Steigende Insolvenzen erwartet

Die Kreditrisiken deutscher Banken konzentrieren sich besonders auf Gewerbeimmobilien und den Mittelstand. Das zeigt das NPL-Barometer 2026 der Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing (BKS) und der Frankfurt School of Finance & Management. Die neue Auswertung der ESG-Offenlegungen macht den Branchenunterschied sichtbar: Ende 2025 lag die Quote notleidender Engagements in klimaintensiven Sektoren bei deutschen Instituten um 2,8 Prozentpunkte über der Quote des übrigen Firmenkreditbuchs. Im EU/EWR-Aggregat betrug der Abstand 0,74 Prozentpunkte, also rund ein Viertel des deutschen Werts.

Immobilienwirtschaft prägt den ESG-Befund

Zur Gruppe der klimaintensiven Sektoren zählt in der verwendeten Systematik auch das Grundstücks- und Wohnungswesen. Auf diesen Bereich entfallen rund 60 Prozent der notleidenden Engagements in klimaintensiven Sektoren bei den sieben deutschen Instituten, deren Branchenangaben die BKS im Detail auswerten konnte. Die Zahl zeigt das Gewicht der Immobilienwirtschaft innerhalb dieser Stichprobe. Der ESG-Vergleich beschreibt die Verteilung der Kreditrisiken nach Branchen; die Ursachen müssen anhand von Konjunktur, Geschäftsmodellen und Finanzierungsbedingungen eingeordnet werden. Über die zusammengefassten Bestände dieser sieben Banken liegt der Branchenabstand bei 3,43 Prozentpunkten und damit über dem EBA-Deutschlandwert von 2,8 Prozentpunkten; die Bankenkreise unterscheiden sich.

“Neben den Konjunktur- tritt ein Transformationszyklus, der Branchen dauerhaft neu bewertet und Sicherheiten entwertet, die über Jahrzehnte als solide galten”, sagt Prof. Dr. Christoph Schalast, Vorsitzender des Beirats der BKS und Professor an der Frankfurt School of Finance & Management.

Barometer seit 2015 und Ausblick bis 2027

Das Geschäftsklima im deutschen NPL-Markt liegt 2026 bei +0,32 und damit nahezu auf dem Vorjahreswert von +0,31. Die seit 2015 fortgeführte Reihe zeichnet den Weg von der Niedrigzinsphase über die Pandemie und die Zinswende bis zum heutigen erhöhten Niveau nach. 2015 lag der Index bei -0,16, 2023 erreichte er +0,46. Positive Werte stehen in der Systematik des Barometers für einen aktiveren Markt für notleidende Kredite aus Käufersicht.

Parallel haben die notleidenden Kreditbestände wieder zugenommen: von 29,7 Milliarden Euro Ende 2021 auf 48,6 Milliarden Euro Ende 2025. Für den 31. März 2026 meldet die Europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA 50,1 Milliarden Euro in ihrer deutschen Bankenstichprobe. Das Barometer-Panel erwartet 50,4 Milliarden Euro zum Jahresende 2026 und 53,1 Milliarden Euro zum Jahresende 2027.

Bei Krediten an kleine und mittlere Unternehmen erwartet das Panel eine NPL-Quote von 5,1 Prozent Ende 2026 und 5,7 Prozent Ende 2027. Der EBA-Istwert im ersten Quartal 2026 liegt bei 4,3 Prozent. Für Gewerbeimmobilien rechnet das Panel mit 6,5 Prozent zu beiden Jahresenden, nach 6,8 Prozent im ersten Quartal 2026.

Insolvenzgeschehen nach Branchen

Die Unternehmensdaten ergänzen diesen Ausblick: 2025 wurden in Deutschland laut Destatis 24.064 Unternehmensinsolvenzen erfasst. CRIF erwartet für 2026 bis zu 26.000 Fälle. Im ersten Halbjahr entfielen nach der CRIF-Auswertung 22,7 Prozent der Insolvenzfälle auf das Verarbeitende Gewerbe, 13,4 Prozent auf das Gastgewerbe, 13,3 Prozent auf das Baugewerbe und 11,7 Prozent auf den Handel einschließlich Kfz-Reparatur. Zusammen sind das rund 61 Prozent aller Fälle.

Nach der aktuellen CRIF-Einstufung gelten im September 2026 insgesamt 322.890 Unternehmen als insolvenzgefährdet. Das entspricht 10,3 Prozent aller Unternehmen. Die Zahl der insolvenzgefährdeten Unternehmen liegt um 1,4 Prozent über dem Vorjahr. Unter den von CRIF genannten Branchen weisen die Gastronomie mit 13,2 Prozent und der Kfz-Handel mit 12,5 Prozent besonders hohe Gefährdungsanteile auf. Diese Werte beziehen sich auf die Unternehmen innerhalb der jeweiligen Branche und sind von der Verteilung tatsächlich eingetretener Insolvenzen zu unterscheiden.

“Unsere Daten zeigen, dass die Zahl der Unternehmen mit erhöhtem Insolvenzrisiko weiter zunimmt. Deshalb erwarten wir für 2026 einen erneuten Anstieg der Unternehmensinsolvenzen”, erklärt Dr. Frank Schlein, Geschäftsführer von CRIF Deutschland.

Auch Privatpersonen stehen unter Druck

CRIF registriert für das erste Halbjahr 2026 insgesamt 54.900 Privatinsolvenzen, 4,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr erwartet CRIF 110.000 Fälle nach knapp 108.000 im Jahr 2025. Die Zahlen ergänzen den Blick auf die Kreditqualität um die finanzielle Lage privater Haushalte.

Ein weiterer Beobachtungspunkt ist Stage 2: Kredite, deren Ausfallrisiko seit Erstansatz deutlich gestiegen ist, die aber noch nicht bonitätsbeeinträchtigt sind. Zum 31. März 2026 beträgt ihr Anteil an den zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Krediten in der deutschen EBA-Stichprobe 15,0 Prozent, im EU/EWR-Aggregat 9,1 Prozent. Stage 3 bezeichnet dagegen Kredite mit bereits eingetretener Wertminderung: Verlustereignisse wie Zahlungsausfälle oder erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners beeinträchtigen die erwarteten Rückzahlungen. Mögliche Übergänge von Stage 2 zu Stage 3 verdienen deshalb besondere Aufmerksamkeit.

“Für Unternehmen und ihre Finanzierungspartner rücken damit die frühzeitige Erkennung von Krisen und die Wahl geeigneter Restrukturierungsinstrumente in den Mittelpunkt”, sagt Martin Kropp, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht bei der auf Sanierungen und Restrukturierungen spezialisierten Kanzlei Schultze & Braun. Dazu gehören vorinsolvenzliche Verfahren, das StaRUG und die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und finanzierenden Banken. “Fakt ist: Kein Unternehmen ist davor gefeit, in eine wirtschaftliche Schieflage zu geraten. Wenn Krisenanzeichen aber frühzeitig erkannt werden, stehen die Chancen gut, eine Krisensituation zu meistern oder sie sogar zu vermeiden. Das ist für die Unternehmen, aber auch für ihre Finanzierungspartner das beste Ergebnis”, erläutert Kropp.

BKS fordert Evaluierung und mehr Markttransparenz

“Wer Altlasten aus der Bilanz nehmen kann, hat Kapital frei, um den Umbau seiner Kundschaft zu begleiten”, betont BKS-Präsident Dr. Marcel Köchling. Die BKS verbindet die Ergebnisse mit zwei Forderungen: einer Evaluierung des Kreditzweitmarktgesetzes und mehr Transparenz über die von der Aufsicht erhobenen Transaktionsdaten. Die bereits von der Aufsicht erhobenen Transaktionsdaten sollten aggregiert und anonymisiert zugänglich gemacht werden.

Über das NPL-Barometer

Das NPL-Barometer erfasst seit 2015 die Einschätzungen von Fach- und Führungskräften, die in deutschen Kreditinstituten unmittelbar mit Kreditrisiken und notleidenden Engagements arbeiten. Die strukturierte Expertenbefragung beleuchtet unterschiedliche Kreditsegmente sowie Bestandsentwicklung, Transaktionen, Preise und regulatorische Rahmenbedingungen. Im Panel sind verschiedene Banktypen vertreten. Die Ergebnisse liefern ein fachlich fundiertes Stimmungsbild aus der Bankpraxis, das die BKS mit Aufsichtsdaten und weiteren Marktindikatoren einordnet. Die Zahl der auswertbaren Antworten variiert je nach Frage. Die Befragung fand von Januar bis Mai 2026 statt. Redaktionsschluss der Barometer-Datenauswertung war der 3. September 2026; die CRIF-Angaben wurden für die Pressekonferenz im September ergänzt.

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  1. Fle­xi­bi­li­tät ein­pla­nen

Beim Kauf einer Im­mo­bi­lie geht man lang­fris­ti­ge fi­nan­zi­el­le Ver­pflich­tun­gen ein – nicht sel­ten über zwei Jahr­zehn­te. Umso wich­ti­ger ist es, die Fi­nan­zie­rung so fle­xi­bel wie mög­lich zu ge­stal­ten. Sinn­voll sind ver­trag­lich ver­ein­bar­te Son­der­til­gun­gen und die Mög­lich­keit, die Til­gungs­ra­te wäh­rend der Lauf­zeit an­zu­pas­sen. So kön­nen Kre­dit­neh­mer schnel­ler til­gen, wenn es fi­nan­zi­ell gut läuft – oder die mo­nat­li­che Be­las­tung re­du­zie­ren, wenn der fi­nan­zi­el­le Spiel­raum enger wird.

  1. För­der­gel­der nut­zen

Zu­schüs­se und zins­güns­ti­ge Dar­le­hen sind wert­vol­le Bau­stei­ne einer Im­mo­bi­li­en­fi­nan­zie­rung. Die ak­tu­ell wich­tigs­ten För­der­pro­gram­me bie­ten KfW, BAFA und die För­der­ban­ken der je­wei­li­gen Län­der an. Das pas­sen­de Pro­gramm zu fin­den ist al­ler­dings nicht immer ein­fach. „Eine gute erste An­lauf­stel­le ist die Haus­bank. Sie kann prü­fen, wel­che För­der­pro­gram­me in­fra­ge kom­men, und un­ter­stützt bei der Be­an­tra­gung von KfW- oder Lan­des­för­der­mit­teln“, er­klärt Bau­fi­nan­zie­rungs­exper­te Fejzu Peci von der Postbank.

  1. Fi­nan­zie­rung an Zins­ni­veau an­pas­sen

Bei sehr nied­ri­gen Bau­zin­sen lohnt sich eine lange Zins­bin­dung, um güns­ti­ge Kon­di­ti­o­nen mög­lichst lange zu si­chern. Lie­gen die Zin­sen höher, kann eine Kom­bi­na­ti­on meh­re­rer Dar­le­hen mit un­ter­schied­li­chen Lauf­zei­ten sinn­voll sein. „Dar­le­hen mit kür­ze­rer Zins­bin­dung sind in der Regel güns­ti­ger als lang­fris­ti­ge Fi­nan­zie­run­gen. Der so ent­ste­hen­de fi­nan­zi­el­le Frei­raum kann für eine hö­he­re Til­gung ein­ge­setzt wer­den, um schnel­ler schul­den­frei zu wer­den”, sagt der Postbank Ex­per­te.

