparenz über Verwaltungskosten, Anlageportfolios und stille Lasten.

Hinweis: Zu den Lebensversicherern siehe die Pressemitteilung zum LV-Qualitätsrating 2026 vom 23.09.2026, zur privaten Krankenversicherung die eigene Studie mit Pressemitteilung vom 09.04.2026. Die vollständige Kurzstudie „Größe schützt Beitragsgelder“ ist ab sofort unter https://www.metzler-ratings.de erhältlich.

Kurzstudie „Größe schützt Beitragsgelder“

Über den Autor

Dr. Marco Metzler ist Gründer und Geschäftsführer der Metzler Ratings GmbH und verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in Versicherungswirtschaft, Rating und Kapitalmärkten. Nach Analystenstationen bei der Deutschen Bank und der UBS war er von 2002 bis 2006 Director und Lead Analyst für die deutschen Lebensversicherer bei Fitch Ratings in London. Bereits im März 2003 warnte er öffentlich, dass das Eigenkapital der Lebensversicherer „schmilzt“, und bezifferte die stillen Lasten der Branche Ende 2002 auf 45 bis 50 Milliarden Euro; in einer Stress-Test-Studie prognostizierte er 2003 den Ausfall der Mannheimer Lebensversicherung, die anschließend als erster und bislang einziger Fall von der Auffanggesellschaft Protektor übernommen werden musste. Von 2017 bis 2020 war er Finanzvorstand (CFO) der PrismaLife AG, eines der führenden Lebensversicherer Liechtensteins, verantwortlich für Finanzberichterstattung, Solvency II und Kundengelder von rund 1,2 Milliarden Euro; zuvor gehörte er bereits der Geschäftsleitung an. Seit 2020 ist er wieder im Rating- und Analysegeschäft tätig: Bei der DMSA, der heutigen Metzler Ratings GmbH, analysierte er 2021 in den Studien „The Great Reset – Evergrande und die finale Kernschmelze des globalen Finanzsystems“ (24.10.2021) und „Evergrande Report – Verluste der Fonds mit dem größten Evergrande-Exposure“ (27.11.2021) den chinesischen Immobilienkonzern Evergrande und stufte ihn als faktisch zahlungsunfähig ein – noch bevor große Ratingagenturen den Zahlungsausfall formal feststellten –, was international Beachtung fand (Studien abrufbar unter www.metzler-ratings.com). Seit 2023 veröffentlicht Metzler Ratings unter seiner Leitung Studien zu den stillen Lasten der Lebensversicherer und der privaten Krankenversicherer. Seine Schwerpunkte sind Bilanzanalyse, Corporate Finance und Ratings. Als Serial Entrepreneur verantwortet er zudem unternehmerische Projekte außerhalb des Rating- und Finanzsektors.

Über Metzler Ratings GmbH

Die Metzler Ratings GmbH (vormals DMSA) ist ein unabhängiges, auf Versicherer und Vorsorgeeinrichtungen spezialisiertes Rating- und Analysehaus im Eigentum des Metzler Family Office. Metzler Ratings bewertet Lebens- und Krankenversicherer, Pensionskassen und Versorgungswerke aus der Perspektive der Versicherten und Beitragszahler; im Mittelpunkt stehen Bilanzqualität, Substanzkraft, stille Lasten und Kapitalanlage. Zu den Veröffentlichungen zählen das LV-Qualitätsrating und Studien zu den stillen Lasten der Lebens- und privaten Krankenversicherer. Daneben erstellt Metzler Ratings Gutachten und Sonderprüfungen zur Kapitalanlage für Träger, Aufsichtsgremien, Kanzleien und Aufsichtsbehörden: zur Vereinbarkeit von Anlageentscheidungen mit den gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anlagegrundsätzen, zur Bewertung stiller Lasten und illiquider Anlagen, zum Look-through auf Fonds- und Verbriefungsstrukturen sowie zu Ursachen- und Schadensanalysen als Grundlage für Regressprüfungen. Metzler Ratings finanziert sich über Siegelentgelte, Studiengebühren und Gutachtenhonorare; Gutachtenmandate für Unternehmen, die Gegenstand eines laufenden Metzler-Ratings sind, werden nicht übernommen. Eine Software zur Nutzung der Ratings für Produkt- und Konkurrenzanalysen vertreibt Metzler Ratings nicht.

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Metzler Ratings GmbH, Wichertstraße 13, 10439 Berlin, Dr. Marco Metzler Geschäftsführer, Tel.: +49 (0)172 189 73 20, www.metzler-ratings.com

Rund 150 aktiv gemanagte Fonds tragen seit mindestens fünf Jahren ununterbrochen ein Top-Rating von Scope. Der Spitzenreiter überzeugt seit mehr als 15 Jahren. Das beständige Top-Rating belegt die erfolgreiche Steuerung von Chancen und Risiken.

Die europäische Ratingagentur Scope hat untersucht, welche Fonds über viele Jahre hinweg konstant eine überdurchschnittliche Leistung erzielt und sich damit dauerhaft von ihren Wettbewerbern abgehoben haben. Dazu wurden Portfolios ermittelt, die seit mindestens fünf Jahren ununterbrochen ein Top-Rating von Scope tragen.

Als Top-Rating werden die Noten A („sehr gut“) und B („gut“) bezeichnet. Die fünfstufige Ratingskala reicht bis zur schwächsten Note E. Das Scope-Fondsrating bewertet liquide Investmentfonds über einen Zeitraum von fünf Jahren relativ zu ihrer jeweiligen Peergroup. Grundlage ist ein mehrdimensionales Modell, in das Rendite- und Risikokennzahlen einfließen.

Für die Auswertung berücksichtigt wurden rund 7.000 Fonds, die in Deutschland zum Vertrieb an Privatanleger zugelassen sind. Passive Produkte wurden ausgeschlossen, um den Fokus auf aktive Managementleistungen zu richten.

Die besten Fonds ihrer Art

Insgesamt 154 aktiv gemanagte Fonds tragen seit mindestens fünf Jahren ohne Unterbrechung ein Top-Rating. Davon gelang es 23 sogar, ihr Top-Rating über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren zu verteidigen. Der Fonds mit der längsten ununterbrochenen Top-Rating-Historie hält seine Spitzenbewertung seit mehr als 15 Jahren.

Andauernde Erfolgsserien sind in verschiedenen Anlageklassen und diversen Peergroups zu finden. Besonders viele Fonds mit langer Top-Rating-Historie stammen aus den Vergleichsgruppen Mischfonds Global flexibel, Aktien Welt und Mischfonds Global dynamisch. Die 154 ermittelten Fonds verwalten Vermögen zwischen 21,6 Millionen Euro und 24,7 Milliarden Euro, ihre annualisierten Fünfjahresrenditen reichen von -2,1% bis 16,0%.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass langfristiger Erfolg stets im Verhältnis zur jeweiligen Vergleichsgruppe bewertet werden muss. Selbst Fonds mit negativen Renditen können zu den besten Produkten ihrer Kategorie gehören, wenn sie Verluste deutlich besser begrenzen als ihre Wettbewerber und/oder mit ihren Risikoparametern überzeugen.

