Daten per 31. August 2026
- Nach Rekordmittelzuflüssen im Juni von 49,4 Mrd. Euro war auch der August mit Neugeldern in Höhe von 43 Mrd. Euro ein sehr starker Monat für den UCITS-ETF-Markt.
- Bei Aktien-ETFs war die Umschichtung in US-Exposures sowie das Interesse von Anlegern an einer globale Diversifizierung zu beobachten.
- Bei Anleihe-ETFs zeigten sich unterschiedliche Tendenzen: Anleger bevorzugten einerseits europäische Anleihe-ETFs mit allen Laufzeiten sowie US-Anleihe-ETFs mit kürzeren Laufzeiten.
Mittelzuflüsse in UCITS-ETFs
Die Sommermonate erwiesen sich als starke Phase für in Europa domizilierte UCITS-ETFs. Im Juli floss dem europäischen ETF-Markt einen Rekordbetrag von 49,4 Mrd. Euro zu. Dieser Trend setzte sich auch im August mit Neugeldern im Volumen von 43 Mrd. Euro fort.
Die bis Ende August zu verzeichnenden Mittelzuflüsse des laufenden Jahres liegen deutlich über den Vorjahreswerten, sodass möglicherweise ein Rekordjahr bevorsteht. Dies gilt trotz der höheren Volatilität im Sommer. Die Mittelzuflüsse wurden dadurch jedoch kaum beeinträchtigt, wobei Aktien-ETFs im August mit 35,4 Mrd. Euro deutlich mehr Mittel als Anleihe-ETFs angezogen haben.
Bei Aktien-ETFs zeigten Anleger eine klare Präferenz für diversifizierte Investments. Dabei gab es kaum Unterschiede zwischen den Zuflüssen in ETFs auf US-Aktien-, globale Industrieländer- und „All Country World“ (ACWI)-Indizes, die alle im August mehr als 9 Mrd. Euro verzeichneten. ETFs auf europäische Aktien erholten sich und verzeichneten Zuflüsse in Höhe von 4,5 Mrd. Euro.
In Anleihe-ETFs flossen im August 7,2 Mrd. Euro. ETFs auf Staatsanleihen machten mit mehr als 3 Mrd. Euro fast die Hälfte davon aus, gefolgt von ETFs auf Investment-Grade-Unternehmensanleihen mit 1,7 Mrd. Euro und Geldmarktstrategien mit 1,2 Mrd. Euro.
Hohe Nachfrage nach Aktien-ETFs sorgen für einen starken Sommer auf dem UCITS-ETF-Markt
Die Anlegernachfrage nach Aktien-ETFs wurde im August von zwei übergeordneten Themen geprägt: die Rotation in Richtung USA und den Wunsch nach globaler Diversifizierung. US-Aktien-ETFs setzten mit einem Netto-Neugeldzufluss von 9,2 Mrd. Euro die seit der Markterholung im zweiten Quartal entstandene Dynamik fort. Die deutliche Sektorrotation im August erfolgte zugunsten der Informationstechnologie (IT). Nachdem ETFs mit Fokus auf den IT-Sektor im Juli noch die zweitgrößte Sektorallokation darstellte, haben sich die Zuflüsse im August auf etwas über 2 Mrd. Euro mehr als verdoppelt. Dies deutet darauf hin, dass Anleger trotz der Diskussion um eine KI-Blase und überzogene Bewertungen weiterhin das stärkste Wachstumsthema des Marktes nicht verpassen möchten. Neben US-Aktien-Exposures verteilten sich die größten Aktien-ETF-Zuflüsse ausgewogen auf All-Countries-Indizes mit Nettoneugeldern von 9,2 Mrd. Euro und globale Industrieländer-Indizes mit 9,1 Mrd. Euro. Dies unterstreicht, wie Anleger ein breiteres, stärker diversifiziertes Aktienengagement aufbauen. Nach einem starken Jahresauftakt stagnierten die europäischen ETF-Mittelzuflüsse im Frühjahr und drehten sogar ins Negative, da Anleger auf geopolitische Schocks und Sorgen hinsichtlich der Energie- und Inflationsaussichten reagierten. Seit Juni hat sich dieser Trend jedoch umgekehrt, und es kam zu einer schrittweisen Umschichtung in die Region. Im August verzeichneten europäische Aktien-ETFs Mittelzuflüsse in Höhe von 4,5 Mrd. Euro, was etwa einer Verdopplung gegenüber dem Juli entspricht.
Schwellenländer-ETFs verzeichneten im August mit einem Netto-Neugeldzufluss von 2,6 Mrd. Euro ein positives Ergebnis, trotz Bedenken hinsichtlich des mit KI verbundenen Konzentrationsrisikos, insbesondere in den asiatischen Schwellenmärkten und Südkorea.
Bei den Stil- und Sektor-ETFs verzeichneten Smart-Beta-Strategien weiterhin eine starke Nachfrage, insbesondere Income-Strategien waren gefragt (+2,3 Mrd. Euro). Auch Equal-Weight-Strategien waren gefragt, wenn auch in geringerem Umfang als im Juli.
Steigende Goldpreise sorgten im August zudem für einen deutlichen Anstieg der Nachfrage, sowohl bei Gold-ETPs als auch bei ETFs mit Fokus auf Aktien, die an das Edelmetall gekoppelt sind, wie beispielsweise Goldminenunternehmen. Dies war zwar eher ein Nischenphänomen, aber dennoch ein bedeutendes Anzeichen dafür, dass Anleger neben Risikoanlagen möglicherweise auch Absicherungen suchen.