  1. Früh an die An­schluss­fi­nan­zie­rung den­ken

Viele Im­mo­bi­li­en­dar­le­hen lau­fen nach zehn oder 15 Jah­ren aus. Wer sich früh­zei­tig um die An­schluss­fi­nan­zie­rung küm­mert und An­ge­bo­te ver­gleicht, kann häu­fig bes­se­re Kon­di­ti­o­nen si­chern. Das Ge­spräch mit der ei­ge­nen Bank soll­te dabei eben­so selbst­ver­ständ­lich sein wie der Ver­gleich mit an­de­ren An­bie­tern. „Viele Ban­ken er­mög­li­chen be­reits meh­re­re Jahre vor Ab­lauf des Dar­le­hens den Ab­schluss eines so­ge­nann­ten Forward-​Darlehens. Damit kann man sich das ak­tu­el­le Zins­ni­veau für die Zu­kunft si­chern“, er­gänzt Fejzu Peci.

  1. Fi­nan­zi­el­le Eng­päs­se früh­zei­tig an­spre­chen

Gerät die Fi­nan­zie­rung durch ver­än­der­te Le­bens­um­stän­de unter Druck, soll­ten Kre­dit­neh­mer mög­lichst früh das Ge­spräch mit ihrer Bank su­chen. Oft las­sen sich ge­mein­sam Lö­sun­gen fin­den: „Nie­mand muss mit fi­nan­zi­el­len Pro­ble­men al­lein blei­ben. Es gibt meist deut­lich mehr Hand­lungs­mög­lich­kei­ten, als viele ver­mu­ten. Ge­mein­sam mit der Haus­bank las­sen sich oft Lö­sun­gen fin­den, bevor Zah­lungs­pro­ble­me ent­ste­hen“, sagt Fejzu Peci.

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Die Europäische Zentralbank hat auf ihrer heutigen Sitzung den Hauptrefinanzierungssatz wie erwartet um 25 Basispunkte auf 2,65 % und den Einlagensatz entsprechend auf 2,50 % angehoben. Es ist die zweite EZB-Zinserhöhung in diesem Jahr nach Juni, im Juli folgte eine Zinspause.

Der Schritt kam nicht überraschend: Bereits in den Protokollen zur Juli-Sitzung hatte die EZB eine weitere Anhebung für notwendig erklärt, sofern sich die Inflationsaussichten nicht erheblich verbessern würden. Das Gegenteil war der Fall − die Inflation im Euroraum stieg im August nach vorläufiger Schätzung um 3,3 % zum Vorjahr, in Deutschland lag die Teuerung bei 2,9 %. Haupttreiber bleibt die Energie: Der seit Ende Februar andauernde Konflikt im Iran bzw. um die Straße von Hormus ist nach ersten Entspannungssignalen im Sommer wieder aufgeflammt und hält die Ölpreise hoch. In Deutschland kam das Rekord-Niedrigwasser im Rhein hinzu, das Kraftstoffe und Heizöl weiter verteuerte.

„Die EZB hat gehandelt, weil sie handeln musste“, ordnet Marco Schöfl, Director Sales der Qualitypool GmbH, ein. „Mit 3,3 % liegt die Inflation im Euroraum wieder deutlich über dem Zielwert, und der Preisschub bei Energie überträgt sich zunehmend auf die Preise anderer Güter und Dienstleistungen. Gleichzeitig gibt es gute Gründe, jetzt wieder eine Zinspause einzulegen: Die Kerninflation hat sich vorerst stabilisiert, die Löhne zeigen keine Zweitrundeneffekte, und das Wachstum im ersten Halbjahr wurde vor allem vom Export getragen, während Investitionen und Konsum schwach blieben. Ob weitere Zinsschritte folgen, hängt entscheidend davon ab, wie sich die Energiepreise in den kommenden Wochen entwickeln.“

Immerhin hellt sich die Stimmung in der europäischen Wirtschaft leicht auf: Der Economic Sentiment Indicator der EU-Kommission stieg im August auf 98,4 Punkte im Euroraum und liegt damit deutlich über den Tiefständen vom April – wenn auch weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt von 100. Auch die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute haben ihre Konjunkturprognosen zuletzt spürbar erhöht.

Fed: Warsh setzt auf weniger Signale – und steht zwischen den Fronten

In den USA steht die nächste Zinsentscheidung der Federal Reserve am 15. und 16. September an. Fed-Chef Kevin Warsh hat auf dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole Ende August keine konkreten Hinweise auf die Entscheidung gegeben – und das ausdrücklich zum Prinzip erklärt: Die Fed werde sich künftig weniger auf einen bestimmten Kurs festlegen und stärker von Sitzung zu Sitzung entscheiden. Zugleich stellte er klar, dass das Inflationsziel von 2 % unverrückbar sei. Mit einer aktuellen Rate von 3,7 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum habe die Fed „noch Arbeit zu tun“.

Die Märkte werteten den Auftritt als „hawkish“: An den Rentenmärkten in den USA, Europa und Japan kam es zu einem erneuten Kursrutsch, die Renditen langlaufender Anleihen stiegen weiter. Dazu kommt politischer Gegenwind: US-Präsident Trump fordert von Warsh nun erstmals explizit Zinssenkungen und droht andernfalls mit einem Handelsstopp gegenüber Ländern, mit denen die USA ein Handelsdefizit haben.

„Der neue Fed-Chef sitzt zwischen allen Stühlen“, kommentiert Schöfl. „Drei seiner Kollegen im Offenmarktausschuss haben bereits im Juli für eine Anhebung gestimmt, die Inflation ist hartnäckig und der Arbeitsmarkt robust. Auf der anderen Seite steht der politische Druck aus dem Weißen Haus – wobei ein Handelsstopp die Preise voraussichtlich eher weiter treiben würde als senken. Der Ausgang der September-Sitzung bleibt tatsächlich offen. Für die Zinsmärkte auf beiden Seiten des Atlantiks heißt das: Die Volatilität bleibt uns erhalten.“

Entwicklung der Baufinanzierungszinsen

Die Bestzinsen für Baufinanzierungen haben im Zuge des jüngsten Renditeanstiegs an den Anleihemärkten ihr Niveau gehalten. In den letzten Wochen bewegen sich die Bestzinsen für 10-jährige Zinsbindungen in einer Spanne von etwa 3,5 bis 3,7 %, für 15-jährige Zinsbindungen bei rund 3,9 bis 4,0 %.

„Die Zeit fallender Zinsen ist vorerst vorbei“, sagt Schöfl. „Ihre Tendenz zeigte zuletzt eher nach oben als nach unten. Für Finanzierungskunden bedeutet das: Nicht auf den perfekten Zeitpunkt spekulieren, sondern die eigene Finanzierung gegen mehrere Szenarien absichern. Wer aktuell eine Anschlussfinanzierung plant, könnte die Konditionen zeitnah sichern, etwa über ein Forward-Darlehen. Längere Zinsbindungen bieten in diesem Umfeld zusätzliche Planungssicherheit.“

Einen Lichtblick gibt es dennoch: Sollte sich die Lage am Golf entspannen und der Energiepreis nachgeben, dürfte die EZB nach diesem Schritt in eine längere Pause gehen. Einzelne Marktbeobachter rechnen damit, dass die Renditen von Bundesanleihen bis zum Jahresende wieder in Richtung 3 % zurückkehren könnten – was auch den Bauzinsen etwas Luft verschaffen würde.

Tendenz:

  • Kurzfristig: Aufwärtsgerichtet bis seitwärts, weiterhin erhöhte Schwankungsbreite
  • Langfristig: Konstant bis etwas höher; maßgeblich beeinflusst durch die Entwicklung des Iran-Konflikts und die Energiepreise

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Bauzinsen für zehnjährige Darlehen steigen auf rund 4,2 Prozent – Aufwärtstrend bei kurzen Laufzeiten hält an

Anleihemärkte im Fokus: Höhere Renditen für Staatsanleihen treiben Bauzinsen an

Interhyp-Bankenpanel: Uneinheitliche Prognose bei der langfristigen Zinsentwicklung bis Jahresende

Die Bauzinsen für 10-jährige Darlehen liegen aktuell bei knapp 4,2 Prozent. Während die Europäische Zentralbank (EZB) am heutigen Donnerstag die Leitzinsen wie vom Markt erwartet angehoben hat, haben die Bauzinsen bereits in den Wochen zuvor kontinuierlich angezogen.

“Immobilienkäufer sollten sich weniger an einzelnen EZB-Schritten als an den Entwicklungen am Anleihemarkt orientieren.”, erläutert Jörg Utecht, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG. “Die hohen Energiepreise hatten zuletzt an den Kapitalmärkten die Sorge vor einer länger anhaltenden Inflation verstärkt. Dadurch sind die Renditen langfristiger Staatsanleihen spürbar gestiegen, was auch die Bauzinsen nach oben gezogen hat. Käuferinnen und Käufer sollten sich darauf einstellen, dass das Niveau vorerst oberhalb der 4-Prozent-Marke bleibt.”

Experten-Panel: Fokus auf Kapitalmarkt und Geopolitik

Das aktuelle Interhyp-Bankenpanel spiegelt die Volatilität der Finanzmärkte wider. Bei der kurzfristigen Prognose (nächste ein bis zwei Monate) sind die Experten unentschieden: 50 Prozent rechnen mit weiter steigenden Notierungen, während die anderen 50 Prozent von einer Seitwärtsbewegung auf dem aktuellen Niveau ausgehen.

Mit Blick auf das Jahresende zeigt sich folgendes Bild: Das Panel ist exakt gedrittelt. Jeweils rund 33 Prozent der Befragten erwarten steigende, gleichbleibende oder wieder fallende Zinsen. Diese Uneinigkeit unterstreicht, wie sehr die künftige Entwicklung von externen Faktoren wie der Inflation und geopolitischen Spannungen abhängt.

Ein Panel-Teilnehmer erklärt: “Der Anstieg der Kapitalmarktzinsen sollte in den kommenden Wochen auch die Baufinanzierungs-Zinsen noch ein Stück weiter nach oben drücken. Zum Ende des Monats sollte aber die Erkenntnis zunehmen, dass die EZB maximal noch eine Zinserhöhung durchführen wird, da die Inflation zu wenig Zweitrundeneffekten führen wird. Damit sollten die langfristigen Zinsen auch wieder etwas nachgeben.”

Neben der Geldpolitik wirken vor allem globale Krisen auf die Renditen: “Kurzfristig bestimmt weiterhin die Lage im Nahen Osten die Zinsentwicklung. Derweil hat sich die Konjunkturstimmung in diesem Monat weiter verbessert und die Sorgen vor einer Rezession werden trotz erhöhter Energiepreise zurückgedrängt. Die EZB dürfte die Leitzinsen im September nochmal anheben, was die Kreditzinsen aber nicht mehr signifikant beeinflussen sollte.”

Die Verknüpfung von Fiskalpolitik und Marktzinsen bleibt laut Panel ein wesentlicher Faktor: “Die Kombination aus dem Iran-Konflikt, der EZB-Zinserhöhung vom Juni und den globalen Fiskalprogrammen – insbesondere die europäische Aufrüstung – hält den Aufwärtsdruck auf die langfristigen Renditen aufrecht. Die 10-Jahres-Hypothekenzinsen dürften bis Ende September moderat steigen, da der jüngste Bund-Renditeanstieg noch nicht vollständig in die Konditionen eingepreist ist. Erst ein nachhaltiger Waffenstillstand im Nahen Osten oder ein deutlicher Konjunktureinbruch würde die Zinswende nach unten einleiten – beides ist kurzfristig nicht absehbar.”