Spitzenreiter aus verschiedenen Anlageklassen

Die längste Top-Rating-Historie unter den Aktienfonds hat der Lupus alpha Smaller German Champions (15,5 Jahre). Fast genauso lange zurück reicht die Erfolgsgeschichte des RenditDeka, dem Spitzenreiter in der Kategorie Rentenfonds. Im Mischfonds-Segment kommt der Mauselus auf eine Top-Rating-Historie von knapp 14 Jahren. Größter Fonds mit einem durchgängigen Top-Rating seit mindestens fünf Jahren ist der UniGlobal (elf Jahre Historie).

Die Fonds mit der längsten ununterbrochenen Top-Rating-Historie

Fonds ISIN   Peergroup    Top-Rating (Monate)

Lupus alpha Smaller German Champions     LU0129233093     Aktien Deutschland Mid/Small Caps  187

RenditDeka DE0008474537     Renten Euroland Aggregate       184

Mauselus     DE000A0DPZF6     Mischfonds Global flexibel         167

Swisscanto (LU) PF Committed Ambition      LU0112799613     Mischfonds Global flexibel         166

GANADOR – Ataraxia       LU0321869041     Mischfonds Global flexibel         154

Xtrackers Portfolio UCITS ETF   LU0397221945     Mischfonds Global ausgewogen 154

PIMCO GIS Diversified Income Fund   IE00B193MK07     Renten Global Aggregate 153

Janus Henderson Balanced       IE0004445015      Mischfonds Global ausgewogen USD   149

DWS ESG Multi Asset Dynamic LU1790031394     Mischfonds Global flexibel         145

Robeco Global Stars Equities    LU0387754996     Aktien Nachhaltigkeit/Ethik Welt         139

Deka-Renten: Euro 1-3   LU0044138906     Renten Euroland Aggregate kurz         139

Stand: 31.08.2026; Quelle: ScopeExplorer

Ein einzelnes erfolgreiches Börsenjahr sagt nur wenig über die Qualität eines Fonds aus. Bemerkenswert wird die Leistung, wenn sich ein Fonds über zahlreiche Marktphasen hinweg an der Spitze seiner Vergleichsgruppe behaupten kann. Eine langjährige Top-Rating-Historie belegt, dass das Fondsmanagement Chancen und Risiken nachhaltig erfolgreich gesteuert hat.

Zum Hintergrund: Die Auswertung der dauerhaft guten Fonds hat Scope für das SZ Institut erstellt. In einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung wurden diejenigen Fonds mit durchgängigem Top-Rating vorgestellt, die für Privatanleger ohne Weiteres verfügbar sind. Leichte Abweichungen der Kennzahlen zwischen dem Artikel und der vorliegenden Studie sind die Folge unterschiedlicher Stichtage.

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Janus Henderson gibt bekannt, dass nun alle erforderlichen aufsichtsrechtlichen Genehmigungen vorliegen und die Übernahme von Rantum Capital abgeschlossen ist.

Rantum ist ein in Frankfurt ansässiger Investmentmanager für Private Markets, der sich auf Private-Credit- und Private-Equity-Lösungen in der DACH-Region konzentriert. Die Übernahme stärkt die Kompetenzen von Janus Henderson im Private-Markets-Bereich und baut die Präsenz des Unternehmens in einem wichtigen institutionellen Markt – Europa – weiter aus.

Ali Dibadj, Chief Executive Officer von Janus Henderson, sagt: „Wir freuen uns sehr, das Rantum-Team bei Janus Henderson begrüßen zu dürfen. Der Abschluss dieser Übernahme stärkt unsere Kompetenzen im Private-Markets-Bereich und verbessert unsere Fähigkeit, der wachsenden Kundennachfrage nach Private-Credit- und Private-Equity-Lösungen in einem strategisch wichtigen Markt gerecht zu werden.“

Dirk Notheis, Co-Gründer und Managing Director von Rantum Capital, sagt: „Wir alle bei Rantum freuen uns sehr, nun Teil von Janus Henderson zu sein. Wir teilen eine ausgeprägte Unternehmerkultur und das Engagement für unsere Kunden. Durch die Kombination unserer lokalen Private-Markets-Expertise mit der globalen Reichweite von Janus Henderson sind wir unserer Überzeugung nach bestens aufgestellt, um für Anleger in ganz Europa langfristigen Wert zu schaffen.“

Die Akquisition von Rantum baut die Private-Markets-Plattform von Janus Henderson weiter aus und knüpft an die Kompetenzen an, die durch die jüngsten strategischen Akquisitionen und Partnerschaften – darunter Privacore, Victory Park Capital und NBK Capital Partners – hinzugewonnen wurden. In Verbindung mit dem etablierten Fixed-Income-Geschäft des Unternehmens stärken diese Kompetenzen die Fähigkeit von Janus Henderson, seinen Kunden Zugang zu Anlagemöglichkeiten sowohl auf öffentlichen als auch auf privaten Märkten zu bieten.

Verantwortlich für den Inhalt:

Janus Henderson Investors, Tower 185, 25th floor, Friedrich-Ebert-Anlage 35-37, D-60327 Frankfurt am Main, Tel: +49 69 86003 0,Fax: +49 69 86003 355, www.janushenderson.com

Von Charlotte Peuron, Portfoliomanagerin Thematic Equities, Crédit Mutuel Asset Management

  • Das wirtschaftliche und geopolitische Umfeld sorgt für Schwankungen beim Goldpreis – dies dürfte vorerst so bleiben.
  • Trotz der Schwankungen und der erwarteten Zinserhöhungen sind die Fundamentaldaten für Gold weiterhin solide.
  • Goldminenunternehmen erzielen gute Margen, sodass sie Kapital an ihre Aktionäre zurückführen können.
  1. Gold und Zentralbanken: Wie werden die Zinserwartungen nach der Volatilität von 2025 und 2026 die weitere Goldentwicklung beeinflussen?

Zinserhöhungen durch die Zentralbanken und Schwankungen der langfristigen Zinssätze sorgen für Volatilität beim Goldpreis. Kurzfristig steigen die langfristigen Renditen in den USA schneller als die Inflationserwartungen, was zu einem Anstieg der Realzinsen führt. Dieses Umfeld ist für Gold ungünstig, da Anleger sich dann attraktiveren renditeträchtigen Anlagen zuwenden. Zinserhöhungen, insbesondere durch die Fed, wurden vom Markt im September bereits weitgehend eingepreist, was die jüngste Korrektur erklärt. Auch der US-Dollar spielt kurzfristig eine Rolle, und seine Volatilität belastet derzeit den Goldpreis. Angesichts der Finanzindikatoren, der Eskalation des Nahost- und des Ukraine-Konflikts, ihrer Auswirkungen auf die Energiepreise sowie der bevorstehenden US-Zwischenwahlen gehen wir davon aus, dass diese Volatilität in den kommenden Monaten anhalten dürfte.

  1. Gewinnmargen der Goldminenunternehmen: Der Goldpreis steigt, doch Energiepreise und geopolitische Entwicklungen belasten die Produzenten. Welche Faktoren sind mittelfristig wirklich entscheidend?

