Atradius prognostiziert für das Jahr 2019 einen Rückgang des Weltwirtschaftswachstums um 0,6 %.

 

Für 2020 geht der internationale Kreditversicherer von einer nur leichten Erholung des Wachstums um 1,5 % aus. Der Handelskrieg zwischen den USA und China trägt am meisten zur derzeitigen Flaute der Weltwirtschaft bei. Darüber hinaus tragen Probleme in anderen großen Schwellenländern, die derzeitige Schwächephase der Automobil- und Fertigungsindustrie in Deutschland sowie die vom Brexit hervorgerufene Stagnation der europäischen Volkswirtschaften zur Abschwächung bei.

Der Streit zwischen den USA und China betrifft unmittelbar rund 4 % des Welthandels. Umgerechnet entspricht das einem Volumen von rund 700 Milliarden US-Dollar. Wichtiger sind jedoch die mittelbaren Folgen des Konflikts. Diese sind weltweit zu spüren. So belasten die aktuellen Unwägbarkeiten insbesondere die Investitionsstimmung unter den Unternehmen. Das wiederum wirkt sich negativ auf Wertschöpfungsketten und Handelsströme aus.

Trotz aller Unsicherheiten und Störungen scheint die Konsumstimmung unter den Verbrauchern weiterhin ungebrochen, und die Arbeitslosigkeit bleibt überschaubar. Angesichts der schon länger niedrigen Inflation, der lockeren Geldpolitik und der angespannten Arbeitsmärkte, die eine höhere Erwerbsbeteiligung und steigende Löhne zur Folge haben, bleiben die Aussichten für die Verbraucher auf kurze Sicht positiv. Da der Privatkonsum derzeit jedoch die einzige Säule des Wirtschaftswachstums ist, könnten sich die Wachstumsaussichten für das Jahr 2020 weiter eintrüben, sollte sich die Verbraucherstimmung verschlechtern.

John Lorié, Chefökonom von Atradius, kommentiert: „Der Handelskrieg zwischen den USA und China hat tiefgreifende Auswirkungen auf den Welthandel. Breitet er sich auch auf andere Volkswirtschaften in Asien und Europa aus – was durchaus möglich ist –, könnte sich der Handel noch weiter verlangsamen. Die damit verbundene Unsicherheit und andere wirtschaftliche und politische Entwicklungen rund um den Globus stellen das Wirtschaftswachstum vor große Herausforderungen. Obwohl wir zum jetzigen Zeitpunkt keine globale Rezession erwarten, bleibt die Lage unsicher und birgt ein hohes Risiko eines weiteren Abschwungs.”

 

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