Aninda Mitra, Head of Asia Macro & Investment Strategy bei BNY Mellon Investment Management, kommentiert die veröffentlichten Inflationsdaten für China:

  • Die Inflation in China ist im April nochmals stärker als erwartet zurückgegangen. Das spiegelt wider, dass das Ende der Corona-Maßnahmen die chinesische Wirtschaft nicht durchgehend beflügelt hat und die Notwendigkeit politischen Eingreifens steigt.
  • Der Konsum nimmt eindeutig zu und der Dienstleistungssektor wächst; in anderen Bereichen der Wirtschaft herrscht dagegen anhaltende Flaute.
  • Sowohl der Verbraucherpreisindex (CPI) als auch der Erzeugerpreisindex (PPI) lagen unter den Markterwartungen. Eine gesamtwirtschaftliche Deflation ist nun ein echtes Risiko: Die Verbraucherpreise sind im Jahresvergleich nur um 0,1 % gestiegen. Die Erzeugerpreise sanken im Jahresvergleich um -3,6 %. Dies wird die Preisgestaltungsmacht der Unternehmen und die Gewinnschätzungen drücken.
  • Wir sind nach wie vor der Meinung, dass ein fiskalischer Impuls erforderlich ist, um die Wirtschaft nach den Einschränkungen in der Corona-Pandemie zu unterstützen. Es geht darum zu verhindern, dass sich der Konsum aufgrund der Schwierigkeiten im verarbeitenden Gewerbe und der unzureichenden Erholung im Immobiliensektor abschwächt.
  • Angesichts des unerwarteten Rückgangs der Inflation sind wir jedoch der Meinung, dass auch eine Zinssenkung der chinesischen Zentralbank PBOC oder andere Formen der geldpolitischen Lockerung in Betracht kommen.
  • In Anbetracht des sich abzeichnenden Drucks auf die Unternehmensgewinne, die der Markt nicht erwartet hat, halten wir es für sinnvoll, dass sich China gegenüber Ländern aus der Region wie Korea, Thailand und Singapur öffnet. Diese profitieren am meisten vom Konsumverhalten und dem Tourismus.
  • Die Daten zur Kreditvergabe für April überraschten ebenfalls negativ. Die Kreditvergabe leidet unter einer mangelnden Nachfrage aus dem Immobiliensektor sowie von staatlichen Unternehmen (SOEs) und lokalen Regierungen.
  • Der einzige Hoffnungsschimmer ist, dass die mit der Wiederöffnung der chinesischen Wirtschaft verbundene finanzpolitischen Maßnahmen sich aus globaler Sicht als weitaus harmloser erweisen, als von vielen Marktteilnehmern befürchtet. Wir gehen davon aus, dass die Inflation der Güterpreise in den kommenden Monaten weltweit weiter rückläufig sein wird.

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