Seit Anfang 2026 liegt der durchschnittliche Goldpreis bei 4.555 US-Dollar pro Unze (Stand: 18. September 2026). Das entspricht einem Anstieg um 1.113 US-Dollar pro Unze gegenüber dem Durchschnittspreis von 3.442 US-Dollar pro Unze im Jahr 2025. Zwar sehen sich Bergbauunternehmen mit höheren Kosten aufgrund der Energiepreise konfrontiert (Energie macht 10–20 % der Betriebskosten von Goldminen aus), doch werden diese durch den gestiegenen Goldpreis ausgeglichen. Was die Produzenten derzeit am meisten belastet, sind die Lizenzgebühren, die an den Goldpreis gekoppelt sind. Da die Gesamtkosten pro produzierter Unze derzeit bei etwa 1.800 US-Dollar liegen, sind die Margen für die Produzenten nach wie vor sehr günstig.

Dennoch bleiben wir wachsam gegenüber einer möglichen übermäßigen Zuversicht seitens der Unternehmen, die zu Überinvestitionen oder zu teuer bezahlten Fusionen und Übernahmen führen könnte. Beides könnte sich im Falle einer abrupten Umkehr des Goldpreises als nachteilig erweisen, auch wenn dies zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht unser zentrales Szenario ist. Vorsicht ist geboten: Ein Bergbau-Asset ist eine langfristige Investition, deren Rahmenbedingungen sich erheblich und rasch ändern können, wie die aktuelle Phase verdeutlicht.

  1. Dividenden vs. CapEx[1]: Welches Gleichgewicht herrscht heute zwischen Aktionärsrenditen im Bergbausektor und langfristigen Investitionsausgaben?

In der Vergangenheit haben Goldminenunternehmen, sobald ihre Investitionen finanziert waren, Kapital in Form von Dividenden an die Aktionäre ausgeschüttet. Die Anleger standen den übermäßigen Investitionen im vergangenen Konjunkturzyklus äußerst kritisch gegenüber. Infolgedessen legen diese Unternehmen nun bei der Kapitalallokation weitaus mehr Disziplin an den Tag.

Bei den großen Unternehmen[2] (Newmont, Agnico Eagle Mines usw.) entfielen 2025 fast 36 % der Kapitalallokation auf die Aktionärsrendite. Dies war vor allem auf den starken Anstieg der Aktienrückkäufe zurückzuführen, die fast 18 % ausmachten, während die Investitionsausgaben weniger als 50 % betrugen. Nachdem diese Unternehmen zwischen 2021 und 2024 massiv investiert hatten, profitieren sie seit dem vergangenen Jahr von den Früchten dieser Investitionen.

In jüngster Zeit haben mittelständische Unternehmen wie Torex Gold Resources und DPM Metals Aktienrückkaufprogramme aufgelegt, obwohl sie ihren Aktionären bislang nur geringe Kapitalrückflüsse gewährt hatten. Dank ihrer in Betrieb befindlichen Minen erwirtschaften diese Unternehmen nun einen beträchtlichen Cashflow, der es ihnen ermöglicht, sowohl ihre weitere Entwicklung zu finanzieren als auch ihre Aktionäre zu belohnen.

  1. Assetallokation: Welche Rolle sollten Edelmetalle heute spielen? Welche Trade-Offs sollten Ihrer Meinung nach zwischen physischem Gold und Bergbauaktien eingegangen werden, um von diesem Thema zu profitieren?

Angesichts wirtschaftlicher und geopolitischer Risiken, der anhaltenden Abwertung des US-Dollars und der Anhäufung massiver Staatsschulden – wie das Beispiel der USA zeigt, deren Verschuldung mittlerweile 40 Billionen US-Dollar erreicht hat – haben Anleger ihre Portfolios diversifiziert und wieder auf Gold als Anlagethema zurückgekommen. Gold ist in der Tat ein geeignetes Diversifizierungsinstrument, das entweder direkt (in physischer oder finanzieller Form) oder über Bergbauunternehmen zugänglich ist.

Trotz kurzfristiger Volatilität aufgrund von Zinsschwankungen und geldpolitischen Erwartungen bleiben die langfristigen Fundamentaldaten für Gold solide (Schmuck, Investitionen, Käufe durch Zentralbanken usw.). Da Gold jedoch keine Rendite bietet, verliert es in Phasen steigender Zinsen an Attraktivität. Im aktuellen Umfeld, in dem der Goldpreis über 4.000 US-Dollar pro Unze liegt, profitieren Bergbauunternehmen daher von einer erheblichen operativen Hebelwirkung, die sie zum Teil an ihre Aktionäre weitergeben.

Quelle: Crédit Mutuel Asset Management, 18.09.2026.

Verantwortlich für den Inhalt:

La Française Systematic Asset Management GmbH, Neue Mainzer Straße 80, 60311 Frankfurt, Tel: +49 (0)40 300929 174 , www.la-francaise-systematic-am.com

Beitrag von Michael Titz, Leiter Investment Office, Bankhaus Herzogpark

Das Wichtigste in Kürze:

  • Heißer Herbst an den Anleihenmärkten: Langfristige Staatsanleihe-Renditen stiegen von Deutschland über Großbritannien und die USA bis Japan auf Niveaus, die seit vielen Jahren oder Jahrzehnten nicht mehr erreicht worden waren.
  • Hinter der Entwicklung steckt kein einzelner Auslöser. Höhere Energiepreise steigern kurzfristig den Inflationsdruck, gleichzeitig zeigen sich Wirtschaft und Investitionen aber überraschend robust. Hinzu kommen ein steigender Kapitalbedarf von Staaten und Unternehmen sowie höhere Prämien dafür, Kapital langfristig zu binden.
  • Bemerkenswert ist, dass die langfristigen Inflationserwartungen im Euroraum bislang vergleichsweise stabil geblieben sind. Die Europäische Zentralbank (EZB) führt den global synchronen Renditeanstieg seit Ende 2024 wesentlich auf höhere reale Laufzeitprämien zurück. Staatsschuldenrisiken spielen zusätzlich eine Rolle, zeigen sich bislang aber stärker in den Risikoaufschlägen einzelner Länder (v.a. Frankreich).
  • Für Anleger entsteht daraus ein zunehmendes Spannungsfeld: Die Kurse bestehender langlaufender Anleihen leiden unter steigenden Renditen, gleichzeitig werden die laufenden Erträge für Neuanlagen immer attraktiver. Wir bleiben bei langen Laufzeiten noch vorsichtig, beobachten aber zunehmend die Voraussetzungen für eine schrittweise Verlängerung der Duration in unseren Portfolios und Fonds.
  • Die Aktienmärkte hielten sich trotz des Renditeanstiegs vergleichsweise gut. Unter der Oberfläche nahm die Marktbreite allerdings ab. Technologie und einzelne KI-nahe Themen blieben stark, während zahlreiche andere Branchen deutlich weniger Unterstützung erhielten.

Portfolioimplikationen: Die Chancen bei Anleihen nehmen zu

Anleihen: Der starke Renditeanstieg verändert sukzessive das Chancen-Risiko-Verhältnis an den Anleihemärkten. In den vergangenen Monaten haben wir kurze bis mittlere Laufzeiten klar bevorzugt. Daran ändert sich zunächst nichts. Mit höheren Renditen werden längere Laufzeiten jedoch zunehmend interessanter – die laufenden Erträge sind es jetzt schon. Entscheidend ist für uns nicht ein bestimmtes Renditeniveau, sondern ob sich Wachstums- und Inflationsdruck abschwächen und gleichzeitig der Aufwärtstrend der langfristigen Renditen stabilisiert. Dann würden wir die Duration schrittweise verlängern. Bei einer Verlängerung der Laufzeiten würden wir vor allem Zinsduration aufbauen – also die Sensitivität gegenüber dem allgemeinen Zinsniveau erhöhen, ohne gleichzeitig die Kreditrisiken deutlich auszuweiten. Der Vorteil sehr kurzer Laufzeiten wird zwar kleiner, für einen ausgeprägten „Long-Duration-Call“ fehlen uns aber noch ausreichend klare Signale.