Fazit für Immobilieninteressierte

Trotz der leichten Aufwärtstendenz bei den Zinsen sieht Jörg Utecht keinen Grund für Torschlusspanik, rät aber zu einer akribischen Vorbereitung: “Zinsen um die vier Prozent sind die neue Realität, auf die man sich einstellen kann. Besonders in einem solchen Umfeld ist es wichtig, den Markt zu vergleichen, um den optimalen Kreditgeber für das individuelle Finanzierungsvorhaben zu finden. Gleichzeitig ist der Zins wichtig, aber nicht alles. Eine Baufinanzierung besteht am Ende immer aus vielen Bausteinen. Auch die gewählte Zinsbindung oder Tilgungsrate haben einen Einfluss auf die monatliche Rate. Kreditnehmer sollten außerdem prüfen, ob sich staatliche Förderprogramme in die Finanzierung einbinden lassen. Wer heute klug vergleicht und sich professionelle Unterstützung holt, findet auch in diesem Umfeld eine Finanzierung, die langfristig in die Lebensplanung passt.”

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Verband der Privaten Bausparkassen: Fest vereinbarter Darlehenszins gewinnt bei steigenden Zinsen an Bedeutung

EZB-Zinsentscheidung: Bausparen schafft Planungssicherheit für Immobilienkäufer / Verband der Privaten Bausparkassen: Fest vereinbarter Darlehenszins gewinnt bei steigenden Zinsen an Bedeutung.

Die Europäische Zentralbank hat die Leitzinsen erneut angehoben. Für Menschen, die Wohneigentum erwerben wollen, erhöht das den Druck auf die Finanzierung.

Zwar folgen Bauzinsen dem EZB-Leitzins nicht eins zu eins. Entscheidend sind insbesondere die Erwartungen an den Kapitalmärkten und die Entwicklung der langfristigen Zinsen. Steigen diese, kann auch die Immobilienfinanzierung teurer werden.

“Gerade in einem bewegten Zinsumfeld wird Planungssicherheit immer wichtiger”, sagt Christian König, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Privaten Bausparkassen. “Wer heute für Wohneigentum vorsorgt, sollte nicht nur auf den aktuellen Zinssatz schauen, sondern auch auf die Finanzierung von morgen.”

Dass der Wunsch nach den eigenen vier Wänden groß bleibt, zeigt die aktuelle Sommerumfrage des Verbands. Der Anteil derjenigen, die Wohneigentum als Sparziel nennen, ist innerhalb eines Jahres von 33,0 auf 38,8 Prozent gestiegen. Zugleich werden die finanziellen Spielräume zum Sparen enger.

Gerade deshalb leistet Bausparen einen wichtigen Beitrag zur Planungssicherheit. Der Bauspardarlehenszins wird bereits bei Vertragsabschluss fest vereinbart und bleibt damit für die spätere Finanzierung kalkulierbar.

“Wer bauspart, kann ruhiger planen, wenn der Darlehenszins für später feststeht”, so König.

Für viele Haushalte wird es damit noch wichtiger, frühzeitig Eigenkapital aufzubauen und die Finanzierung des späteren Wohneigentums langfristig vorzubereiten.

Hintergrund:

Das Marktforschungsinstitut Kantar befragt im Auftrag des Verbands der Privaten Bausparkassen dreimal jährlich die Menschen in Deutschland zu ihrem Sparverhalten. Die aktuelle repräsentative Erhebung unter 2.006 Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern fand im Juni 2026 statt. Es handelt sich um die 87. Befragung seit Beginn der Erhebungsreihe im Jahr 1997.

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Verband der Privaten Bausparkassen e.V., Klingelhöfer Str. 4, D­-10785 Berlin, Tel.: 030 / 590091­500, Fax: 030 / 590091­501, www.bausparkassen.de

War Überprüfung der Kreditwürdigkeit korrekt?

BaFin-Befragung zeigt Probleme bei Anschlussfinanzierungen

Tagesschau berichtet über steigende Kreditraten

EU-Richtlinie verpflichtet Banken seit 2016 zu strenger Kreditwürdigkeitsprüfung

Viele Immobilienkredite aus der Niedrigzinsphase erreichen derzeit das Ende ihrer Zinsbindung – und Verbraucher können dadurch in finanzielle Not geraten, weil die Belastung bei der Anschlussfinanzierung deutlich steigt. Nach einem Bericht der Tagesschau vom 9. Juni 2026 wurden Baufinanzierungen vor zehn Jahren teilweise zu Zinssätzen von weniger als zwei Prozent abgeschlossen. Für die Anschlussfinanzierung werden heute deutlich höhere Zinsen verlangt. In einem von der Tagesschau dargestellten Beispiel steigt die monatliche Kreditbelastung dadurch um mehr als 400 Euro.

Gleichzeitig zeigt eine Verbraucherbefragung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) aus dem Sommer 2024, dass viele Immobilienfinanzierer bereits unter Druck stehen. Fast jede vierte befragte Person, die Konditionsanfragen oder Kreditanträge für eine Anschlussfinanzierung gestellt hatte, erhielt eine oder mehrere Absagen. Mehr als die Hälfte der Befragten mit Immobilienfinanzierung bezeichnete es zudem als schwierig, Lebenshaltungskosten und monatliche Kreditraten gleichzeitig aufzubringen.

Für die Verbraucherrechtskanzlei Dr. Stoll & Sauer stellt sich damit eine bislang wenig beachtete Frage: Haben Banken bei Immobilienkrediten aus der Niedrigzinsphase ausreichend geprüft, ob Verbraucher ihre Finanzierung langfristig tragen können? Seit dem 21. März 2016 gelten aufgrund der europäischen Wohnimmobilienkreditrichtlinie konkretisierte Anforderungen an die Kreditwürdigkeitsprüfung. Verstöße können nach §§ 505a bis 505d BGB erhebliche rechtliche Folgen haben. Betroffene können ihre Finanzierung im Immobilienkredit-Online-Check von Dr. Stoll & Sauer kostenlos überprüfen lassen.

Tagesschau: Mehr als 400 Euro zusätzliche Belastung im Monat

Wie stark der Zinsanstieg Verbraucher treffen kann, zeigt ein Rechenbeispiel der Tagesschau vom 9. Juni 2026.

Ein Immobilienkredit über rund 440.000 Euro wurde vor zehn Jahren zu einem Zinssatz von 1,4 Prozent und mit zwei Prozent Tilgung abgeschlossen. Die monatliche Rate lag bei rund 1.250 Euro. Nach zehn Jahren verbleibt eine Restschuld von rund 346.000 Euro.

Bei einer Anschlussfinanzierung zu rund 3,8 Prozent steigt die monatliche Belastung im Beispiel auf etwa 1.665 Euro. Das sind mehr als 400 Euro zusätzlich im Monat beziehungsweise rund 5.000 Euro im Jahr.

Besonders problematisch kann die Situation für Verbraucher werden, deren Finanzierung bereits ursprünglich knapp kalkuliert war oder die heute noch eine hohe Restschuld haben.

BaFin: Fast jeder Vierte erhält mindestens eine Absage

Dass Schwierigkeiten bei Anschlussfinanzierungen bereits auftreten, zeigt die repräsentative BaFin-Befragung aus dem Sommer 2024 mit mehr als 3.000 Verbraucherinnen und Verbrauchern. Ergebnisse der Befragung hat die BaFin unter anderem über ihren offiziellen LinkedIn-Account veröffentlicht.

Nach Angaben der BaFin

benötigt knapp die Hälfte der Befragten mit laufender Immobilienfinanzierung und festem Zinssatz noch eine Anschlussfinanzierung,

stand beziehungsweise steht diese bei 40 Prozent davon bereits 2025 oder 2026 an,

erhielt fast jede vierte Person, die bereits Konditionsanfragen oder Kreditanträge für eine Anschlussfinanzierung gestellt hatte, eine oder mehrere Absagen,

empfindet mehr als die Hälfte der Befragten mit Immobilienfinanzierung es als schwierig, Lebenshaltungskosten und monatliche Kreditraten gleichzeitig aufzubringen.

Eine heutige Ablehnung einer Anschlussfinanzierung beweist allerdings nicht, dass die ursprüngliche Kreditvergabe rechtswidrig war. Einkommen, Familienverhältnisse und wirtschaftliche Bedingungen können sich innerhalb von zehn Jahren erheblich verändert haben.

Die Zahlen geben nach Ansicht von Dr. Stoll & Sauer jedoch Anlass, bei problematischen Krediten auch die ursprüngliche Kreditwürdigkeitsprüfung in den Blick zu nehmen.

EU-Richtlinie verpflichtet Banken seit 2016 zur eingehenden Kreditwürdigkeitsprüfung

Grundlage der deutschen Regelungen ist die europäische Wohnimmobilienkreditrichtlinie 2014/17/EU vom 4. Februar 2014. Nach Artikel 18 müssen Kreditgeber vor Abschluss eines Wohnimmobilienkredits eingehend prüfen, ob der Verbraucher seinen Verpflichtungen aus dem Kreditvertrag voraussichtlich nachkommen kann.

Dabei müssen unter anderem Einkommen, Ausgaben sowie weitere finanzielle und wirtschaftliche Umstände berücksichtigt werden. Die Prüfung muss zudem dokumentiert und aufbewahrt werden.

Deutschland setzte die Vorgaben zum 21. März 2016 insbesondere mit den §§ 505a bis 505d BGB um.

Die zeitliche Überschneidung ist auffällig: Die ersten Immobilienkredite, die nach Inkrafttreten der neuen Vorschriften mit zehnjähriger Zinsbindung abgeschlossen wurden, erreichen jetzt das Ende dieser Zinsbindung.

Mussten Banken auch steigende Zinsen im Blick haben?

Die Kreditwürdigkeitsprüfung soll nicht nur zeigen, ob ein Verbraucher die günstige Anfangsrate bezahlen kann. Entscheidend ist vielmehr, ob die Finanzierung voraussichtlich dauerhaft tragfähig ist.

Für Immobilienkredite ab Mai 2018 wurden diese Anforderungen durch die Immobiliar-Kreditwürdigkeitsprüfungsleitlinien-Verordnung weiter konkretisiert. § 4 Abs. 3 ImmoKWPLV nennt ausdrücklich zukünftige wahrscheinliche negative Ereignisse, die bei der Prüfung berücksichtigt werden müssen. Als Beispiel nennt die Verordnung einen “Anstieg des Sollzinssatzes”.

Für Dr. Stoll & Sauer stellt sich deshalb bei problematischen Finanzierungen die Frage, ob Banken ausreichend berücksichtigt haben, dass nach Ablauf einer günstigen Zinsbindung deutlich höhere Belastungen entstehen können.

Für Verträge aus den Jahren 2016 und 2017 gilt die ImmoKWPLV noch nicht unmittelbar. Bereits damals bestanden jedoch aufgrund der Wohnimmobilienkreditrichtlinie und der §§ 505a und 505b BGB umfangreiche Pflichten zur Prüfung der Kreditwürdigkeit.

Wann sollten Immobilienbesitzer ihre Finanzierung überprüfen lassen?

Verbraucher können regelmäßig nicht selbst beurteilen, ob ihre Bank bei der ursprünglichen Kreditwürdigkeitsprüfung Fehler gemacht hat. Dafür müssen sie auch keine internen Unterlagen oder Berechnungen der Bank kennen.