Anleihe-ETFs: Fokus auf kurze Laufzeiten bei US- und alle Laufzeiten bei Europa-Exposures
Das dominierende Thema bei Anleihe-ETFs war eine deutliche Präferenz für ETFs auf Staatsanleihen, denen im August 3,2 Mrd. Euro zuflossen. Etwa die Hälfte davon wurde in ETFs auf US-Staatsanleihen investiert. Anleger bevorzugten zunehmend Engagements mit kurzer und ultrakurzer Laufzeit in den USA, was eine defensivere Haltung angesichts der anhaltenden Unsicherheit hinsichtlich Inflation, Zinspolitik und der Dynamik des Angebots an US-Staatsanleihen widerspiegelte. Sorgen über ein höheres Emissionsvolumen der Staaten, den künftigen Kurs der Leitzinsen sowie konkurrierende Anleiheemissionen großer Technologie- und KI-bezogener Unternehmen trugen allesamt zu einem weniger günstigen Umfeld für US-Staatsanleihen bei.
In Europa zeigte sich ein anderes Muster. Anstatt erneut defensiv in kurzfristige Anleihen zu flüchten, schienen ETF-Anleger ihre Portfolios wieder in Richtung Staatsanleihen im breiten Laufzeitsegment umzuschichten und damit ihre Positionen nach dem starken Ausverkauf zu Beginn des Jahres zu neutralisieren. ETFs auf Staatsanleihen in Euro aller Laufzeiten verzeichneten im Monatsverlauf Nettozuflüsse in Höhe von 266 Mio. Euro.
Die Nettozuflüsse in Unternehmensanleihe-ETFs beliefen sich im August auf 1,7 Mrd. Euro. Bei ETFs auf europäische Unternehmensanleihen wurden alle Laufzeiten mit 721 Mio. Euro bevorzugt, während am US-Markt ETFs auf kurzfristige Anleihen mit 126 Mio. Euro im Vordergrund standen. Anleger sind weiterhin auf der Suche nach Rendite, was sich darin widerspiegelte, dass geldmarktnahe ETFs im Monatsverlauf Zuwächse von 1,2 Mrd. Euro verzeichneten.
Die Mittelzuflüsse in ETFs mit Fokus auf inflationsgebundene Strategien gingen von über 700 Mio. Euro im Juli auf rund 209 Mio. Euro im August zurück.
Rekordzuflüsse in ESG-ETFs
Die Mittelzuflüsse in ESG-ETFs waren im August positiv und summierten sich auf 8,3 Mrd. Euro. Das Nachfragemuster entsprach dabei weitgehend dem des Gesamtmarkts, insbesondere bei Aktien-ETFs. Dies deutet darauf hin, dass die Nachfrage nach ESG-Anlagen tendenziell von denselben zugrunde liegenden Anlegerpräferenzen getrieben wird.
Bei den ESG-ETF-Mittelzuflüssen zeigten Anleger das größte Interesse an Low-Tracking- und Klimawandel-Ansätzen.
Bei Zuflüssen in ESG-Aktien-ETFs in Höhe von 7,2 Mrd. Euro scheint sich der ESG-Anteil an den gesamten Aktien-Zuflüssen zu erhöhen. ESG-Aktien-ETFs machen nun etwa 15 % bis 20 % davon aus, nachdem dieser Anteil zuvor eher bei 10 % bis 15 % lag. Dies deutet darauf hin, dass ETF-Anleger zunehmend bereit sind, ESG-Aktienengagements als Teil einer breiter angelegten Portfoliozusammensetzung zu nutzen, anstatt sie als Nischen- oder Satellitenallokation zu betrachten.
Anleger investierten zudem 1,1 Mrd. Euro in ESG-Anleihe-ETFs, wobei sich die Nachfrage weiterhin auf Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating konzentrierte, die im Monatsverlauf einen Nettozufluss von 939 Mio. Euro verzeichneten. Dies ist nach wie vor der Bereich, der bei der Allokation in nachhaltige Anleihen bei den Anlegern am deutlichsten bevorzugt wird.
Zuflüsse in Gold-ETFs auf sehr hohem Niveau
Die Goldpreise erholten sich im August deutlich auf rund 4.600 US-Dollar/Unze, nachdem zu Beginn des Jahres eine restriktive US-Notenbank sowie erhöhte Realrenditen den Goldpreis belasteten. In jüngster Zeit hat jedoch die Entscheidung des US-Finanzministeriums, sein Rückkaufprogramm für langlaufende Anleihen auszuweiten, dazu beigetragen, die Renditen zu senken und den Dollar zu schwächen, was dem Goldpreis Auftrieb verlieh. Haushaltsprobleme, der Wunsch nach Diversifizierung von Währungsreserven, die „De-Dollarisierung“, stetige Käufe durch Zentralbanken und nun auch die Investitionsnachfrage könnten den Markt weiterhin stützen.
Neben Zuflüssen in ETFs mit Fokus auf Goldminenunternehmen haben auch Gold-ETPs das Anlegerinteresse geweckt und im August für Zuflüsse in Höhe von 6,3 Mrd. Euro gesorgt. Insgesamt belaufen sich die Zuflüsse in Gold-ETPs seit Jahresbeginn auf 8,1 Mrd. Euro, was bereits über den 6,6 Mrd. Euro des gesamten Jahres 2025 liegt.
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