Aktien: Eine neutrale Aktienquote erscheint weiterhin angemessen. Gewinnerwartungen und Investitionen bleiben grundsätzlich unterstützend, während die Marktbreite zuletzt wieder abgenommen hat. Qualität, Diversifikation und Rebalancing bleiben deshalb wichtiger als eine pauschale Ausweitung des Gesamtrisikos.

Gold: Gold behält seine strategische Rolle als Ergänzung zu Aktien und Anleihen. Gerade in einem Umfeld höherer Staatsverschuldung, geopolitischer Risiken und unsicherer Inflationspfade bleibt diese Diversifikation sinnvoll. Kurzfristige Schwankungen – unter anderem infolge steigender Realzinsen – ändern daran wenig.

Kapitalmärkte: Heißer Herbst bei Zinsen und Renditen

Die auffälligste Bewegung des Monats fand erneut am Rentenmarkt statt. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg auf rund 3,6 Prozent, zehnjährige US-Staatsanleihen überschritten die Marke von fünf Prozent. Auch Großbritannien, Frankreich und Japan verzeichneten Mehrjahres- oder sogar Jahrzehntehochs. Zum Monatswechsel beschleunigte sich der globale Ausverkauf nochmals. Die Gleichzeitigkeit dieser Entwicklung ist bemerkenswert. Länder mit sehr unterschiedlichen Wachstums-, Inflations- und Verschuldungsprofilen erleben denselben grundlegenden Druck am langen Ende. Das spricht dagegen, den Renditeanstieg ausschließlich mit der Finanzpolitik einzelner Staaten zu erklären. Vielmehr scheint sich der Preis langfristigen Kapitals weltweit neu einzupendeln.

Gleichzeitig blieb das Bild an den übrigen Kapitalmärkten differenziert. Aktien hielten sich vergleichsweise robust, Gold und Silber gerieten dagegen deutlich unter Druck, während der Ölpreis erneut anzog. Auch die Geldpolitik erhöhte den Druck: EZB und Fed hoben ihre Leitzinsen im September jeweils um 25 Basispunkte an. Am Devisenmarkt gewann der US-Dollar im September gegenüber dem Euro an Stärke; der EUR/USD-Kurs fiel zum Monatsende auf rund 1,13, wobei vor allem die steigenden US-Renditen und der erneute Energiepreisschock den Dollar begünstigten.

Wirtschaftliche Lage: Erstaunlich robuste Konjunktur

Bemerkenswert ist, dass die Realwirtschaft den steigenden Finanzierungskosten bislang gut standhält. Im Euroraum stieg der Einkaufsmanagerindex für die Industrie im September auf 52,9 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren. Besonders erfreulich war, dass nicht nur die Produktion, sondern auch Neuaufträge und Exporte zulegten. Auch andere Frühindikatoren bestätigen die Stabilisierung. Der sentix-Konjunkturindex für den Euroraum verbesserte sich im September, ebenso wie später der ifo-Geschäftsklimaindex. Bereits zuvor war das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal stärker ausgefallen als zunächst angenommen. Von einem kräftigen Aufschwung sollte dennoch nicht gesprochen werden: Der deutsche Arbeitsmarkt bleibt schwach, der private Konsum verhalten und auch innerhalb der Industrie ist das Bild keineswegs einheitlich.

Im Vergleich zum Frühjahr hat sich die konjunkturelle Ausgangslage jedoch erkennbar verbessert. Genau das ist für den Rentenmarkt relevant. Solange Wachstum und Investitionstätigkeit nicht deutlicher nachlassen, fehlt ein wichtiger Auslöser für nachhaltig sinkende langfristige Renditen. Gleichzeitig halten höhere Energiepreise den Inflationsdruck aufrecht.

Fokusthema: Warum steigen die Renditen so stark?

Eine langfristige nominale Anleiherendite lässt sich vereinfacht in drei Bausteine zerlegen: die über die Laufzeit erwarteten realen Zinsen, die erwartete Inflation und eine zusätzliche Laufzeitprämie dafür, Kapital langfristig zu binden und Unsicherheit zu übernehmen. Bei einzelnen Staaten kommt außerdem eine Bonitäts- beziehungsweise Fiskalprämie hinzu. Gerade diese Zerlegung hilft beim Verständnis der aktuellen Bewegungen.

Inflation ist wichtig, erklärt aber nicht alles. Der Anstieg der Energiepreise hat die kurzfristigen Inflationsaussichten wieder verschlechtert. In Deutschland stieg die harmonisierte Inflationsrate im September auf 3,3 Prozent, während die Kerninflation mit 2,4 Prozent deutlich ruhiger blieb. Auch die EZB betont bislang, dass die Löhne nur begrenzt auf den Energieschock reagieren. Entscheidend ist deshalb, dass sich die langfristigen Inflationserwartungen bislang nicht in vergleichbarem Umfang nach oben bewegt haben. Die EZB kommt zu dem Ergebnis, dass der seit Ende 2024 synchron verlaufende Anstieg langfristiger Renditen wesentlich durch höhere reale Laufzeitprämien verursacht wurde.

Vereinfacht formuliert: Der aktuelle Renditeanstieg bedeutet in erster Linie nicht, dass Anleger dauerhaft mehr Inflation einpreisen. Vielmehr ist auch der reale Teil der Rendite gestiegen. Anleger verlangen wieder mehr dafür, ihr Geld für zehn, zwanzig oder gar dreißig Jahre zu binden. Dafür gibt es mehrere Gründe. Die Weltwirtschaft hält sich besser als erwartet. Gleichzeitig steigt der Kapitalbedarf erheblich: Staaten finanzieren Verteidigung und Infrastruktur. Unternehmen investieren in Rechenzentren, Stromnetze, Halbleiter und andere KI-Infrastruktur. Die EZB weist inzwischen ausdrücklich darauf hin, dass große US-Technologieunternehmen verstärkt auch den Euro-Anleihemarkt zur Finanzierung ihrer Investitionen nutzen. Damit bekommt der KI-Boom eine zweite Kapitalmarktdimension. Er stützt Wachstum und Unternehmensgewinne, erhöht gleichzeitig aber erheblich die Nachfrage nach Kapital.

Staatsschulden kommen als zusätzlicher Faktor hinzu. Mehr Staatsausgaben bedeuten mehr Anleiheangebot. Anleger müssen das zusätzliche Angebot aber aufnehmen und verlangen dafür unter sonst gleichen Bedingungen höhere Renditen. Bei Deutschland sehen wir deshalb bislang eher einen allgemeinen Zins- und Laufzeitprämieneffekt als ein spezielles Misstrauensvotum gegen den Staat. Bei Frankreich sieht das anders aus: Dort hat sich der Renditeabstand zu Bundesanleihen inzwischen auf den höchsten Stand seit rund 14 Jahren ausgeweitet. Hier kommt zur allgemeinen Renditebewegung eine eigene fiskalische Risikoprämie hinzu. Diese Unterscheidung ist wichtig: Nicht jeder Renditeanstieg ist eine Staatsschuldenkrise. Aber hohe Schulden machen Länder anfälliger, wenn sich der globale Preis des Kapitals erhöht.