Aus Sicht von Dr. Stoll & Sauer können bestimmte Umstände jedoch ein Hinweis darauf sein, dass eine genauere rechtliche Prüfung sinnvoll ist:

Der Immobilienkredit wurde ab dem 21. März 2016 abgeschlossen.

Die Zinsbindung endet jetzt oder in den kommenden Jahren.

Der damalige Zinssatz lag deutlich unter dem heutigen Zinsniveau.

Trotz jahrelanger Zahlungen besteht noch eine hohe Restschuld.

Die neue Monatsrate steigt erheblich.

Die höhere Rate ist aus dem laufenden Einkommen nur schwer zu bezahlen.

Eine Bank hat die Anschlussfinanzierung bereits abgelehnt.

Andere Banken verlangen zusätzliches Eigenkapital oder lehnen eine Finanzierung ebenfalls ab.

Die ursprüngliche Finanzierung war schon bei Abschluss sehr knapp kalkuliert.

Die anfängliche Tilgung war niedrig und dadurch ist nach zehn Jahren noch ein großer Teil des Darlehens offen.

Treffen mehrere dieser Punkte zu, bedeutet das noch nicht automatisch, dass die Bank einen Rechtsverstoß begangen hat. Es kann jedoch sinnvoll sein, die ursprüngliche Kreditvergabe und die damals vorgenommene Kreditwürdigkeitsprüfung überprüfen zu lassen.

  • 505d BGB kann Verbrauchern Rechte geben

Hat eine Bank gegen ihre gesetzlichen Pflichten bei der Kreditwürdigkeitsprüfung verstoßen, sieht § 505d BGB konkrete Rechtsfolgen vor.

Unter den gesetzlichen Voraussetzungen kann sich beispielsweise der vereinbarte Sollzins reduzieren. Zudem kann dem Verbraucher ein fristloses Kündigungsrecht zustehen, ohne dass die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen kann.

Besonders relevant kann die Vorschrift werden, wenn ein Darlehensnehmer seine Verpflichtungen nicht mehr erfüllen kann und gerade der dafür ursächliche Umstand bei einer ordnungsgemäßen Kreditwürdigkeitsprüfung dazu hätte führen müssen, dass der Kredit nicht vergeben wird.

Nicht jeder Fehler führt automatisch zu Ansprüchen. Entscheidend ist der konkrete Einzelfall.

Dr. Stoll & Sauer: Betroffene müssen Fehler der Bank nicht selbst erkennen

Verbraucher müssen nicht selbst beurteilen können, welche Berechnungen eine Bank vor zehn Jahren vorgenommen hat und ob diese rechtlich ausreichend waren.

Für eine erste Einschätzung sind zunächst vor allem der ursprüngliche Kreditvertrag, die aktuelle Restschuld, das Ende der Zinsbindung und die Konditionen einer möglichen Anschlussfinanzierung interessant. Auch eine bereits erfolgte Ablehnung einer Anschlussfinanzierung kann für die Prüfung wichtig sein.

Dr. Stoll & Sauer sieht derzeit keinen Nachweis dafür, dass Banken in der Niedrigzinsphase flächendeckend gegen die gesetzlichen Vorgaben zur Kreditwürdigkeitsprüfung verstoßen haben. Die Kombination aus deutlich höheren Anschlusszinsen, den Ergebnissen der BaFin-Befragung und den seit 2016 geltenden europäischen Vorgaben macht eine Überprüfung problematischer Immobilienkredite jedoch sinnvoll.

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Anstieg des Immobilienfinanzierungsneugeschäfts um 8,5 %

Von Januar bis Juni dieses Jahres vergaben die im Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) zusammengeschlossenen Institute Immobiliendarlehen im Volumen von 80,4 Mrd. Euro. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 legten die Zusagen um 8,5 % zu (H1 2025: 74,1 Mrd. Euro).

Mit einem Anteil von 62,3 % machten erneut Wohnimmobiliendarlehen den größeren Anteil am Immobilienfinanzierungsgeschäft aus: Ihr Volumen belief sich im ersten Halbjahr dieses Jahres auf 50,1 Mrd. Euro, ein Plus von 5,3 % im Vergleich zum Vorjahreswert (H1 2025: 47,6 Mrd. Euro). Eine Wachstumsrate in Höhe von 14,3 %, allerdings basierend auf einem im langfristigen Vergleich nach wie vor niedrigen Niveau, wiesen Gewerbeimmobiliendarlehen auf: Ihr Volumen summierte sich von Januar bis Juni 2026 auf 30,3 Mrd. Euro (H1 2025: 26,5 Mrd. Euro).

“Das Immobilienfinanzierungsneugeschäft der Pfandbriefbanken weist für das erste Halbjahr 2026 Zuwächse auf, die Entwicklung in diesem Geschäftsfeld verläuft solide. Die Darlehensvergabe liegt jedoch weiterhin deutlich unterhalb der Volumina, die vor der Zinswende erreicht worden sind”, betonte Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des vdp. Für das zweite Halbjahr rechnet er unter den gegebenen Rahmenbedingungen allenfalls mit leichten Anstiegen des Neugeschäfts. Es sei davon auszugehen, dass sich die geopolitischen Unsicherheiten, die Konjunkturschwäche und die weiter angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt auch dämpfend auf die Immobilienfinanzierung auswirkten.

Tolckmitt appellierte an die Politik, die Wohneigentumsbildung privater Haushalte stärker zu fördern. Die eigenen vier Wände seien nach wie vor die beste Form der Altersvorsorge. “Dass in Deutschland größtenteils zur Miete gewohnt werde, zeigt, welch großes Potenzial in der Wohneigentumsförderung liegt.” Beispielsweise könne eine Senkung der Grunderwerbsteuer für Selbstnutzer einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die Zugangshürden zum Wohneigentum zu reduzieren. Dies würde einen geringeren Fremdkapitalbedarf nach sich ziehen, was wiederum den Immobilienerwerb deutlich erschwinglicher machen würde. Zugleich könne dadurch der Mietwohnungsmarkt entlastet werden.

Wohnimmobilien: Darlehen für Mehrfamilienhäuser legen am stärksten zu

Zum Anstieg des Volumens an Wohnimmobiliendarlehen auf 50,1 Mrd. Euro trugen im ersten Halbjahr 2026 nahezu alle Immobilienklassen bei: Am stärksten fiel der relative Anstieg mit 7,3 % im Vorjahresvergleich bei Darlehen für Mehrfamilienhäuser aus (13,2 Mrd. Euro). Dahinter rangierten mit Zuwachsraten von 6,7 % bzw. 4,0 % die Finanzierungen von Eigentumswohnungen (11,2 Mrd. Euro) und von Ein- und Zweifamilienhäusern (23,2 Mrd. Euro). Die Darlehensvergabe für sonstige wohnwirtschaftliche Objekte wie z. B. Bauland erreichte den Vorjahreswert von 2,5 Mrd. Euro.

Gewerbeimmobilienfinanzierung: 9 Mrd. Euro für Handelsgebäude

Der Volumenzuwachs bei neuen Gewerbeimmobiliendarlehen auf insgesamt 30,3 Mrd. Euro speiste sich von Januar bis Juni dieses Jahres vor allem aus der Entwicklung bei Finanzierungen für Handelsgebäude, die im Jahresvergleich um 40,6 % auf 9,0 Mrd. Euro anstiegen. Die Wachstumsraten bei der Darlehensvergabe für Büroobjekte (14,8 Mrd. Euro) und für Hotels (2,4 Mrd. Euro) betrugen 9,6 % bzw. 9,1 %. Das Neugeschäft bei Industriegebäuden (0,5 Mrd. Euro) und bei sonstigen gewerblich genutzten Objekten (3,6 Mrd. Euro) war dagegen rückläufig im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr (-16,7 % bzw. -5,3 %).

Darlehensbestände entwickeln sich gegenläufig

Die neu vergebenen Wohnimmobiliendarlehen führten zu einem moderaten Bestandszuwachs in diesem Segment: Zum Stichtag 30. Juni 2026 lag das Volumen ausgereichter Darlehen für Wohnobjekte bei 762,9 Mrd. Euro und damit 1,3 % höher als ein Jahr zuvor. Der Gewerbeimmobilienfinanzierungsbestand sank dagegen um 3,5 % auf 278,4 Mrd. Euro. Das Neugeschäft reichte damit weiterhin nicht aus, um die Tilgungen zu kompensieren. Insgesamt blieb der Bestand an Immobiliendarlehen mit 1.041,3 Mrd. Euro auf Vorjahresniveau.

Über den Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp)

Der Verband deutscher Pfandbriefbanken ist einer der fünf Spitzenverbände der Deutschen Kreditwirtschaft. Er repräsentiert die bedeutendsten Kapitalgeber für den Wohnungs- und Gewerbebau sowie für den Staat und seine Institutionen.

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Verband deutscher Pfandbriefbanken e.V., Georgenstraße 21, 10117 Berlin, Tel: +49 30 20915-330, www.pfandbrief.de

Die Europäische Zentralbank hat ihren Hauptrefinanzierungssatz auf ihrer Sitzung Ende Juli bei 2,4 % belassen und damit nach der Zinserhöhung im Juni zunächst eine Pause eingelegt.

Die Entscheidung fiel einstimmig, wie EZB-Präsidentin Christine Lagarde im Anschluss betonte – allerdings hätten sich einzelne Ratsmitglieder durchaus gefragt, ob nicht bereits im Juli ein weiterer Zinsschritt angezeigt gewesen wäre. Die danach veröffentlichten Verbraucherpreise dürften diese Diskussion neu befeuern: Die Inflation im Euroraum zog im Juli vorläufig auf 2,9 % an, nach 2,8 % im Juni. Auch die Kerninflation stieg von 2,4 auf 2,5 %. Haupttreiber war erneut die Energiekomponente, nachdem sich der Konflikt im Nahen Osten im Laufe des Monats wieder verschärft hatte.

„Mit den ersten Inflationszahlen aus dem Juli ist der Spielraum für eine weitere Zinspause deutlich kleiner geworden“, ordnet Marco Schöfl, Director Sales der Qualitypool GmbH, ein. „Sowohl die Gesamt- als auch die Kerninflation liegen wieder oberhalb der Werte vom Juni, und die Terminmärkte preisen für die Sitzung nach der Sommerpause am 10. September vergleichsweise klar eine Anhebung um 25 Basispunkte ein, mit der Möglichkeit eines weiteren Schritts bis Jahresende. Die überraschend robusten BIP-Zahlen für das zweite Quartal – die Eurozone wuchs um 1,0 % gegenüber den erwarteten 0,5 % – nehmen der EZB zumindest die Sorge, mit einer Zinserhöhung das Wachstum abzuwürgen.“

Fed hält erneut still – Märkte reagieren nervös

In den USA hat die Federal Reserve ihren Leitzinskorridor unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh zum zweiten Mal in Folge unverändert bei 3,50 bis 3,75 % belassen. Bemerkenswert war der deutliche Dissens im Offenmarktausschuss: Drei der zwölf stimmberechtigten Mitglieder sprachen sich für eine sofortige Anhebung um 25 Basispunkte aus – der stärkste Widerspruch innerhalb des Gremiums seit zehn Jahren. Die Terminmärkte sehen für die nächste Sitzung am 16. September inzwischen eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung gegenüber einer erneuten Fortführung des Zinskurses.

