Zur veränderten Kommunikationsstrategie der US-Notenbank ein Kommentar von Felipe Villarroel von TwentyFour Asset Management.

Die jüngste Zinsentscheidung der Fed hat vor allem eines offengelegt: Es geht weniger um das aktuelle Zinsniveau als um Vertrauen in die nächsten Schritte. Wenn die Notenbank ihre Sicht auf Konjunktur und Inflation nicht klar genug einordnet, entsteht ein Vakuum. Und dieses Vakuum füllen Märkte mit eigenen Annahmen. Glaubwürdigkeit ist dabei die zentrale Währung: Sie wird über Jahre aufgebaut, kann aber durch wenige unglückliche Auftritte schnell beschädigt werden.

Noch ist das Vertrauen nicht gebrochen. Im Gegenteil. Ein wichtiger Gradmesser sind die Inflationserwartungen: Wer der Fed nicht mehr zutraut, Preisstabilität zu sichern, verlangt dafür schnell einen spürbaren Aufschlag. Bislang bleiben diese Erwartungen „im Korridor“ und liegen am kurzen bis mittleren Ende nur knapp über 2%. Der Markt unterstellt also weiterhin, dass die Fed Inflation grundsätzlich im Griff hat. Sollte deren Glaubwürdigkeit aber erodieren, steckt in den Renditen noch viel Luft nach oben.

Anleiheinvestoren könnten damit künftig nach anderen Spielregeln agieren. In einem Umfeld, in dem die Fed stärker „aus dem Markt lesen“ will, statt selbst einen klaren Anker zu liefern, wird die Laufzeitprämie zum Preisschild für Unsicherheit. Eine Konsequenz wäre: nicht mehr reflexhaft bei Dips kaufen, sondern selektiv auch mal Rallyes verkaufen, und generell Risiken enger dosieren.

Wenn Sie genauer wissen möchten, wie viel Glaubwürdigkeit der Anleihemarkt der Fed zugesteht und wo mögliche Kipppunkte sind, bieten wir Ihnen gern ein Gespräch mit dem Bondexperten Felipe Villarroel von TwentyFour Asset Management an.

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