Hohe Renditen tragen zugleich ihr eigenes Gegengift in sich. Steigende Finanzierungskosten verteuern Immobilienkredite, Unternehmensinvestitionen und staatliche Neuverschuldung. Bleiben sie lange genug hoch, bremsen sie Investitionen und Nachfrage ab, das Wachstum schwächt sich ab und mittelfristig sollte auch der Inflationsdruck nachlassen. Dadurch können Zinssenkungserwartungen entstehen und auch langfristige Renditen zurückgehen.

Der Renditeanstieg trägt damit einen Teil seiner späteren Korrektur bereits in sich. Automatisch funktioniert dieser Mechanismus allerdings nicht. Wenn gleichzeitig Staatsanleiheangebot, fiskalische Risiken oder Inflationsunsicherheit hoch bleiben, kann die Laufzeitprämie auch bei schwächerem Wachstum erhöht bleiben.

Aktienmärkte: Robust an der Indexoberfläche, deutlich schmaler darunter

Die Aktienmärkte hielten sich im September bemerkenswert gut. Unterhalb der großen Indizes wurde das Bild allerdings deutlich unruhiger. In den USA blieb die Marktführung stark auf Technologie und einzelne Kommunikationswerte konzentriert. Zahlreiche zyklische, kleinere und zinssensitivere Unternehmen entwickelten sich schwächer. Auch in Europa war die Branchenentwicklung ausgesprochen unterschiedlich. Energie und Technologie erwiesen sich vergleichsweise robust, während unter anderem Konsum- und Immobilienwerte stärker unter Druck standen.

Markttechnische Daten zeigen diese Verengung deutlich: Zum Monatsende lagen weniger als die Hälfte aller Aktien im S&P 500 oberhalb ihres langfristigen Trends, im STOXX Europe 600 waren es immerhin knapp 58%. Das ist kein automatisches Verkaufssignal, zeigt aber, dass die großen Indizes derzeit ein stabileres Bild vermitteln als viele ihrer Einzelwerte.

Gleichzeitig entwickelt sich das KI-Thema weiter. Nach der monatelangen Konzentration auf Chips, Speicher, Rechenzentren und Stromversorgung rücken zunehmend konkrete Anwendungen und jetzt sogenannte KI-Agenten in den Vordergrund. Metas neue KI-Anwendung Muse erreichte im September rasch hohe Nutzerzahlen. OpenAI stellte mit dots autonome, dauerhaft aktive KI-Agenten für Unternehmensanwendungen vor. Solche Entwicklungen sind noch kein Beweis für dauerhaft hohe Profitabilität, zeigen uns aber, dass sich die Nutzung von der Infrastruktur zunehmend in Richtung Anwendungen verschiebt.

Worauf Anleger in den kommenden Monaten achten sollten

Der erste Prüfstein bleibt die Inflation. Entscheidend ist weniger ein einzelner Ölpreissprung als die Frage, ob höhere Energiepreise dauerhaft in Löhne, Dienstleistungen und längerfristige Inflationserwartungen durchsickern. Gleichzeitig dürfte sich zeigen, wann die gestiegenen Finanzierungskosten sichtbarer auf Investitionen, Immobilienmärkte und Konsum wirken.

Auch die Lage im Nahen Osten bleibt ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor. Die diplomatischen Positionen zwischen den USA und Iran liegen weiterhin weit auseinander. Reuters berichtet heute, dass Iran für den Fall neuer größerer US-Angriffe eine deutlich härtere Reaktion vorbereitet. Donald Trump hatte bereits in seiner Rede bei den Vereinten Nationen mit einer möglichen „Vernichtung“ Irans gedroht, falls keine Einigung zustande komme. Für Kapitalmärkte bleibt dabei vor allem entscheidend, ob Energieproduktion, Raffinerien und Transportwege erneut stärker beeinträchtigt werden.

Im Oktober beginnt zudem die nächste Berichtssaison. Bei KI-Unternehmen wird sie erneut zeigen müssen, ob hohe Investitionen weiterhin von entsprechenden Umsätzen und Gewinnen begleitet werden. Mit Blick etwas weiter voraus dürfte auch der geplante Börsengang von Anthropic zu einem wichtigen Stimmungstest für den KI-Sektor werden. Das Unternehmen hat inzwischen die Börsenunterlagen eingereicht und strebt eine Bewertung von bis zu zwei Billionen US-Dollar an, obwohl hohe Verluste und enorme langfristige Verpflichtungen für Rechenleistung dem schnellen Umsatzwachstum gegenüberstehen. Gerade deshalb dürfte das Interesse der Anleger viel darüber aussagen, wie hoch die Zahlungsbereitschaft für die nächste Phase des KI-Zyklus noch ist.

Und schließlich rücken die US-Zwischenwahlen am 3. November zunehmend in den Vordergrund. Dabei werden sämtliche 435 Sitze im Repräsentantenhaus und rund ein Drittel des Senats neu gewählt. Für die Märkte sind weniger kurzfristige Wahlprognosen als mögliche Konsequenzen für Finanzpolitik, Handel, Energie und Regulierung relevant.

Fazit: Der Preis des Kapitals ist zurück

Im September hat sich der Renditeanstieg nicht nur fortgesetzt, sondern erheblich verschärft. Langfristige Renditen liegen weltweit auf Niveaus, die teilweise seit Jahrzehnten nicht mehr erreicht wurden. Die Ursachen sind vielfältiger als das einfache Narrativ einer neuen Staatsschuldenkrise. Im Euroraum bleiben langfristige Inflationserwartungen bislang vergleichsweise stabil. Gleichzeitig sind Wirtschaft und Investitionen robuster als erwartet, der Kapitalbedarf von Staaten und Unternehmen steigt und Anleger verlangen wieder eine höhere reale Prämie für langfristig gebundenes Kapital. Für bestehende langlaufende Anleihen war diese Anpassung schmerzhaft. Für Neuanlagen verbessert sie zunehmend die Perspektive. Noch sehen wir keinen Anlass für einen aggressiven Aufbau längerer Laufzeiten. Der Vorteil sehr kurzer Laufzeiten nimmt aber ab. Für Anleger beginnt damit aus dem Renditeschock zunehmend auch eine Renditechance zu entstehen.

Quellen: Aktuelle Nachrichtenlage, Marktreaktionen und ökonomische Einschätzungen für September 2026 sowie bis Redaktionsschluss 1. Oktober 2026 veröffentlichte ergänzende Daten; insbesondere Bloomberg, Reuters, FactSet, Federal Reserve, EZB, S&P Global, ifo Institut, Sentix GmbH

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Das Bankhaus Herzogpark wurde 2009 von Unternehmern für Unternehmer gegründet und steht für eine unabhängige, langfristig ausgerichtete Vermögensverwaltung. Als Privatbank vereint es die Vorteile einer leistungsfähigen Vollbank mit der Individualität eines unabhängigen Vermögensverwalters. Der Fokus liegt auf dem nachhaltigen Erhalt und der verantwortungsvollen Mehrung von Privat-, Firmen- und Stiftungsvermögen. Grundlage des Handelns sind eine vertrauensvolle Partnerschaft mit den Mandanten sowie der Verzicht auf kurzfristige Gewinnmaximierung zugunsten stabiler und nachhaltiger Ergebnisse.