Die Marktreaktion auf die Fed-Sitzung fiel deutlich aus: Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen stieg auf den höchsten Stand seit 2007, der US-Dollar gab nach, und die Aktienmärkte verloren spürbar. „Das war ein klares Signal, dass die Märkte Warshs zurückhaltender Kommunikationsstrategie bisher nicht ohne Weiteres folgen“, kommentiert Schöfl. „Wenn eine Notenbank die Einschätzung der künftigen Zinsentwicklung stärker den Marktteilnehmern überlassen möchte, wie es Walsh formuliert hat, dann steigt zugleich die Unsicherheit über den tatsächlichen geldpolitischen Kurs. Für den Anleihen- und Zinsmarkt in den USA und gegebenenfalls auch für Europa bedeutet das vorerst mehr Volatilität.“

Entwicklung der Baufinanzierungszinsen

Nach einer spürbaren Veränderung im Juli – die Bestzinsen für 10-jährige Zinsbindungen waren von rund 3,4 % auf etwa 3,7 % gestiegen – zeichnet sich für August zunächst eine Seitwärtsbewegung auf leicht höherem Niveau ab. Aktuell bewegen sich die Bestzinsen für 10-jährige Zinsbindungen in einer Spanne von etwa 3,6 bis 3,8 %, für 15-jährige Zinsbindungen bei rund 3,8 bis 4,0 %.

„Die Bauzinsen haben im Juli einen kleinen Sprung gemacht und bewegen sich vorerst auf einem etwas höheren Niveau als im ersten Halbjahr“, sagt Schöfl. „Sollte die EZB im September tatsächlich nachlegen und gleichzeitig auch die Fed die Zügel anziehen, könnte mit weiterem Aufwärtsdruck zu rechnen sein. Finanzierungskunden sollten sich aktuell verfügbare Konditionen nicht auf die lange Bank schieben, sondern eher zeitnah sichern – etwa über ein Forward-Darlehen, falls die Anschlussfinanzierung erst in einigen Monaten ansteht.“

Tendenz:

  • Kurzfristig: Leicht aufwärtsgerichtet, erhöhte Schwankungsbreite
  • Langfristig: Konstant bis etwas höher; u. a. beeinflusst durch weitere geopolitische Entwicklungen (Iran-Konflikt)

Über die Qualitypool GmbH:

Die Qualitypool GmbH ist mit mehr als 13.000 aktiven Maklern einer der führenden Maklerpools Deutschlands. Qualitypool bietet Finanzdienstleistern und Finanzvertrieben professionelle Unterstützung bei der Vermittlung von Baufinanzierungen, Konsumentenkrediten, Bausparlösungen und Versicherungen. Der Vertriebsunterstützer ermöglicht Maklern im Rahmen eines speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Leistungspakets die neutrale Finanzierungsplattform EUROPACE sowie die Versicherungsplattform SMART INSUR. Qualitypool ist eine 100%ige Tochter der an der Frankfurter Börse im MDAX gelisteten Hypoport SE, einem Netzwerk von Technologieunternehmen für die Kredit- & Immobilien- sowie Versicherungswirtschaft.

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Mittelstandsförderung für Klima- und Umweltvorhaben hat sich auf 11,2 Milliarden Euro mehr als verdoppelt

Großes Interesse privater Kunden an Bundesförderung effizienter Gebäude einschließlich Heizungsförderung

Export- und Projektfinanzierungen wachsen um 33 Prozent auf 15,4 Milliarden Euro

Ökonomisches Ergebnis mit 1.238 Millionen Euro deutlich über Vorjahr – Konzernergebnis bei 877 Millionen Euro

Stefan Wintels: “Es ist sehr erfreulich, dass wir unser Konzernergebnis deutlich steigern konnten. Die KfW setzt diese finanzielle Stabilität ein, um Wirtschaft und Gesellschaft wirksam zu unterstützen.”

Die KfW Bankengruppe hat ein sehr gutes erstes Halbjahr verzeichnet und Finanzierungen in Höhe von 57,7 Milliarden Euro zugesagt (01-06/2025: 39,4 Milliarden Euro). Damit lag zum Halbjahr das Zusagevolumen für originäres Fördergeschäft auf Rekordniveau. Das Neugeschäft lag rund 46 Prozent über dem Vorjahreswert.

Vor allem in der inländischen Förderung entwickelte sich das zweite Quartal noch dynamischer als das bereits starke erste Quartal. Das Zusagevolumen erreichte zur Jahresmitte 38,9 Milliarden Euro (01-06/2025: 25,3 Milliarden Euro). Besonders ausgeprägt war die Nachfrage nach Förderkrediten im Segment Mittelstand für Klimaschutz- und Umweltvorhaben (11,2 Milliarden Euro gegenüber 5,3 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum). Auch die Programme für private Kunden – insbesondere die energieeffiziente Gebäudeförderung inklusive Heizungsförderung – wurden wieder intensiv nachgefragt.

Bei KfW Capital haben sich die Zusagen der Fondsinvestments auf 389 Millionen Euro mehr als verdoppelt (01-06/2025: 146 Millionen Euro).

“Die unvermindert hohe Nachfrage nach unseren KfW-Förderangeboten für Klima- und Umweltvorhaben zeigt deutlich: Unternehmen und private Kundinnen und Kunden sind bereit, in die Zukunft zu investieren – wenn die Rahmenbedingungen stimmen”, sagte Stefan Wintels, Vorstandsvorsitzender der KfW. “Mit unseren zinsvergünstigten Krediten und Zuschüssen setzen wir wirksame Anreize für Investitionen. Unsere Förderung ist ein wesentlicher Beitrag zu Wachstum, Beschäftigung und zur Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschland.”

Das Neugeschäft der Export- und Projektfinanzierung erreichte 15,4 Milliarden Euro und liegt damit rund 33 Prozent über dem Vorjahresniveau (01-06/2025: 11,6 Milliarden Euro). Gründe für den Anstieg sind die Nutzung attraktiver Marktopportunitäten sowie der erfolgreiche Abschluss großvolumiger Einzelgeschäfte.

Die Zusagen in der KfW Entwicklungsbank lagen mit 3,1 Milliarden Euro sehr deutlich über dem Vorjahresniveau (01-06/ 2025: 2,0 Milliarden Euro). Ursächlich sind vor allem einige großvolumige Zusagen. Ein Großteil dieser Zusagen besteht aus KfW-Eigenmitteln. Dabei gewinnen deutsche und europäische Wirtschaftsinteressen zunehmend an Bedeutung. Auch die DEG verzeichnete einen Zusageanstieg auf 0,9 Milliarden Euro (01-06/2025: 0,6 Milliarden Euro).

Der KfW-Konzern erzielte im ersten Halbjahr ein Ökonomisches Ergebnis (Konzerngewinn vor IFRS-Effekten, Förderaufwand und Steuern) in Höhe von 1.238 Millionen Euro. Es lag damit rund 50 Prozent über dem Vorjahreswert (01-06/2025: 824 Millionen Euro).

In ihrem Fördergeschäft setzte die KfW 237 Millionen EUR eigene Mittel als Förderaufwand ein, um die Konditionen ihrer Förderung auch in schwierigen Zeiten zu verbessern (01-06/2025: 246 Millionen Euro). Schwerpunkte lagen in der Förderung von Gründung und Unternehmensinvestitionen, Innovation, Umwelt und Nachhaltigkeit sowie Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Hierdurch konnte das verbilligte Fördervolumen um rund 30 Prozent ausgeweitet werden. Der erfreuliche Konzerngewinn übertraf mit 877 Millionen Euro den Vorjahreswert deutlich (01-06/2026: 289 Millionen Euro).

“Das deutlich verbesserte ökonomische Ergebnis ist die finanzielle Grundlage unserer Handlungsfähigkeit als Förderbank des Bundes und der Länder. Diese Finanzkraft ist Voraussetzung, um unsere Eigenmittel zu stärken und Förderprogramme zu verbilligen”, sagte Wintels.

Die positive Entwicklung des operativen Ergebnisses (Betriebsergebnis vor Bewertungen und Förderaufwand), das mit 1.103 Millionen Euro über dem Vorjahreswert (01-06/2025: 969 Millionen Euro) lag, resultierte vor allem aus dem Zinsüberschuss (vor Förderaufwand), der mit 1.567 Millionen Euro das Vorjahr deutlich übertraf (01-06/2025: 1.436 Millionen Euro). Der Provisionsüberschuss (vor Förderaufwand), der vor allem die Vergütung von Förderaktivitäten im Auftrag des Bundes umfasst, erreichte mit 340 Millionen Euro das Vorjahresniveau (01-06/2025: 336 Millionen Euro). Der Verwaltungsaufwand (vor Förderaufwand) konnte mit 805 Millionen Euro stabil auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden (01-06/2025: 803 Millionen Euro).

Das Ergebnis aus der Kreditrisikovorsorge zeigte sich mit minus 74 Millionen Euro weiterhin moderat (01-06/2026: minus 95 Millionen Euro). Es resultiert aus Zuführungen zur pauschalen Kreditrisikovorsorge und zu Einzelwertberichtigungen. Gegenläufig wirkten Erträge aus Eingängen auf abgeschriebene Forderungen.

Der Beitrag des Beteiligungsportfolios zum Bewertungsergebnis in Höhe von 192 Millionen Euro (01-06/2025: 110 Millionen Euro) ist vor allem auf die positive Entwicklung im Geschäftsfeld KfW Capital zurückzuführen und setzt mit 119 Millionen Euro den positiven Trend in der Venture-Capital-Finanzierung fort. Die Geschäftsfelder DEG und KfW Entwicklungsbank tragen ebenfalls zu einem positiven Ergebnisbeitrag bei.

Das Ergebnis aus der Fremdwährungsbewertung (vor IFRS-Effekten) beträgt 28 Millionen Euro (01-06/2025: minus 174 Millionen Euro). Hierin enthalten sind die in Fremdwährung gehaltenen DEG-Beteiligungen und deren Teilabsicherung.

Der Ertragssteueraufwand belief sich auf 90 Millionen Euro (01-06/2025: 68 Millionen Euro). Rein IFRS-bedingte Bewertungseffekte aus Derivaten, die zu Sicherungszwecken eingesetzt werden, belasteten das Ergebnis mit 34 Millionen Euro (01-06/2025: minus 222 Millionen Euro).

Die Bilanzsumme lag mit 550,4 Milliarden Euro um 9,7 Milliarden Euro über dem Wert Ende 2025 (540,7 Milliarden Euro). Diese Entwicklung ergab sich vor allem durch einen Anstieg der Liquiditätshaltung und des Nettokreditvolumens.

Mit einer Gesamtkapitalquote sowie einer (harten) Kernkapitalquote von jeweils 28,1 Prozent liegen die aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalquoten weiterhin auf einem sehr guten Niveau (31.03.2026: 28,5 Prozent beziehungsweise 28,4 Prozent). Der Rückgang der Eigenkapitalquoten ergab sich im Wesentlichen aus einem neugeschäftsbedingten Anstieg des Gesamtrisikobetrags sowie erhöhten Abzugspositionen in den aufsichtsrechtlichen Eigenmitteln.

Die Ergebnisse der Förderaktivitäten im Einzelnen

  1. Mittelstandsbank und Private Kunden

Im Geschäftsfeld Mittelstandsbank und Private Kunden lag das Fördervolumen per 30. Juni 2026 mit 32,9 Milliarden Euro mehr als 50 Prozent über dem Vorjahreswert (01-06/2025: 21,2 Milliarden Euro).

