Gute Vorsätze müssen nicht bis Januar warten – gerade zum Jahresende lohnt sich ein gründlicher Finanz-Check. Denn auf vielen Depots und Konten liegen Gelder, die sich besser entwickeln könnten.

Kim Felix Fomm, Anlagechef und Finanzexperte bei Raisin, Deutschlands größter Zinsplattform, erklärt 6 einfache Routinen für Anlegerinnen und Anlegerinnen.

#1 Anlageaufteilung auf Lebenssituation abstimmen

Erstens elementare Risiken absichern, zweitens finanziellen Puffer aufbauen, drittens geplante Anschaffungen abdecken und viertens langfristig investieren. Das ist unabhängig von Einkommen, Familiensituation, Immobilien etc. die richtige Reihenfolge. Die Risikobereitschaft bestimmt am Ende, wie die Kapitalmarktanlagen zwischen Aktien und Anleihen aufgeteilt werden. Einmal jährlich sollten Anlegerinnen und Anleger ihre Aktien-/Anleihen-Quote überprüfen und bei Bedarf anpassen. Gleiches gilt für die Höhe von Sparplänen und Sparraten.

#2 Gebühren und Fondsklassen prüfen

Kosten sind einer der stärksten Einflussfaktoren auf den langfristigen Anlageerfolg. Gleichzeitig herrscht starker Konkurrenzdruck unter Fondsanbietern, der dazu führt, dass Preise regelmäßig angepasst werden. Ein halbjährlicher Gebühren-Check ist deshalb wichtig, um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben: laufende Kosten von Fonds notieren, günstigere Varianten desselben Indexfonds suchen oder auf institutionelle Anteilsklassen umsteigen, wenn möglich.

#3 Rebalancing vornehmen

Anlegerinnen und Anleger sollten ihre Portfolios regelmäßig anpassen. Über Zeit gewinnen oder verlieren einzelne Positionen durch Kursveränderungen an Gewicht. Wer seine gewünschte Risikostruktur und Anlagepräferenz trotzdem beibehalten will, sollte dies regelmäßig prüfen und bei Bedarf handeln. Wer dabei nicht auf kleinste Änderungen reagiert, sondern mit regelmäßigen Terminen oder Korridoren (+/- 5 Prozent arbeitet) kann unnötige Handelskosten und Steuern sparen.

#4 Konten und Depots aufräumen

Viele verschiedene Konten und Depots führen schnell zu Unübersichtlichkeit. Auf Konten bleibt Geld dadurch oft unverzinst liegen, während mehrere Depots die Geldanlage unnötig verkomplizieren und den Überblick über die einzelnen Positionen erschweren. Wer hier den roten Faden verliert, riskiert insbesondere bei ETFs Klumpenrisiken oder unnötige Kosten. Deshalb lohnt es sich, mindestens einmal im Jahr aufzuräumen – das schafft Klarheit, verbessert die Struktur des eigenen Vermögens und sorgt langfristig für mehr Ertrag.

#5 Steuerfreibetrag optimal nutzen

Seit 2023 liegt der jährliche Sparer-Pauschbetrag bei 1.000 Euro (bzw. 2.000 Euro für Paare). Wer den Freistellungsauftrag bei seinen Banken falsch verteilt oder gar nicht gestellt hat, verschenkt Geld. Im Januar und nach größeren Depotänderungen prüfen – und eventuelle Verlusttöpfe vor Jahresende ausgleichen. Wer gut verdient oder selbstständig ist, kann zusätzlich von steuerlich geförderten Altersvorsorgeformen wie einer ETF-basierten Rürup-Rente profitieren und jährlich insgesamt bis zu 29.344 Euro (58.688 Euro für Paare) für Vorsorgeaufwendungen steuerlich geltend machen.

#6 Anlegerpsychologie: Die eigenen Emotionen kontrollieren und Denkfehler vermeiden

Die meisten Menschen entscheiden eher nach Gefühl anstatt nach Fakten und kein Mensch ist frei von Emotionen. Wer sich von Trends, Hypes oder den eigenen Ängsten leiten lässt, riskiert Fehlentscheidungen. Wichtig ist, typische Denkfehler wie Selbstüberschätzung, Verlustaversion oder den sogenannten Ankereffekt zu erkennen – sie führen oft zu irrationalem Verhalten.

Kim Felix Fomm, Anlagechef und Finanzexperte bei Raisin, fasst zusammen: „Regelmäßige Finanzroutinen schaffen Struktur und verhindern kostspielige Fehler. Dazu gehört auch, die eigenen Finanzen übersichtlich zu halten und sich bei Entscheidungen nicht von Emotionen leiten zu lassen. Wichtig ist aber zu verstehen, dass Nichtstun bei der Geldanlage schon eine Entscheidung ist. Wer Angst hat oder es sich einfach machen will, setzt am besten auf eine kostengünstige Vermögensverwaltung. Sie macht die Schritte oben entweder überflüssig oder zumindest deutlich einfacher. Und langfristig fahren ohnehin diejenigen besser, die passiv breit diversifiziert investieren – das ist wissenschaftlich belegt.”

Über Raisin

Raisin ist die weltweit führende Plattform für Spar- und Anlageprodukte. Das 2012 gegründete Fintech verbindet Verbraucherinnen und Verbraucher mit Banken in der EU, dem Vereinigten Königreich und den USA. Dadurch erhalten sie bessere Zinsen und Banken eine diversifizierte und günstige Refinanzierung. Unsere Vision ist es, einfaches Sparen und Investieren ohne Hürden anzubieten und so den globalen 160-Billionen-Euro-Markt zu erschließen. Raisin beschäftigt derzeit weltweit mehr als 700 Mitarbeitende aus über 75 Ländern. Heute verwaltet die Plattform über 80 Milliarden Euro von einer Million Anlegerinnen und Anlegern. Mit ihrer Geldanlage haben diese bereits über fünf Milliarden Euro an Erträgen generiert.

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