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Kommentar von Helen Anthony Portfoliomanagerin, Janus Henderson Investors

Der Anstieg der Renditen war in den letzten Monaten unaufhaltsam, während sich die Käufer weitgehend zurückhielten. Obwohl sich die Volkswirtschaften in sehr unterschiedlichen Phasen ihrer jeweiligen Konjunkturzyklen befinden, war der Ausverkauf bemerkenswert breit gefächert und wies nur relativ geringe Unterschiede zwischen den einzelnen Märkten auf.

Vor diesem Hintergrund stiegen die Renditen heute Morgen bei Eröffnung der europäischen Märkte erneut stark an und erreichten kurzzeitig neue Höchststände. Zu Beginn des Handels war die Liquidität gering, wobei höhere Ölpreise sowie anhaltende Unsicherheiten hinsichtlich des französischen Staatshaushalts und der französischen Anleiheemissionen den Druck weiter verstärkten. Allerdings hat sich die Stimmung insgesamt verbessert, da die französische Staatsanleiheemission besser als erwartet aufgenommen wurde, sich marktübergreifend eine stärkere Nachfrage abzeichnete und Käufer eine größere Bereitschaft zeigten, bei Kursrückgängen zuzukaufen.

Der Nachmittagshandel wird jedoch weiterhin maßgeblich von den Entwicklungen bei US-Staatsanleihen bestimmt, die den Aufwärtsdruck auf die globalen Renditen aufrechterhalten und die Fähigkeit des Marktes, eine Erholung fortzusetzen, eingeschränkt haben. Während wir weiterhin aufmerksam auf Anzeichen dafür achten, dass der jüngste Ausverkauf an Fahrt verlieren könnte, bevorzugen wir im Vergleich zu den USA weiterhin britische und europäische Renditen. Unserer Ansicht nach schaffen das Ausmaß der anhaltenden fiskalischen Expansion und die scheinbar zinsunempfindliche Natur der KI-bezogenen Investitionsausgaben in den USA ein schwierigeres Umfeld für US-Staatsanleihen als derzeit in Europa oder Großbritannien zu erkennen ist.

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Vor 45 Jahren erreichte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ihr Allzeithoch: Am 30. September 1981 lag sie bei 15,84 Prozent. Danach begann eine Anleihehausse, die rund vier Jahrzehnte andauerte.

Nun steigen die Renditen wieder: Zehnjährige US-Anleihen rentieren mit über fünf Prozent so hoch wie seit 2007 nicht mehr. Beginnt also ein zweites 1981? Mathias Beil, Leiter Private Banking der Sutor Bank, sieht dafür wenig Anlass. „1981 musste die Notenbank die Inflation besiegen. Heute muss der Staat zusätzlich Käufer für seine Schulden finden“, sagt Beil.

Wie schwer das werden kann, zeigte die Auktion fünfjähriger US-Staatsanleihen am 23. September. Käufer verlangten mehr als fünf Prozent Rendite und damit mehr, als der Markt unmittelbar zuvor erwartet hatte. Die Nachfrage fiel insgesamt schwach aus. Der Anteil indirekter Bieter sank, und Primärhändler mussten mehr Papiere übernehmen. Kurz zuvor hatte die US-Notenbank den Leitzins erstmals seit 2023 wieder angehoben.

Damals Inflation, heute Schulden

Auf den ersten Blick liegt der Vergleich mit 1981 nahe. Auch damals erhöhte die Notenbank die Leitzinsen. Und genau hier endet die Parallele aus Sicht von Mathias Beil: „1981 lag die Inflation in den USA bei 11,0 Prozent. Die hohen Renditen spiegelten vor allem diese Inflation wider. Die Notenbank brach die Inflation, und die Renditen fielen über Jahrzehnte“, analysiert Beil.

Heute komme ein weiterer Faktor hinzu. 1981 betrug die Staatsschuld der USA rund ein Viertel der Wirtschaftsleistung Heute ist sie etwa so hoch wie die gesamte Wirtschaftsleistung. Die Zinslast dürfte in diesem Haushaltsjahr einen historischen Höchststand erreichen, so die Projektion des Congressional Budget Office. „Die Verschuldung ist allerdings nicht der einzige Treiber. Auch eine hartnäckige Inflation, höhere Ölpreise und robuste Konjunkturdaten lassen die Renditen steigen“, sagt Mathias Beil.

Weniger Puffer als 1981

1981 lag die Rendite fast fünf Prozentpunkte über der Inflation. Heute sind es rund zwei Prozentpunkte, bei einer Inflation von 3,4 Prozent im August. „Wer 1981 kaufte, erhielt einen hohen Ausgleich für die Inflation. Dieser Puffer trug die folgende Hausse, heute ist er deutlich kleiner“, erklärt Mathias Beil.

Langlaufende nominale US-Staatsanleihen sind aus Beils Sicht deshalb nicht automatisch attraktiv. Sie bleiben anfällig, solange Inflation, Emissionsvolumen und Fiskalprämie steigen. Kühlt sich die Konjunktur deutlich ab, könnten sie wegen des hohen Renditeniveaus allerdings wieder erhebliche Kurschancen bieten.

Für ein defensives Euro-Portfolio spricht aus Beils Sicht mehr für kurze und gestaffelte Laufzeiten sowie Geldmarktanlagen. Sie reagieren weniger empfindlich auf weitere Renditeanstiege. Bleibt die Inflation der Haupttreiber, könnten inflationsindexierte Anleihen das Portfolio ergänzen. Gegen einen langfristigen Vertrauensverlust in die Staatsfinanzen könne Gold als begrenzte Beimischung dienen. Für Euro-Anleger bieten aus Sicht von Mathias Beil hochwertige Euro-Staats- und supranationale Anleihen zudem Diversifikation ohne Dollarrisiko. Kurzlaufende Unternehmensanleihen guter Bonität und Schweizer Staatsanleihen kämen ebenfalls in Betracht, allerdings mit Kreditrisiko beziehungsweise niedriger Rendite. Einen vollständigen Ausstieg aus US-Anlagen leitet Beil daraus nicht ab.

Auch die Auktion vom 23. September ordnet Mathias Beil nüchtern ein. „Die schwache Auktion ist ein Warnsignal für höhere Fiskal-, Inflations- und Laufzeitprämien. Sie ist aber noch kein Beleg für eine akute Bonitäts- oder Zahlungskrise der USA“, sagt Beil. Ein eindeutiges Misstrauenssignal wäre erst eine Kombination aus wiederholt schwachen Auktionen, sinkender Auslandsnachfrage, fallendem Dollar und steigenden Risikoaufschlägen. Den nächsten Hinweis liefere die Sitzung der US-Notenbank am 27. und 28. Oktober.

„1981 stand am Anfang einer vier Jahrzehnte langen Anleihehausse. Damals trafen hohe Realzinsen auf eine geringe Staatsverschuldung. Diese Kombination fehlt heute“, fasst Mathias Beil zusammen.