Mittelstandsbank

In der Mittelstandsbank wurden im ersten Halbjahr Förderkredite in Höhe von 16,5 Milliarden Euro zugesagt (01-06/2025: 10,2 Milliarden Euro).

Der Förderschwerpunkt Gründung und Unternehmensinvestitionen überstieg mit 3,9 Milliarden Euro das Niveau des Vorjahres (01-06/2025: 3,3 Milliarden Euro).

Im Bereich Klimawandel und Umwelt zeigte sich eine besonders hohe Nachfrage. Hier wurden per Ende Juni 2026 mit 11,2 Milliarden Euro mehr als doppelt so viele Mittel zugesagt wie im Vorjahreszeitraum (01-06/2025: 5,3 Milliarden Euro). Das positive Marktumfeld vor allem im Onshore-Windmarkt beflügelt das Programm “Erneuerbare Energien – Standard”, in dem 7,6 Milliarden Euro zugesagt wurden (01-06/2025: 3,6 Milliarden Euro). Auch das Programm “Klimaschutzoffensive für Unternehmen” hat mit Neuzusagen in Höhe von 2,0 Milliarden Euro den Vorjahreswert deutlich übertroffen (01-06/2025: 0,3 Milliarden Euro).

Die Innovationsfinanzierung erreichte zum Halbjahr mit 1,5 Milliarden Euro das Niveau des Vorjahres.

Private Kunden

Im Segment Private Kunden ist das Neuzusagevolumen ebenfalls stark gestiegen und lag mit 16,4 Milliarden Euro deutlich über dem Vorjahreswert (01-06/2025: 11,0 Milliarden Euro).

Der Anstieg ist vor allem auf die hohe Nachfrage im Förderschwerpunkt Energieeffizienz und Erneuerbare Energien zurückzuführen. Hier wurden Mittel in Höhe von 12,9 Milliarden Euro zugesagt (01-06/2025: 7,1 Milliarden Euro). Verantwortlich hierfür waren zum einen die höheren Neuzusagen im Programm “Klimafreundlicher Neubau” (5,4 Milliarden Euro gegenüber 1,6 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum), wozu auch die Wiedereinführung des Energieeffizienzstandard 55 beigetragen hat. Zum anderen blieb das Interesse an der Bundesförderung für effiziente Gebäude inklusive der Heizungsförderung hoch; die Neuzusagen lagen mit 6,5 Milliarden Euro über dem Vorjahreswert (01-06/2024: 5,2 Milliarden Euro.

Mit 2,8 Milliarden Euro leicht rückläufig waren die Zusagen im Bereich Wohnen und Leben (01-06/2025: 3,0 Milliarden Euro).

Im Bereich Bildung lagen die Neuzusagen per 30. Juni 2026 mit rund 0,8 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres.

  1. Individualfinanzierung und Öffentliche Kunden

Das Geschäftsfeld Individualfinanzierung & Öffentliche Kunden erzielte im ersten Halbjahr 2026 ein Zusagevolumen von rund 5,6 Milliarden Euro und übertraf damit den Vorjahreswert (01-06/2025: 4,0 Milliarden Euro) deutlich.

Im Segment der kommunalen und sozialen Infrastruktur konnte ein Volumen von 3,8 Milliarden Euro zugesagt werden. In einem guten Marktumfeld ist der deutliche Zuwachs gegenüber dem anteiligen Vorjahreswert von 2,8 Milliarden Euro maßgeblich auf große Einzelzusagen in der Basisförderung an kommunale Energieversorger und im “Investitionskredit Digitale Infrastruktur” zurückzuführen.

Die Individualfinanzierung Unternehmen erreichte im ersten Halbjahr ein Zusagevolumen in Höhe von 339 Millionen Euro. Insbesondere infolge eines großvolumigen Engagements im Konsortialkredit Nachhaltige Transformation wurde das Vorjahresergebnis (01-06/2025: 213 Millionen Euro) übertroffen.

Auch die Individualfinanzierung Banken und Landesförderinstitute konnte mit einem Geschäftsvolumen von rund 1,5 Milliarden Euro das Vorjahresvolumen (01-06/2025: 1,0 Milliarden Euro) steigern. Zu diesem Anstieg trugen in erster Linie sowohl die Allgemeine Refinanzierung für Landesförderinstitute als auch die Förderung von KMU über Globaldarlehen Leasing bei.

  1. KfW Capital

Der gute Jahresstart des Geschäftsfelds KfW Capital hat sich auch im zweiten Quartal fortgesetzt: die Zusagen beliefen sich im ersten Halbjahr 2026 auf rund 389 Millionen Euro (01-06/2025: 146 Millionen Euro). Der Anstieg setzt sich aus den Zusagen des ERP-VC-Fondsinvestments (European-Recovery-Program Venture-Capital-Fondsinvestments), bei dem KfW Capital im Eigenrisiko in europäische VC-Fonds mit Deutschlandfokus investierte, in Höhe von 117 Millionen Euro und den Zusagen des Zukunftsfonds des Bundes, bei dem treuhänderisch über den Europäischen Investitionsfonds (EIF) weitere rund 117 Millionen Euro investiert wurden. Über die VC-Säule des Deutschlandfonds, die von KfW Capital umgesetzt wird, wurden zudem Investmentzusagen in Höhe von 130 Millionen Euro über das Tech-Fondsinvest-Programm und weitere 25 Millionen Euro über das Scale-up Direct-Programm in Form von Co-Investments im ersten Halbjahr getätigt. Insgesamt ist sowohl die VC-Fondsinvestment- als auch die Co-Investment-Pipeline von KfW Capital für den Jahresverlauf gut gefüllt.

Darüber hinaus fungiert KfW Capital als Anlageberater des “Wachstumsfonds Deutschland” – dieser zählt mit einem Gesamtvolumen von knapp über einer Milliarde Euro zu den größten VC-Dachfonds in Europa. Mehr als zwei Drittel des Kapitals wurden von privaten institutionellen Investoren bereitgestellt. Der Fonds ist weitgehend ausinvestiert: Bis einschließlich des ersten Halbjahres 2026 wurden rund 935 Millionen Euro an 48 VC-Fonds zugesagt.

  1. KfW IPEX-Bank

Die KfW IPEX-Bank, die das Geschäftsfeld Export- und Projektfinanzierung verantwortet und Finanzierungen zur Begleitung deutscher und europäischer Unternehmen auf den globalen Märkten bereitstellt, hat ihren guten Jahresstart fortgesetzt. Ihre Neuzusagen übertrafen zum Ende des ersten Halbjahres mit 15,4 Milliarden Euro um rund 33 Prozent das Niveau des Vorjahreszeitraums (01-06/2025: 11,6 Milliarden Euro). Zum Neugeschäft haben alle Geschäftssparten beigetragen. Hervorzuheben ist allerdings der Bereich “Energy”: Mit 4,9 Milliarden Euro entfiel auf ihn knapp ein Drittel der Neuzusagen (01-06/2025: 2,8 Milliarden Euro). Fast ebenso stark entwickelte sich der Bereich “Mobility”, der die Sparten Schienenverkehr, Maritime Industrie und Luftfahrt umfasst: Auf ihn entfielen 4,8 Milliarden Euro (01-06/2025: 4,1 Milliarden Euro). Im zweiten Quartal wurden unter anderem Finanzierungen für Windparks in Kanada, Schottland und der Ukraine sowie für Solar- und Batteriespeicherprojekte in Chile, Australien und Kanada bereitgestellt. Hinzu kamen die Produktion von nachhaltigem Flugzeugtreibstoff in Brasilien, Elektrobusse und Ladeinfrastruktur in Großbritannien sowie das größte Fernwärmenetz Westeuropas in Berlin. Mit diesen Finanzierungen unterstützt die KfW IPEX-Bank den Wirtschaftsstandort Deutschland und Europa sowie den weltweiten Transformationsprozess.

  1. Förderung Entwicklungs- und Schwellenländer

KfW Entwicklungsbank

Das Geschäftsfeld KfW Entwicklungsbank hat im ersten Halbjahr 2026 für Vorhaben in Entwicklungs- und Schwellenländern 3,1 Milliarden Euro zugesagt (01-06/ 2025: 2,0 Milliarden Euro). Der überwiegende Anteil entfällt auf KfW-Eigenmittel: 2,3 Milliarden EUR, davon wiederum 1,3 Milliarden Euro auf Zusagen für Vorhaben in Asien. So wurden für zwei Projekte in Indonesien insgesamt 661 Millionen Euro zugesagt. Mit 261 Millionen Euro fördert die KfW Entwicklungsbank die nachhaltige Energiewende, mit 400 Millionen Euro ein Programm zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und des Handels. Dieses Darlehen ist an wirtschaftspolitischen Zielen ausgerichtet. Durch seinen Bezug zum Freihandelsabkommen mit der EU und dem OECD-Beitrittsprozess stärkt es die positive Perspektive Indonesiens als aussichtsreicher Wachstumsmarkt – gerade auch für deutsche Unternehmen. Für Vorhaben in der Ukraine wurden 162 Millionen Euro zugesagt, davon 46 Millionen Euro während der Ukraine Recovery Conference im Juni in Danzig. Dort startete auch der “European Flagship Fund for the Reconstruction of Ukraine”, der private Investitionen in moderne, resiliente Infrastruktur mobilisieren soll. Im Auftrag des BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und der Europäischen Kommission nimmt die KfW eine führende Rolle im Finanzierer-Konsortium zusammen mit EIB (Europäische Investitionsbank), BGK (Bank Gospordarstawa Krajowego), CDP (Cassa Depositi e Prestiti) und Proparco ein. Das Zielvolumen des Fonds beträgt eine Milliarde Euro bis Ende 2027.

DEG

Die DEG konnte die Finanzierung und Begleitung privater Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern im ersten Halbjahr 2026 weiter ausbauen. Zum 30. Juni 2026 erreichten die Neuzusagen aus DEG-Eigenmitteln 903 Millionen Euro und lagen damit deutlich über dem Vorjahreswert von 556 Millionen Euro.

Zusagen für private Unternehmen in Lateinamerika hatten daran mit 359 Millionen Euro den größten Anteil. Für Asien konnten 229 Millionen Euro zugesagt werden, für die Region Afrika/MENA 154 Millionen Euro.

Ausschlaggebend für die starke Entwicklung waren unter anderem Finanzierungen für Banken in Lateinamerika. Diese ermöglichen mit den von der DEG bereitgestellten Darlehen Investitionen vor allem kleiner und mittlerer Unternehmen. Weitere Mittel gingen etwa an Telekommunikationsdienstleister, um in afrikanischen Ländern zur Verbesserung der digitalen Infrastruktur und der wirtschaftlichen Teilhabe beizutragen.

  1. Finanzmärkte

Die KfW erhöhte ihr Refinanzierungsziel für 2026 Anfang Juli im Rahmen der turnusmäßigen Überprüfung von bisher 75 bis 80 Milliarden Euro auf 80 bis 85 Milliarden Euro. Dies spiegelt sowohl die starke Entwicklung des inländischen Fördergeschäfts seit Jahresbeginn als auch die erwartete positive Entwicklung in den kommenden Monaten wider.

