Cyber-Risiken entwickeln sich zu einer unternehmensweiten Bedrohung und stören Geschäftsabläufe entlang vernetzter Lieferketten.
Der aktuelle Risk & Resilience Report: Cyber Threats & technologische Entwicklungen 2026 von Beazley zeigt eine wachsende Diskrepanz zwischen dem Vertrauen von Unternehmen in ihre eigene Widerstandsfähigkeit und der tatsächlichen Cyber-Resilienz. Cyber-Risiken bleiben das größte Risiko für Unternehmen aller Größen und Branchen. Dennoch geben 75 Prozent der deutschen Führungskräfte an, sie seien zuversichtlich, sich nach einem Cyberangriff finanziell vollständig erholen zu können.
Der Bericht basiert auf einer Befragung von 3.500 internationalen Führungskräften und verdeutlicht, dass Cyber-Risiken zunehmend systemischer Natur sind. Angriffe wirken sich heute nicht mehr nur lokal aus, sondern können sich schnell über Plattformen, Lieferanten und digitale Abhängigkeiten hinweg ausbreiten.
Zentrale Ergebnisse für Deutschland:
- 32 % der deutschen Führungskräfte nennen Cyber-Risiken wie Datenschutzverletzungen und externe kriminelle Angriffe als größte Cyberbedrohung. Der Wert liegt über dem Niveau von 2025.
- Cyber-Risiken zählen inzwischen in allen großen Märkten zu den wichtigsten Sorgen von Unternehmen.
- 75 % der Befragten in Deutschland sind der Meinung, dass sich ihr Unternehmen finanziell vollständig von einem Cyberangriff erholen könnte. Gleichzeitig planen 28 Prozent, gezielt in eine stärkere Cybersicherheit zu investieren.
- 80 % halten ihr Unternehmen für gut auf Cyber-Risiken vorbereitet. Dies deutet auf eine mögliche Unterschätzung der Dynamik und Komplexität der Bedrohungslage hin.
- 79 % erwarten, dass Künstliche Intelligenz positive Effekte auf die Geschäftsergebnisse hat. 73 % gehen davon aus, dass KI innerhalb der nächsten 18 Monate Arbeitsplätze ersetzen wird. Dieser Wert ist im Vergleich zu 2025 gestiegen.
Die Ergebnisse machen deutlich, dass die wahrgenommene Sicherheit häufig nicht mit der Realität übereinstimmt. Entscheidend ist heute weniger, ob es zu Störungen kommt, sondern wie weit sich diese ausbreiten, wie lange sie anhalten und wie schnell ein Unternehmen wieder handlungsfähig ist. Mit der zunehmenden Verbreitung von KI beschleunigen sich sowohl Chancen als auch Risiken. Das erhöht den Bedarf, Kontrollmechanismen parallel zum technologischen Fortschritt weiterzuentwickeln.
Dazu Gesine Froese, Regional Manager Cyber Risks DACH bei Beazley: „Die diesjährige Risk & Resilience Studie zeigt eine gestiegene Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung von Cyber- und Tech-Risiken und der Einschätzung der unternehmenseigenen Resilienz. Obwohl Cyber-Risiken weltweit als Nummer 1 unter den unternehmerischen Risiken anerkannt sind, glauben 75 Prozent der deutschen Führungskräfte, dass sie sich finanziell vollständig von einem Cyberangriff erholen könnten. Damit offenbart sich, dass zahlreiche Unternehmen in Deutschland ihre tatsächliche Reife und Belastbarkeit überschätzen, um einen Cyberangriff mit seinen Auswirkungen über alle Geschäftsbereiche hinweg erfolgreich zu bewältigen.“
Froese ergänzt: „Diese Lücke ist kritisch, weil Cyber-Risiken immer systemischer werden. Die öffentlich wirksamen Vorfälle des Jahres 2025 demonstrieren dies eindrucksvoll. Mit der zunehmenden Vernetzung von Unternehmen und dem Einsatz von Technologien wie KI, breiten sich Störungen schneller über Organisationen und Lieferketten hinweg aus, wodurch Vorfälle schneller komplex und schwerer einzudämmen sind.“
„Gleichzeitig ist es ermutigend, dass rund ein Drittel der deutschen Unternehmen plant, stärker in Cybersicherheit zu investieren. Dazu zählt auch der Zugang zu spezialisierter Expertise, um Risiken besser zu verstehen, Reaktionsfähigkeiten zu stärken und realistische Szenarien für Störungen im gesamten Unternehmen zu planen.“
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