Über die Sutor Bank

Die Hamburger Sutor Bank bietet mit der Mission „Banking the Future since 1921“ Partnern eine digitale Banking-Plattform, auf der diese innovative Finanz-Geschäftsmodelle und -produkte entwickeln können. Zu den Partnern gehören Fintechs und Kryptotechs sowie traditionelle Finanzvertriebe. Das traditionelle Sutor Private Banking betreut seit 1921 Kunden mit einer vielfach ausgezeichneten Vermögensverwaltung und einer umfassenden Vermögensberatung.

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Sutor Bank GmbH, Hermannstr. 46, 20095 Hamburg, Tel. +49 (0)40 / 8090 6855 17, www.sutorbank.de 

Scope hat die Ratings für knapp 7.400 Fonds aktualisiert.

Heraufgestuft wurden 236 Produkte, herabgestuft 267. Ein 20 Milliarden Euro schwerer Klassiker für globale Aktien erringt die Höchstnote, ein KI-Fonds erreicht den Rating-Keller.

DWS Vermögensbildungsfonds I – beliebt und erfolgreich

Schon seit geraumer Zeit ist der DWS Vermögensbildungsfonds I zurück auf der Erfolgsspur. Nun krönt der 20-Milliarden-Euro-Fonds seine Erholung mit dem Höchstrating A. Im Frühjahr und Sommer 2025 war er nur mit C bewertet gewesen, seitdem geht es bergauf. Der Blick auf die Renditekennzahlen verrät sofort, worauf das hervorragende Rating basiert: Über ein Jahr steigerte der Fonds seinen Wert doppelt so stark wie die Peergroup (34,7% versus 17,1%). In den vergangenen fünf Jahren verdiente er im Schnitt 12,1% p.a., während die Vergleichsgruppe nur um 7,1% p.a. zulegte. André Köttner und sein Team lenken das Portfolio gekonnt und profitierten zuletzt unter anderem von ihrer hohen Gewichtung von TSMC und SK Hynix. Gleichwohl ist das Vermögen breit gestreut: Der Aktienfondsklassiker hält derzeit 112 Titel weltweit.

Carmignac Patrimoine – Hoffnung auf nachhaltige Verbesserung

Die Schwächephase scheint ausgestanden: Dem Carmignac Patrimoine ist es gelungen, sich nach anderthalb Jahren auf D-Niveau wieder auf ein C-Rating emporzuarbeiten. Den Anlegern ist zu wünschen, dass die Verbesserung nachhaltig ist. Bei der Rendite liegt der flexible globale Mischfonds lediglich auf Dreijahressicht vor der Peergroup, über ein und fünf Jahre kommt er nicht ganz an sie heran. Erfreulicher präsentieren sich die Risikokennzahlen: Die Volatilität des Fonds ist über alle Betrachtungszeiträume niedriger als der Durchschnitt der Vergleichsgruppe. Von seinem Höchststand des verwalteten Vermögens von rund 26 Milliarden Euro vor gut zehn Jahren ist das Produkt heute weit entfernt, ist aber mit 6,8 Milliarden Euro noch immer ein bedeutender Akteur auf dem Mischfondsmarkt.

Allianz Global Artificial Intelligence – unterdurchschnittlich trotz hoher Zuwächse

Die leichte Erholung des Allianz Global Artificial Intelligence hat schon wieder ein Ende gefunden. Nachdem sich der Fonds einige Monate lang immerhin auf einem D-Rating gehalten hatte, muss er in diesem Monat erneut die schwächste Note E hinnehmen. Sein Beispiel zeigt, dass ein Fonds mit einer hohen Rendite nicht automatisch ein überdurchschnittliches Produkt ist. Viele Anleger dürften mit einem Wertzuwachs von 28,5% in den vergangenen zwölf Monaten glücklich sein. Doch wenn der durchschnittliche globale Technologie-Fonds in diesem Zeitraum 33,1% erzielt hat, erscheint die Zahl in einem anderen Licht. Besonders anschaulich wird die Schwäche beim Blick auf die Fünfjahresperformance. Hier stehen 4,5% p.a. für den Fonds 10,9% p.a. für die Peergroup gegenüber.

Top- und Flop-Peergroups im vergangenen Monat

Nachdem der Goldpreis im Juli leicht oberhalb der 4000-Dollar-Marke gependelt hatte, kletterte er im August auf zeitweilig fast 4700 Dollar. Das beflügelte die Aktienkurse der Gold-Unternehmen und damit die entsprechenden Fonds: Sie setzten sich spielend an die Spitze der Rendite-Rangliste. Auch Fonds, die in Aktien von Rohstoffunternehmen oder in Rohstoffe direkt investieren, gehörten im August zu den Top-Performern. Unter den Sektoren fielen Technologie und Gesundheitswesen positiv auf und auch Schwellenländer und Asien konnten als Märkte überzeugen.

Am anderen Ende der Rangliste machten Immobilien- und Infrastrukturaktien auf sich aufmerksam. Fonds mit diesen Schwerpunkten verbuchten Verluste von 3,6% bzw. 2,0%. Auffällig ist die hohe Zahl an Renten-Peergroups in den Flop-10 im August. Die Kursverluste bei festverzinslichen US-Papieren zogen mehrere Vergleichsgruppen ins Minus – ein unangenehmer Monat für Anleiheneigner. Sorgen um die hohe US-Staatsverschuldung, inflationäre Tendenzen und ein anhaltend erhöhtes Zinsniveau hatten die Kurse auf Talfahrt geschickt.

Hier können Sie die vollständige Auswertung herunterladen.

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Scope Analysis GmbH, Lennéstraße 5, D-10785 Berlin, Tel: +49 30 27891-0, Fax: +49 30 27891-100, www.scopeanalysis.com

Bei den kommenden Wahlen in Brasilien geht es um Großes: um einen möglichen Rechtsruck in Lateinamerika, um Korruptionsvorwürfe und um die Weltmacht-Konkurrenz zwischen den USA und China.

„Am Ende aber dürfte die wirtschaftliche Lage den Ausschlag geben“, kommentiert Thorsten Fischer, Managing Director und Head of Portfolio Management bei Moventum AM. Doch die wird immer prekärer. Worauf Anleger achten müssen.

Am 4. Oktober wählen die Brasilianer ihren nächsten Präsidenten. Ausgefochten wird das Rennen im Großen und Ganzen zwischen zwei Kandidaten: dem Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva und seinem Herausforderer Flávio Bolsonaro, dem ältesten Sohn von Ex-Präsident Jair Bolsonaro, der wegen eines Putschversuchs unter Hausarrest steht. Er darf nicht kandidieren, weswegen das rechte Lager seinen Sohn Flávio nominiert hat. Sollte Bolsonaro gewinnen, wäre mit wenigen Ausnahmen in Südamerika die Rechte an der Macht.

Wenig genutzt hat ihm bisher allerdings die Wahlempfehlung Donald Trumps. Der US-Präsident unterstützt Bolsonaro, ebenso der argentinische Präsident Javier Milei. „Die ausländische Unterstützung könnte zum Eigentor für Bolsonaro werden“, erklärt Fischer. Lula hingegen nutzt die Einmischung Trumps, um sich als Verteidiger der nationalen Souveränität und des globalen Südens zu positionieren. Er rückt demonstrativ an China, Russland und Iran heran, die wie Brasilien der BRICS-Staatengruppe angehören.