Im ersten Halbjahr 2026 hat die KfW zur Refinanzierung ihres Fördergeschäftes erfolgreich 58,2 Milliarden Euro an den internationalen Kapitalmärkten aufgenommen (01-06/2025: 50,3 Milliarden Euro). Damit sind bereits über 70 Prozent der für das Gesamtjahr geplanten Mittelaufnahme von 80 bis 85 Milliarden Euro realisiert. Die europäische Heimatwährung stellte mit Zuflüssen von 34,7 Milliarden Euro den größten Anteil (60 Prozent), gefolgt vom US-Dollar mit umgerechnet 12,6 Milliarden Euro (22 Prozent). Hinter dem Pfund Sterling (5,8 Milliarden Euro) avancierte der Hongkong-Dollar im ersten Halbjahr 2026 mit umgerechnet 2,3 Milliarden Euro beziehungsweise vier Prozent des Gesamtvolumens zur viertwichtigsten Refinanzierungswährung.

Auch im Green-Bond-Segment verlief das erste Halbjahr 2026 sehr dynamisch: Das Green-Bond-Volumen erreichte 12,6 Milliarden Euro und lag damit rund ein Drittel über dem Vorjahreszeitraum (9,5 Milliarden Euro). Insgesamt wurden elf Transaktionen in sechs verschiedenen Währungen begeben, wobei ein besonderer Fokus auf großvolumigen, liquiden Euro-Green-Bonds lag, die seit Beginn diesen Jahres Teil des KfW-Benchmark-Programms sind.

Außerdem hat KfW Treasury im ersten Halbjahr 2026 weitere Digitalisierungsprojekte umgesetzt, um die künftige europäische Finanzmarktinfrastruktur mitzugestalten. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette testete die KfW gemeinsam mit Marktteilnehmern blockchain-basierte Pilottransaktionen, Settlement-Modelle auf Basis von Distributed-Ledger-Technologie (DLT), Interoperabilitätsszenarien und Experimente mit digitalem Zentralbankgeld. Jüngste Meilensteine aus dem Juni 2026: die dritte Emission einer DLT-basierten KfW-Anleihe als Kryptowertpapier nach dem elektronischen Wertpapiergesetz (eWpG) sowie ein Investment in den DLT-basierten Bond des Landes Sachsen-Anhalt – dem ersten Kryptowertpapier eines deutschen Bundeslands.

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KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau, Palmengartenstraße 5-­9, D-­60325 Frankfurt am Main, Tel.: 01801/335577, Fax: 069/7431­2944 , www.kfw.de

Kreditsumme bei “Jung kauft Alt” steigt deutlich auf 140.000 Euro bis 180.000 Euro / abhängig von Zahl der Kinder

Zinsen werden aus Mitteln des Bundes verbilligt: Heutiger Zins bei 0,53 Prozent effektiv bei 35 Jahren Laufzeit und 10 Jahren Zinsbindung

Antragstellende verpflichten sich zu energetischer Sanierung binnen 54 Monaten nach Förderzusage / Sanierung in Einzelmaßnahmen ab sofort möglich

Die KfW und der Bund verbessern weiter die Förderung für Familien mit mindestens einem Kind im Förderprodukt “Wohneigentum für Familien – Bestandserwerb / “Jung kauft Alt”: Familien mit geringem und mittlerem Einkommen, die eine Bestandsimmobilie mit schlechtem Energiestandard kaufen, die sie selbst bewohnen und sanieren, können ab dem 3. August 2026 einen deutlich höheren Kreditbetrag bei der KfW beantragen. Für Familien mit einem Kind steigt der Förderhöchstbetrag von 100.000 Euro auf 140.000 Euro, für Familien mit zwei Kindern auf 160.000 Euro (vorher: 125.000 Euro) und für Familien mit drei und mehr Kindern auf 180.000 Euro (150.000 Euro). Die Darlehenszinsen von “Jung kauft Alt” werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) verbilligt: Heute liegt der Zinssatz für ein Darlehen mit 35 Jahren Laufzeit und 10 Jahren Zinsbindung bei 0,53 Prozent effektiv.

Melanie Kehr, für die inländische Förderung zuständiges Vorstandsmitglied der KfW, sagt: “Viele Familien möchten ins eigene Zuhause – und müssen gleichzeitig mit einem engen Budget kalkulieren. Wir freuen uns daher, Familien mit geringem und mittlerem Einkommen zusammen mit dem Bund noch besser beim Kauf einer Wohnimmobilie begleiten zu können. Mit einem Förderdarlehen aus “Jung kauft Alt” lässt sich nun ein größerer Teil des Kaufpreises zu einem günstigen Zinssatz finanzieren, der aus Mitteln des Bundes verbilligt ist. So kann der Weg in die eigenen vier Wände für mehr Familien realistischer und planbarer werden.”

Antragstellende verpflichten sich, die erworbene Bestandsimmobilie binnen 54 Monaten ab KfW-Förderzusage energetisch zu sanieren. Hier erweitern KfW und Bund die Möglichkeiten für Familien und kommen damit den individuellen Bedürfnissen noch stärker entgegen: Die Sanierung kann nun auch durch eine Umsetzung mehrerer Einzelmaßnahmen durchgeführt werden. Die Alternative bleibt eine systemische Sanierung auf den energetischen Standard “Effizienzhaus 85 EE” oder “Effizienzhaus Denkmal EE”. Bei einer Sanierung in Einzelmaßnahmen sind in der Regel die folgenden verpflichtend durchzuführen:

Fenstertausch

Fassadendämmung

Dämmung des Dachs oder Dämmung der obersten Geschossdecke gegen unbeheizte Dachräume

Heizungstausch (Energieträger mindestens 65% Erneuerbare Energien; erfüllt die Bestandimmobilie dies bereits, so entfällt diese Einzelmaßnahme)

Für die Finanzierung der Sanierung können z.B. zinsgünstige Kredite und Zuschüsse der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) genutzt werden, wie etwa die Zuschüsse der KfW-Heizungsförderung für den Einbau einer neuen, klimafreundlichen Heizung (www.kfw.de/458), die BEG-Wohngebäude-Kredite der KfW (www.kfw.de/261) oder die Förderangebote des Bafa ( BAFA – Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).

Die wichtigsten Programmdetails von “Wohneigentum für Familien – Bestandserwerb / Jung kauft Alt” im Überblick:

Antragsberechtigt sind Privatpersonen, die erstmals Eigentum von selbstgenutztem Wohnraum erwerben, bei denen mindestens ein minderjähriges Kind im Haushalt lebt und deren zu versteuerndes jährliches Haushaltseinkommen max. 90.000 EUR bei einem Kind beträgt, zuzüglich 10.000 EUR je weiteres Kind.

Die zu erwerbende Wohnimmobilie muss zum Zeitpunkt der Antragstellung gemäß eines Energiebedarfs- oder verbrauchsausweises in die Energieeffizienzklasse F, G oder H eingestuft sein.

Die Kredite im Produkt “Jung kauft Alt” können Kunden, wie bei KfW-Förderkrediten üblich, bei ihren Hausbanken beantragen.

Antragstellende verpflichten sich, die erworbene Bestandsimmobilie binnen 54 Monaten ab KfW-Förderzusage energetisch zu sanieren.

Alle Informationen zu “Jung kauft Alt” gibt es unter www.kfw.de/308

Verantwortlich für den Inhalt:

KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau, Palmengartenstraße 5-­9, D-­60325 Frankfurt am Main, Tel.: 01801/335577, Fax: 069/7431­2944 , www.kfw.de

EZB bestätigt Zinspause – Bauzinsen stabilisieren sich nach Anstieg um 4-Prozent-Marke

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen wie erwartet bei 2,25 Prozent belassen. Die Notenbank nimmt damit eine abwartende Haltung ein – und auch bei den Bauzinsen zeichnet sich nach dem jüngsten Anstieg eine Stabilisierung ab.

Jörg Utecht, Vorstandsvorsitzender der Interhyp Gruppe, ordnet die Lage ein: “Die Entscheidung der EZB für eine Zinspause im Juli war vom Markt erwartet worden. Auf die Bauzinsen hat die EZB-Entscheidung keine direkten Auswirkungen. Wir haben zuletzt gesehen, wie sensibel die Bauzinsen auf geopolitische Spannungen im Nahen Osten reagiert haben: Die steigenden Renditen für Staatsanleihen haben die Zinsen für zehnjährige Darlehen wieder in Richtung der Marke von 4 Prozent steigen lassen. Mittlerweile beobachten wir eine Seitwärtsbewegung auf dem aktuellen Niveau, die in den kommenden Wochen anhalten dürfte.”

Drei Empfehlungen für die aktuelle Marktphase:

Den Blick auf die Renditen schärfen: Kaufinteressierte sollten weniger auf die EZB als vielmehr auf die 10-jährigen Bundesanleihen und Swap-Sätze achten. An deren Entwicklung lässt sich auch die Entwicklung der Bauzinsen frühzeitig ablesen.

Zinsvorteile durch Anbieter-Vergleich sichern: Gerade in Phasen, in denen sich der Markt neu sortiert, reagieren Banken unterschiedlich schnell. Ein detaillierter Marktvergleich ist daher wichtig, um die optimale Finanzierung aufzustellen.

Eigenkapital als Zins-Turbo: In einem Umfeld von knapp vier Prozent Zinsen ist das Eigenkapital ein sehr wichtiger Faktor. Bereits kleine Erhöhungen der Eigenkapitalquote können den Beleihungsauslauf so verbessern, dass Banken günstigere Konditionen gewähren. Käuferinnen und Käufer sollten alle verfügbaren Mittel prüfen, um die Zinslast langfristig zu senken.

Über Interhyp:

Die Interhyp Gruppe ist eine der führenden Adressen für private Baufinanzierungen in Deutschland. Mit den Marken Interhyp und Prohyp hat das Unternehmen 2025 ein Finanzierungsvolumen von 26,4 Milliarden Euro erfolgreich bei seinen über 500 Finanzierungspartnern platziert. Die Interhyp Gruppe beschäftigt rund 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist an über 140 Standorten persönlich vor Ort präsent.

Verantwortlich für den Inhalt:

Interhyp AG, Immobilienfinanzierer, Marcel­-Breuer­-Str. 18, D-­80807 München, Tel: 0049 89 20 30 70, Fax: 0049 89 20 30 75 1000, www.interhyp.de

Ab sofort gelten neue Konditionen – Förderhöchstbetrag von 28.000 Euro – Zuschuss bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) wird unter den Rahmenbedingungen des neuen Gebäudemodernisierungsgesetzes fortgesetzt (Eckpunkte der Neufassung). Ziel ist es, den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen im Gebäudesektor zu senken.

Ab sofort gelten die neuen Förderbedingungen:

BEG-Heizungsförderung Wohngebäude

Die Grundförderung beträgt 30 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten.

Der Förderhöchstbetrag beträgt 28.000 Euro für die erste Wohneinheit (jeweils 15.000 Euro für die zweite bis sechste Wohneinheit, jeweils 8.000 Euro für jede weitere Wohneinheit).

Der Förderhöchstbetrag für die erste Wohneinheit sinkt erstmalig am 01. Februar 2027 und danach halbjährlich zum 01. Februar und 01. August eines jeden Jahres um 750 Euro.

