Laut eines Marktberichtes von Savills sind die weltweiten Investitionen in Büroimmobilien zwar zurückgegangen, jedoch sei auch weiterhin viel Kapital im Umlauf.

 

Das Immobiliendienstleistungsunternehmen rechnet damit, dass sich insbesondere eigenkapitalstarke Käufer in eine gute Position um die besten Objekte bringen und mit Preisnachlässen rechnen können, da sich fremdfinanzierte Käufer vom Markt zurückziehen und andere wiederum ihre Entscheidungen zurückstellen.

In der Hälfte der von Savills untersuchten Märkte sind die Fremdkapitalkosten seit dem ersten Quartal 2022 bereits um mehr als 200 Basispunkte gestiegen. Das Unternehmen geht daher davon aus, dass die Anfangsrenditen in den nächsten 12 Monaten an den meisten Standorten weiter steigen könnten. „Die gute Nachricht lautet, dass die Inflation wahrscheinlich kurz vor ihrem Höhepunkt steht und damit auch die marktbasierten Zinssätze. Um eine größere Korrektur bei der Bewertung von Vermögenswerten zu verhindern, müssen die Zinsen jedoch allmählich sinken“, sagt Oliver Salmon, Capital Markets Analyst und Director bei Savills World Research und ergänzt: „Der Weg dorthin dürfte steinig werden, jedoch gibt immer noch reichlich Kapital am Markt, das von den aktuellen Gegebenheiten profitieren kann. Dieses Kapital wird höchstwahrscheinlich dort eingesetzt, wo Preisnachlässe möglich sind. Oder aber bei Core-Immobilen mit starken Fundamentaldaten, bei denen die Preise aufgrund der Angebotsknappheit stabil bleiben und bei denen eigenkapitalstarke Investoren entweder durch einen Währungseffekt und/ oder dadurch einen Vorteil haben, dass sie einer von nur wenigen konkurrierenden Käufern auf dem Markt sind.”

Dem Bericht zufolge sind die europäischen Spitzenrenditen für Büroimmobilien im dritten Quartal zwischen 10 Basispunkten (in Frankfurt) und 35 Basispunkten (in Madrid) gestiegen. In New York stieg die Spitzenrendite sogar um 50 Basispunkte auf 5 %. Für erstklassige Core-Büroimmobilien im asiatisch-pazifischen Raum blieben sie dagegen stabil, wenn auch hier eine große Streuung zu beobachten war, die von 1,7 % in Hongkong bis 8 % in Mumbai reicht.

„Käufer, die über viel Eigenkapital verfügen und das Potenzial haben, Vermögenswerte langfristig zu halten, können momentan am ehesten von den aktuellen Preisen profitieren. Dies sind in erster Linie Privatkapital- und Evergreen-Fonds – insbesondere solche, die keinen Ausschüssen unterstehen“, kommentiert Rasheed Hassan, Head of Global Cross Border Investment bei Savills.

Savills zufolge werden die am Markt aktiven Investoren durch die weiterhin soliden Vermietungsaktivitäten unterstützt. Die globalen Wirtschaftsaussichten werfen zwar die Frage hinsichtlich der weiteren Entwicklung auf, doch bislang begrenzt ein Unterangebot an hochwertigen Gebäuden in vielen Regionen den Preisrückgang. Insbesondere auf dem europäischen und deutschen Markt sieht Marcus Lemli, CEO von Savills Deutschland und Head of Investment Europe, eine Fokussierung auf Qualität und frisches Kapital für Value Add Deals: „Vor allem erstklassige Büroimmobilien in den besten Lagen stehen bei den Investoren weiterhin hoch im Kurs. Diese Nachfrage dürfte zukünftig aufgrund des zunehmenden Wunsches der Nutzer nach mehr Qualität und Nachhaltigkeit zusätzlich befeuert werden, sodass wir für dieses Segment eine anhaltend hohe Dynamik, allerdings auf einem adjustierten Preisniveau, erwarten. Zudem bietet bereitstehendes frisches Kapital die Chance, Wertsteigerungen bei Immobilien dadurch zu erzielen, dass sie renoviert, ESG ertüchtigt oder repositioniert werden.“

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Savills Immobilien Beratungs-­GmbH, Taunusanlage 19, D-­60325 Frankfurt am Main, Tel.: +49 (0) 69 273 000 ­ 12, www.savills.de