Noch im August sahen die Prognosemärkte Lula mit einer Gewinnwahrscheinlichkeit von rund 67 Prozent klar vorn. Seitdem aber hat der Wind gedreht: Auf der Prognoseplattform Polymarket wird Bolsonaro aktuell als Favorit gehandelt, Lula ist zurückgefallen. „Bolsonaro profitiert von der wachsenden Ermüdung gegenüber Lulas Arbeiterpartei“, erklärt Fischer. Hinzu komme, dass sich Teile der brasilianischen Gesellschaft in den vergangenen Jahren politisch konservativer entwickelt hätten.

Doch auch Bolsonaro hat ein Mobilisierungsproblem: Er kämpft insbesondere um weibliche Wähler und hat Schwierigkeiten, das gesamte rechte Lager hinter sich zu vereinen. Gleichzeitig tragen Kontroversen und der polarisierende Familienname dazu bei, dass auch seine Ablehnungswerte wie die von Lula mit rund 50 Prozent hoch bleiben. „Viele Brasilianer dürften deshalb weniger aus Begeisterung als nach dem Prinzip des kleineren Übels abstimmen. Noch ist das Rennen offen“, so Fischer.

Wahlentscheidend dürften am Ende weder die Geopolitik noch politische Richtungsfragen sein, sondern die wirtschaftliche Lage, deren zentrale Bedeutung derzeit in vielen Ländern sichtbar wird – von den US-Midterms bis zu den deutschen Landtagswahlen. „Inflation, Kaufkraft, Arbeitsmarkt und öffentliche Sicherheit könnten für die Brasilianer wichtiger werden als politische Ideologie“, sagt Fischer.

Ökonomisch sprechen für Lula derzeit die niedrige Arbeitslosigkeit und gesunkene Armutsraten infolge gezielter Ausgabenprogramme. Kurz vor der Wahl wurden die Sozialleistungen erneut erhöht. Gleichzeitig aber stellt sich die Frage, wie lange der expansive Fiskalkurs aufrechterhalten werden kann. Die Staatsverschuldung steigt, die Zentralbank bekämpft die Inflation mit Zinserhöhungen, was wiederum das Wachstum belastet und den Schuldendienst der brasilianischen Haushalte erhöht. Beide Kandidaten versprechen Einsparungen nach der Wahl. Die Frage bleibt, wie belastbar solche Ankündigungen sind.

Was bedeutet das für Anleger? Noch ist die gesamtwirtschaftliche Lage gut. Lateinamerika – insbesondere Brasilien und Argentinien – profitiert von stabileren makroökonomischen Rahmenbedingungen und robusten Rohstoffmärkten. „Als Investitionsziel bleibt Brasilien interessant aufgrund seiner Rohstoffe, seines großen Binnenmarktes und seiner Bedeutung innerhalb der Emerging Markets“, kommentiert Fischer. Kurzfristig dürfte die Wahl jedoch brasilianische Aktien, Anleihen und die Landeswährung Real stärker schwanken lassen. „Entscheidend“, so Fischer, „wird weniger der Name des Wahlsiegers sein als dessen Wirtschaftsagenda.“ Fiskaldisziplin, Reformbereitschaft und ein verlässlicher Rahmen für private Investitionen bleiben die zentralen Faktoren für internationale Anleger.

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Die nächste Phase des Impact Investing geht über klassische Entwicklungsziele hinaus: Dies wurde heute beim 20-jährigen Jubiläum des European Fund for Southeast Europe (EFSE) sichtbar. In Mostar wurden weitere Finanzierungen unterzeichnet, mit denen erneut privates Kapital für die Nachbarn Europas mobilisiert wird.

Seit seiner Gründung zeigt der von Finance in Motion co-verwaltete Fonds, dass Entwicklungsfinanzierung wirtschaftlich tragfähig sein kann und gleichzeitig Impact generiert. Diese Fonds verbinden öffentliches mit privatem Kapital. Über sein Netzwerk aus Partnerbanken verbessert EFSE den Zugang zu Finanzierung für kleine und mittlere Unternehmen sowie Haushalte. „Damit stärkt der Fonds lokale Finanzsektoren und die wirtschaftliche Stabilität der Region“, sagt Sylvia Wisniwski, CEO von Finance in Motion. Gegründet wurde der EFSE als öffentlich-private Partnerschaft durch die KfW Entwicklungsbank und mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Kommission und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

In der neuen Phase des Impact Investing geht es zunehmend darum, mehr privates und institutionelles Kapital zu mobilisieren. „Risikoabsicherungsmechanismen durch öffentliches Kapital haben dabei eine Brückenfunktion, um privates Kapital zu mobilisieren“, so Wisniwski. „Sie ermöglichen Pensionsfonds und anderen institutionellen Investoren, in die Nachbarregionen der EU zu investieren, was normalerweise außerhalb des klassischen Anlageuniversums liegt.“ Europäische Investoren suchen zunehmend nach Investments jenseits ihrer heimischen Märkte. Gut strukturierte Fondsvehikel können deshalb langfristiges Kapital in Volkswirtschaften lenken, die Europa geografisch nahe und wirtschaftlich eng verbunden sind. Diese Volkswirtschaften gewinnen für Europas künftiges Wachstum an Bedeutung.

EFSE-Vorsitzende Linda Broekhuizen sagt: „Seit 20 Jahren zeigt EFSE, was öffentliche und private Partner gemeinsam erreichen können. Aus einer mutigen Idee wurde eine stabile Plattform, die vielen Menschen Zugang zu Finanzierungen ermöglicht, die Lebensgrundlagen vor Ort gestärkt und den Finanzsektor in ganz Südosteuropa und im Kaukasus gestärkt hat. Unser Ziel bleibt klar: Investitionen dorthin zu lenken, wo sie am meisten gebraucht werden. Zugleich will der Fonds Chancen für lokale Unternehmen schaffen und zu einer nachhaltigen Entwicklung in der Region beitragen.“

Volker Oel, Generaldirektor Osteuropa beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: „EFSE ist ein Beispiel für eine öffentlich-private Partnerschaft, die zu Frieden, wirtschaftlicher Stabilität und sozialer Teilhabe beiträgt.“

Notenbankgouverneurin Jasmina Selimović aus Bosnien und Herzegowina sagt: „Mit dem Jubiläum in Mostar bekräftigten wir unser gemeinsames Engagement für zwei Jahrzehnte Partnerschaft und wirtschaftliche Chancen in der Region.“

Über Finance in Motion

Finance in Motion strukturiert und managt investiertes Kapital von mehr als vier Milliarden Euro in mehreren Artikel-9-Fonds. Die Private-Market-Fonds haben durch die Arbeit der regionalen Finanzintermediäre, durch Direktinvestitionen, Beratung und Kapazitätsaufbau einen positiven Einfluss auf die Lebens- und Umweltbedingungen in vielen Ländern weltweit. Das in Deutschland gegründete Unternehmen investiert seit über 20 Jahren in Schwellenländern von Lateinamerika bis Mittel- und Osteuropa und arbeitet vor Ort mit lokalen Experten zusammen.

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