Erstmals bewertete das Deutsche Finanz-Service Institut (DFSI) 2018 auch Dread-Disease-Versicherungen, die vor den finanziellen Folgen schwerer Krankheiten schützen.

 

Die Prisma Life kam dabei in dem Preis-/Leistungstest mit ihrem Produkt “Prisma Moments” auf den ersten Platz. Zudem wurden auch die Dread-Disease-Policen von Nürnberger Versicherung und Canada Life von den DFSI-Experten mit “Hervorragend” ausgezeichnet.

Zahlen der Versicherer belegen: Den Deutschen ist ihr Handy wichtiger als eine gute Absicherung vor den finanziellen Folgen schwerer Krankheiten. Die Zahl der Handyversicherungen wird bundesweit auf 2,5 bis drei Millionen Verträge geschätzt. Dread-Disease-Policen – so der Fachbegriff für Schwere-Krankheiten-Versicherungen – fristen dagegen ein Nischendasein. Jährlich werden bundesweit nur rund 20.000 solcher Policen abgeschlossen. Ein absolutes Missverhältnis, können doch die finanziellen Folgen schwerer Krankheiten gravierend sein: Langfristiger Einkommensausfall, hohe Kosten für medizinische Spezialbehandlungen, krankheitsgerechter Umbau des eigenen Hauses, Verlust der eigenen Firma. Genau für solche Situationen sind Dread-Disease-Policen gedacht.

Doch anders als Berufsunfähigkeitsversicherungen (BU) leisten sie nicht erst, wenn man auf Dauer seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, sondern bereits bei einer entsprechenden ärztlichen Diagnose. “Ob man noch arbeiten kann oder nicht, ist dabei völlig unerheblich”, weiß Sebastian Ewy, Versicherungsexperte beim Deutschen Finanz-Service Institut (DFSI) in Köln. Weiterer Unterschied zur BU-Police: Wird eine Dread-Disease-Police fällig, erhält der Versicherungsnehmer eine Einmalzahlung, keine monatliche Rente.

Damit enden die Gemeinsamkeiten von Dread-Disease-Produkten allerdings auch schon. “Jeder, der sieben in Deutschland aktiven Anbieter, arbeitet mit einer eigenen Liste der versicherten Krankheiten”, so DFSI-Senior-Analyst Ewy. “Dazu zählen meist Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Multiple Sklerose, Erkrankungen des Nervensystems sowie Koma und der Verlust elementarer Fähigkeiten wie Sehen oder Hören.” Einige Anbieter zahlen zudem bei Pflegebedürftigkeit in jungen Jahren, bei Amputationen, schweren Verbrennungen und Kopfverletzungen. Wichtig zu wissen: Die schiere Anzahl der versicherten Krankheiten ist nicht entscheidend dafür, ob ein Tarif gut ist oder nicht. “Viele Krankheiten sind sehr selten, ihr Einschluss bietet daher kaum einen Zusatznutzen”, erläutert Ewy.

Und nur, wenn der Arzt eine Diagnose stellt, die exakt einer in den Vertragsbedingungen definierten Krankheit entspricht, zahlt die Versicherung auch. Zudem muss die Krankheit meist einen bestimmten Schweregrad erreicht haben, sonst gibt es ebenfalls nichts – etwa bei Krebs im Frühstadium. Welche Krankheiten versichert sind und wie diese exakt definiert sind, unterscheidet sich also von Anbieter zu Anbieter deutlich.

Grund genug für das DFSI, Dread-Disease-Policen auf Herz und Nieren zu prüfen. Für den test wurden bei allen sieben am Markt aktiven Lebensversicherern Daten zu deren Dread-Disease-Tarifen abgefragt. Dabei wurde gezielt auf elf schwere Erkrankungen abgestellt, die häufig diagnostiziert werden. Äußerst seltene Krankheitsbilder blieben dagegen außen vor. Fünf Anbieter meldeten insgesamt sieben Tarife zurück. Bot ein Anbieter mehrere Tarife an, wurde nur der leistungsstärkste berücksichtigt.

Anhand von 18 Einzelmerkmalen bewertete das DFSI die allgemeinen Vertragsbedingungen, etwa hinsichtlich der versicherbaren Mindest- oder Höchstsummen. Die Produktqualität der einzelnen Tarife wurde mit Hilfe von 75 Leistungsmerkmalen – bezogen auf elf häufige Erkrankungen – bewertet. Maximal waren hier insgesamt 98,45 Punkte zu erzielen.

Zur Bewertung der Kosten wurden für fünf Musterkunden – Maschinenbauingenieur, Bankkaufmann, Grundschullehrer, Elektriker und Unternehmensberater – bei jedem Tarif die monatlichen Netto- und Bruttoprämien ermittelt. Der Tarif mit dem günstigsten Netto- respektive Bruttobeitrag für einen Musterkunden erhielt dafür jeweils einen Punkt. Tarife, die maximal zehn Prozent teurer waren, erhielten 0,75 Punkte. Betrug der Aufschlag maximal 30 Prozent, gab es noch einen halben Punkt. Waren die Tarife noch teurer, ging der Tarif bei diesem Musterkunden leer aus. Hier waren insgesamt maximal 10 Punkte drin.

Zu guter Letzt wurden die Punkte aus Leistungs- und Preisbereich zusammengezählt. “Die geringe Gewichtung der Prämienhöhe ist dabei aus unserer Sicht völlig gerechtfertigt, da es bei Dread-Disease-Produkten im Fall des Falles zu allererst auf möglichst gute Leistungen ankommt”, erläutert Studienleiter Sebastian Ewy.

Die Bestnote “Hervorragend” erhielten Tarife, deren Punktzahl maximal zehn Prozent unter dem höchsten erzielten Wert lag. Die Note “Sehr Gut” bekamen Tarife, die maximal 20 Prozent unter dem Höchstwert rangierten. Die übrigen Bewertungen (“Gut”, “Befriedigend”, “Ausreichend”, “Mangelhaft”) erfolgten jeweils in Schritten von 20 Prozent.

In der Gesamtwertung schnitt die Prisma Life mit dem Dread-Disease-Tarif “Prisma Moments” am besten ab. Doch auch Canada Life (“Schwere Krankheiten Vorsorge”) und Nürnberger Versicherung (“ErnstfallSchutz Premium”) erzielten die Gesamtnote Hervorragend. Der Tarif “Eagle Star Erweiterter Krankheits-Schutzbrief” der Zurich Life wurde mit Sehr Gut bewertet. Und Die Bayerische erhielt für den Tarif “Premium Protect” die Note Gut.

“Die Qualität der von uns untersuchten Dread-Disease-Policen hat durchaus überzeugt”, so das Fazit von Studienleiter Ewy. “Wir hoffen, dass unser Test dazu beitragen kann, die Bedeutung der zu Unrecht oft verkannten Dread-Disease-Policen bei der Absicherung finanzieller Folgen schwerer Krankheiten künftig angemessen zu würdigen.”

 

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