Marktkommentar von Guy Wagner, BLI – Banque de Luxembourg Investments

  • Entspannung der Inflationsraten beginnt sich zu verlangsamen
  • Wenig Neues aus Jackson Hole
  • Zinsen europäischer Staatsanleihen steigen weniger stark an als in den USA
  • Hoffnung auf weiche Landung der US-Wirtschaft verhindert bislang größere Korrektur an den Aktienmärkten

Trotz der geldpolitischen Straffung beschränkt sich die Widerstandsfähigkeit der Konjunktur nun zunehmend auf die US-Wirtschaft, während sich die Anzeichen für eine Abschwächung in Europa und China häufen. Das schreiben Guy Wagner und sein Team in ihrem jüngsten monatlichen Marktbericht „Highlights“.

In den USA signalisierten die Einzelhandelsumsatzzahlen für Juli, dass der Inlandsverbrauch im dritten Quartal weiter zulegt, was auf ein anhaltend positives Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im Sommer hindeutet. „Im Gegensatz dazu scheinen sich die Dienstleistungsaktivitäten in der Eurozone dem Abwärtstrend anzuschließen, der bereits seit einigen Monaten im verarbeitenden Gewerbe zu beobachten ist, da der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor unter die 50er-Marke fiel, die Expansion und Kontraktion voneinander trennen soll“, sagt Guy Wagner, Chief Investment Officer (CIO) von BLI – Banque de Luxembourg Investments. „In China scheint der Zusammenbruch des Immobiliensektors kein Ende zu nehmen, da weitere Bauunternehmer mit finanziellen Problemen zu kämpfen haben und die Hauspreise trotz der jüngsten Unterstützungsmaßnahmen der Regierung weiterhin unter Druck stehen.“

Entspannung der Inflationsraten beginnt sich zu verlangsamen

Die Entspannung der Inflationsraten beginnt sich zu verlangsamen, da die Vergleichsgrundlagen in der zweiten Jahreshälfte ungünstiger werden. So stieg die Gesamtinflationsrate in den USA von 3,0 Prozent im Juni auf 3,2 Prozent im Juli. In der Eurozone blieb die Gesamtinflationsrate im August unverändert bei 5,3 Prozent.

Wenig Neues aus Jackson Hole

Auf der traditionellen Konferenz der Zentralbanker in Jackson Hole in den USA brachte die Rede des Vorsitzenden der Federal Reserve, Jerome Powell, wenig Neues. Er betonte erneut die Notwendigkeit weiterer Anstrengungen, um die Inflation auf zwei Prozent zu senken, wies jedoch darauf hin, dass die bereits erfolgten Zinserhöhungen in Zukunft einen vorsichtigeren Ansatz erfordern, um eine übermäßige Straffung zu vermeiden. Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, betonte vor allem, dass die Zinssätze im Vergleich zu den Niveaus vor der Covid-Ära dauerhaft höher bleiben könnten.

Zinsen europäischer Staatsanleihen steigen weniger stark an als in den USA

Als die Rendite der zehnjährigen US-amerikanischen Staatsanleihe im Laufe des Monats August ein neues Post-Covid-Rekordhoch erreicht hatte, entspannte sie sich wieder, nachdem der Vorsitzende der Federal Reserve, Jerome Powell, in Jackson Hole eine relativ neutrale Rede gehalten hatte. In Europa stiegen die langfristigen Zinsen weniger stark an als in den USA und beendeten den Monat nahezu unverändert.

Hoffnung auf weiche Landung der US-Wirtschaft verhindert bislang größere Korrektur an den Aktienmärkten

Die durch das Thema Künstliche Intelligenz ausgelöste Börseneuphorie ebbte im August etwas ab, da die Börsenkurse ihre Gewinne aus den Vormonaten konsolidierten. „Die Hoffnung auf eine weiche Landung der US-Wirtschaft verhinderte jedoch bislang eine größere Korrektur“, so Guy Wagner abschließend. „Auf Sektorenebene war Energie der einzige Sektor, der sich leicht positiv entwickelte, während Versorger, Materialien und Finanzen die größten Rückgänge verzeichneten.“

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