Scope hat den Markt für Rüstungsfonds untersucht. Fast 30 Produkte werden hierzulande angeboten, das verwaltete Vermögen nimmt rasch zu. Bei der Rendite gibt es große Unterschiede zwischen den Fonds.
Der Markt für Rüstungsfonds in Deutschland ist in den vergangenen zwölf Monaten weiter gewachsen. Das verwaltete Vermögen stieg bis Ende Juli 2026 auf 19,9 Mrd. Euro und damit um rund 50% gegenüber dem Vorjahreswert von 13,3 Mrd. Euro. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der verfügbaren Produkte von 20 auf 27.
Rüstungsfonds liefern zunehmend unterschiedliche Ergebnisse. Unterschiede bei regionaler Ausrichtung, Portfoliokonstruktion, Konzentration der Bestände und Investmentansätzen führen zu erheblichen Performanceabweichungen.
Markt etabliert sich als eigenständiges Anlagesegment
Geopolitische Spannungen, steigende Verteidigungsausgaben und langfristige politische Initiativen haben den Verteidigungssektor zu einem der bedeutendsten Investmentthemen der vergangenen Jahre gemacht. Das Angebot in Deutschland umfasst aktuell 20 ETFs und sieben aktiv gemanagte Fonds. Die volumenstärksten Produkte sind weiterhin der VanEck Defense ETF mit 6,3 Mrd. Euro, der Future of Defence ETF mit 2,8 Mrd. Euro und der WisdomTree Europe Defence ETF mit 4,6 Mrd. Euro Fondsvermögen.
Während das Volumen wächst, ist die Marktkonzentration zurückgegangen. Die vier größten Anbieter VanEck, WisdomTree, HANetf und BlackRock vereinen zwar weiterhin den Großteil des Anlegergeldes auf sich, ihr gemeinsamer Marktanteil sank jedoch von 92% auf 82%. Besonders erfolgreich war der Vertrieb von BlackRock, dessen Marktanteil sich innerhalb eines Jahres von 6% auf 12% verdoppelte.
Diversifikation zahlt sich aus
Die Analyse der Fondsperformance zeigt, dass breit diversifizierte Strategien im Untersuchungszeitraum häufig erfolgreicher waren als stark konzentrierte Portfolios.
Bei den globalen Rüstungsfonds erzielte der Invesco Defence Innovation UCITS ETF mit einer Einjahresperformance von 38,5% das beste Ergebnis. Der Fonds unterscheidet sich durch seinen technologieorientierten Ansatz und eine vergleichsweise geringe Konzentration der größten Positionen von klassischen Verteidigungsindizes.
Unter den aktiv gemanagten Fonds überzeugte insbesondere der LBBW Sicher Leben mit einer Einjahresperformance von 17,5%. Der Fonds investiert weltweit breit diversifiziert in die Bereiche Verteidigung, digitale Sicherheit sowie öffentliche und persönliche Sicherheit und verteilt sein Vermögen auf rund 80 Einzeltitel.
Auch bei europäischen Rüstungsfonds schnitt ein breit aufgestellter aktiver Fonds am besten ab. Der European Defence Equity Fund investiert entlang der gesamten europäischen Wertschöpfungskette und erreichte eine Einjahresrendite von 12,9%.
Technologietrends gewinnen an Bedeutung
Die künftige Entwicklung des Sektors dürfte sich zunehmend über neue Technologien definieren. Während die erste Phase des Aufschwungs vor allem von etablierten Verteidigungsunternehmen getragen wurde, gewinnen Themen wie Satellitenkommunikation, Robotik, autonome Systeme, Drohnen, Sensorik und elektronische Kriegsführung an Bedeutung.
Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen, dass die Fondsperformance nicht allein von steigenden Verteidigungsausgaben abhängt. Zunehmend entscheidend werden die Indexmethodik, die Portfoliokonstruktion und die Fähigkeit, frühzeitig von neuen technologischen Entwicklungen zu profitieren.
Fondsauswahl wichtiger als das Thema selbst
Die langfristigen Fundamentaldaten des Verteidigungssektors dürften grundsätzlich intakt bleiben. Gleichzeitig machen die nach den starken Kursanstiegen gestiegenen Bewertungen die Auswahl des passenden Fonds künftig wichtiger. Anleger sollten daher neben der vergangenen Wertentwicklung insbesondere den Investmentansatz, den Konzentrationsgrad, die regionale Ausrichtung und die Kostenstruktur berücksichtigen.
Die zentrale Herausforderung der kommenden Jahre wird laut Studie weniger die Frage sein, ob die Verteidigungsausgaben weiter steigen, sondern welche Unternehmen den größten Anteil an den künftigen Investitionen auf sich vereinen können.
Hier können Sie die vollständige Studie herunterladen.
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