44,9 Jahre ist der Durchschnittsmensch in Deutschland alt. Dabei verdient sie oder er im Median 3.978 Euro. Das hat das Statistische Bundesamt aktuell neben anderen Fakten zusammengetragen.
Doch wie steht es um die Finanzen der Menschen hierzulande? Wie sparen sie? Raisin, Deutschlands größte Zinsplattform, kennt die Antworten.
Mehrheit in Deutschland spart
Eine Umfrage* ergab letztes Jahr, dass über zwei Drittel aller Befragten jeden Monat Geld sparen. Eines der wichtigsten Ziele ist dabei die Altersvorsorge. Im Durchschnitt sparte jeder Haushalt in Deutschland 2024, laut vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes, rund 11,3 Prozent des verfügbaren Einkommens. 2023 waren es noch 10,4 Prozent. Mit dieser Sparquote ist Deutschland im internationalen Vergleich unter den besten Ländern.
Viel gespart – mit schlechten Zinsen
Insgesamt belaufen sich die Kontoguthaben in Deutschland auf rund 2,9 Billionen Euro. Fast zwei Drittel davon (etwa 1,9 Billionen Euro) sind Sichteinlagen – also Gelder auf Giro- und Tagesgeldkonten –, die im Schnitt nur mit rund 0,5 Prozent verzinst werden. Hauptverantwortlich dafür sind insbesondere unverzinste Girokonten, die einen erheblichen Teil der Sichteinlagen ausmachen.
Damit entgehen vielen Menschen beträchtliche Zinserträge. Schon bei sechsmonatigen Festgeldern sind derzeit über 2,5 Prozent Zinsen pro Jahr möglich. Würden theoretisch alle Sichteinlagen für ein Jahr zu diesem Zinssatz angelegt, entspräche das rund 48 Milliarden Euro an Zinsen, im Vergleich zu weniger als 10 Milliarden Euro bei 0,5 Prozent.
Noch höhere Erträge lassen sich am Kapitalmarkt erzielen. Wer langfristig in den MSCI World investiert hat, konnte laut Finanztip historisch durchschnittlich über 7 Prozent Rendite pro Jahr erzielen. Der Kapitalmarkt eignet sich jedoch nur für langfristige Anlageziele und bringt Schwankungen sowie Risiken mit sich, die Anlegerinnen und Anleger berücksichtigen müssen.
Die Gründe
Warum bleibt so viel Geld auf niedrig verzinsten Konten liegen? Ein zentrales Hindernis könnte fehlende finanzielle Bildung und Vertrauen sein: 18 Prozent der Befragten gaben mangelndes Wissen oder Misstrauen gegenüber Finanzprodukten als größtes Hindernis beim Sparen an.
Katharina Lüth, Vorständin und Finanzexpertin bei Raisin, kommentiert: „Ob jemand viel oder wenig zurücklegen kann – entscheidend ist, dass das Geld nicht auf dem Girokonto liegen bleibt. Dort bringt es kaum Zinsen und verliert durch Inflation an Wert. Ein Tagesgeldkonto ist oft ein guter erster Schritt: Es bietet Flexibilität bei spürbar besseren Zinsen. Wer mehr Spielraum hat, kann mit Festgeld noch höhere Erträge erzielen. Für die Altersvorsorge ist laut Finanzmathematik der Kapitalmarkt, zum Beispiel über breit gestreute ETFs, die beste Wahl – Verbraucherinnen und Verbraucher müssen dabei allerdings mit Risiken und Schwankungen leben. Das Wichtigste bleibt: Fürs Sparen gibt es eine bessere Lösung als das Girokonto.”
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