Die Förderung für selbstnutzende Eigentümer wird stärker nach Einkommen differenziert und damit sozial gerechter. Der Einkommensbonus kann zusätzlich zur Grundförderung beantragt werden und sieht wie folgt aus:

40 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten für selbstnutzende Eigentümer mit einem Haushalts-Jahreseinkommen bis 30.000 Euro,

30 Prozent für Haushalts-Jahreseinkommen bis 40.000 Euro,

10 Prozent für Haushalts-Jahreseinkommen bis 50.000 Euro.

Haushalte mit Kindern werden zusätzlich gefördert. Für diese erhöht sich die Bemessungsgrenze des zu versteuernden Haushaltseinkommens um einen pauschalen und einmaligen Familienzuschlag um 10.000 Euro.

Familien mit Kindern im Haushalt können einen Einkommensbonus in Höhe von 40 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten mit einem Haushalts-Jahreseinkommen bis 40.000 Euro, 30 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten für Haushalts-Jahreseinkommen bis 50.000 Euro, 10 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten für Haushalts-Jahreseinkommen bis 60.000 Euro erhalten.

Der Klimageschwindigkeitsbonus wird weiterhin gewährt. Er beträgt 16 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten und sinkt erstmalig am 01.02.2027 und danach halbjährlich zum 01. Februar und 01. August eines jeden Jahres um 4 Prozentpunkte.

Im ersten Quartal 2027 soll ein Wertschöpfungsbonus eingeführt werden. Die Grundförderung sinkt dann für alle Wärmepumpen auf 15 Prozent. Gleichzeitig erhalten Wärmepumpen, die innerhalb der EU gefertigt wurden, einen Wertschöpfungsbonus in Höhe von 15 Prozent.

Effizienzbonus und Emissionsminderungszuschlag entfallen.

BEG-Heizungsförderung Nichtwohngebäude:

Der Förderhöchstbetrag beträgt 28.000 Euro für Gebäude bis 150 m² Nettoraumfläche (zusätzlich 197 Euro pro m² Nettoraumfläche für Gebäude größer 150 m² bis 400 m², zusätzlich 118 Euro pro m² Nettoraumfläche für Gebäude größer als 400 m² bis 1000 m², zusätzlich 79 Euro pro m² Nettoraumfläche für Gebäude größer als 1000 m².)

Der Förderhöchstbetrag sinkt erstmalig zum 01. Februar 2027 und danach halbjährlich zum 01. Februar und 01. August eines jeden Jahres um 750 Euro für Gebäude bis 150 m² Nettoraumfläche, um drei Euro pro m² Nettoraumfläche für Gebäude bis 400 m², um zwei Euro pro m² Nettoraumfläche für Gebäude bis 1000 m², um ein Euro pro m² Nettoraumfläche für Gebäude mit größerer Nettoraumfläche.

BEG-Förderung energieeffiziente Sanierung von Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden

Der zusätzliche Bonus in Höhe von fünf Prozent für die Effizienzhaus-Stufen mit Erneuerbaren Energien Klasse (EE-Klasse) entfällt.

Für die Sanierung von Wohngebäuden beträgt der Förderhöchstbetrag einheitlich 150.000 EUR pro Wohneinheit.

Die Höhe der Tilgungszuschüsse, die auf den Kreditbetrag gewährt werden, wird pauschal jeweils um 10 Prozentpunkte reduziert.

Die Zuschussförderung für kommunale Gebietskörperschaften wird weitergeführt. Die Höhe der Zuschüsse sinkt ebenfalls um 10 Prozentpunkte bezogen auf die förderfähigen Gesamtkosten.

Der Bonus für Serielles Sanieren von Wohngebäuden, der den Tilgungszuschuss erhöht, wird ausgeweitet und in Höhe von fünf Prozent auch für serielle Sanierungen auf die Effizienzhaus (EH)-Stufe 70 EE gewährt (bisher: nur für EH-Stufen 40 und 55). Für Nichtwohngebäude wird ein entsprechender Bonus für Serielles Sanieren neu eingeführt. Die Beantragung dieser Förderung wird voraussichtlich ab Ende September 2026 möglich sein.

Weiterhin gilt: Bereits bestehende Zusagen der KfW in allen genannten Förderprodukten behalten ihre Gültigkeit, die Bundesmittel hierfür sind reserviert. Bei der KfW eingegangene Anträge, die noch nicht zugesagt wurden, werden entsprechend geprüft und bei Vorliegen der Förderbedingungen wie gehabt zugesagt.

Die Förderung ist abhängig von der Verfügbarkeit von Bundesmitteln. Ein Rechtsanspruch besteht nicht.

Detaillierte Informationen zu allen von der Umstellung betroffenen KfW-Programme finden Sie seit dem 09. Juli 2026 auf www.kfw.de/heizung und www.kfw.de/beg, sowie auf den jeweiligen Produktwebsites:

BEG-Heizungsförderung: Zuschüsse www.kfw.de/458; www.kfw.de/459; www.kfw.de/522; www.kfw.de/422

BEG-Förderung energieeffiziente Sanierung von Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden: www.kfw.de/261; www.kfw.de/263; www.kfw.de/264; www.kfw.de/464

Verantwortlich für den Inhalt:

KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau, Palmengartenstraße 5-­9, D-­60325 Frankfurt am Main, Tel.: 01801/335577, Fax: 069/7431­2944 , www.kfw.de

Der Rohstofffonds ist mit zwei Beteiligungen bereits erfolgreich gestartet. Es ist beabsichtigt, die Mittel für Rohstoffprojekte zur Gewinnung, Verarbeitung und zum Recycling von kritischen Rohstoffen auf insgesamt 1,5 Milliarden Euro aufzustocken.

Für die Zielgruppe der Start-ups und Scale-ups sowie den breiten Mittelstand stellen Bund und KfW in den nächsten zehn Jahren insgesamt weitere 1,5 Milliarden Euro bereit. Dies beinhaltet auch die Aufstockung und Verstetigung des Zukunftsfonds.

Konkrete Finanzierungen in den Zielgruppen Industrie und Mittelstand, Energieunternehmen sowie Start-ups und Scale-ups sind erfolgt, weitere Bausteine stehen vor dem Start.

Der im Dezember 2025 gestartete Deutschlandfonds ist erfolgreich angelaufen. Der Deutschlandfonds wurde geschaffen, um privates Kapital für Zukunftsinvestitionen zu mobilisieren und so die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu steigern. Private Investitionen sind ein Schlüsselfaktor für mehr Wachstum in Deutschland. Der Deutschlandfonds zielt darauf ab, dass privates Kapital dorthin fließt, wo Innovationen entstehen und Wachstum möglich wird. Dafür adressiert er mit verschiedenen Instrumenten gezielt die Bedarfe von Industrie, Mittelstand und jungen Unternehmen, Start-ups und Scale-ups sowie Energieversorgungsunternehmen.

Der Deutschlandfonds als wichtige Maßnahme der Bundesregierung zur Mobilisierung privaten Kapitals hat in den ersten sechs Monaten erste Finanzierungen erfolgreich angestoßen und so mithilfe staatlicher Anreize konkrete private Investitionen in wichtigen Zukunftsfeldern ermöglicht. Weitere Projekte und Bausteine stehen vor dem Start. Für die Zielgruppe Start-ups und Scale-ups sowie den breiten Mittelstand stellen Bund und KfW in den nächsten zehn Jahren insgesamt weitere 1,5 Milliarden Euro bereit.

Der Rohstofffonds, als ein Baustein des Deutschlandfonds, hat für zwei Rohstoffvorhaben zur Gewinnung von Seltenen Erden und Lithium Investitionsentscheidungen getroffen. Darüber hinaus wurden unter dem Deutschlandfonds Beteiligungen an deutschen Technologie-Start-ups erworben. Das Modul zu Verbriefungen zur Verbesserung der Kreditversorgung des Mittelstands ist ebenfalls angelaufen; erste Avalfinanzierungen für die Produktion von Transformationstechnologien sind zeitnah geplant. Weitere konkrete Projekte sind in der Pipeline: So hat die Konzeption für “MittelstandsKapital”, das im Herbst 2027 starten soll, begonnen, in der Energiewirtschaft stehen drei neue Bausteine des Deutschlandfonds kurz vor dem Start. Außerdem läuft das neue Venture-Capital-Programm “WIN 400” bereits ab heute.

Der Bundesminister der Finanzen Lars Klingbeil: “Der Deutschlandfonds ist ein Instrument, mit dem wir Deutschland innovativer und wettbewerbsfähiger machen können. Nach dem erfolgreichen Start werden wir den Deutschlandfonds jetzt weiter ausbauen. Wir setzen öffentliche Mittel gezielt als Hebel ein, damit deutlich mehr investiert wird. Der Deutschlandfonds kann Risiken absichern und so dafür sorgen, dass die besten Ideen in Deutschland entstehen und hier auch groß gemacht werden. So können wir für mehr Investitionen in Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz und Biotechnologie sorgen und zugleich Industrie und Mittelstand stärken. Außerdem investieren wir in unsere Sicherheit, Resilienz und Unabhängigkeit bei kritischen Rohstoffen. Damit mehr bezahlbare Wohnungen gebaut werden, bauen wir zusammen mit der KfW einen Wohnungsbaufonds auf.”

Die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Katherina Reiche: “Deutschland verfügt über starke Unternehmen und gute Technologien. Häufig entscheidet die Finanzierung darüber, wie schnell daraus neue Produktionsanlagen, moderne Energienetze oder international erfolgreiche Wachstumsunternehmen entstehen. Genau an dieser Stelle setzt der Deutschlandfonds an. Mit Garantien, Krediten und Beteiligungen übernimmt der Staat gezielt einen Teil des Risikos und öffnet damit Raum für ein Vielfaches an privaten Investitionen. Rund 30 Milliarden Euro an öffentlichen Mitteln und Garantien sollen Investitionen von insgesamt rund 130 Milliarden Euro auslösen.

Die ersten Instrumente sind gestartet, auch ein erstes Scale-up-Investment wurde bereits umgesetzt. Jetzt bauen wir den Fonds Schritt für Schritt aus. Wir stärken die Finanzierung kritischer Rohstoffprojekte und stellen zusätzliches Wachstumskapital für Start-ups und Scale-ups bereit. So schließen wir konkrete Finanzierungslücken und sorgen dafür, dass Unternehmen ihre Technologien, Produktion und Wertschöpfung in Deutschland ausbauen können.”

Der Vorstandsvorsitzende der KfW Stefan Wintels: “Die ersten sechs Monate nach dem Start zeigen: Der Deutschlandfonds löst Investitionen in und für unseren Standort aus. Als KfW werden wir die Erfahrungen aus den ersten Vorhaben zusammen mit der Bundesregierung auswerten und zur Weiterentwicklung des Deutschlandfonds nutzen – damit aus ersten Erfolgen eine dauerhafte Investitionsdynamik für Deutschland verstärkt wird. Unser Ziel bleibt es, vor allem private Investitionen zu stimulieren – auch durch neue Finanzierungsinstrumente.”

Die Projekte und Fortschritte des Deutschlandfonds im Einzelnen

Für die Zielgruppe der Start-ups und Scale-ups wird wirksam privates Kapital mobilisiert, und die Finanzierungsmöglichkeiten werden ausgeweitet:

  1. KfW Capital hat im Rahmen des Investitionsprogramms “Scale-up Direct” seit Dezember 2025 direkt in mehrere Unternehmen investiert. Das Interesse an Scale-up Direct ist sehr hoch, sodass bis zum Ende des Jahres weitere Investitionen erwartet werden.
  1. Als eine Maßnahme zur Verstetigung des Zukunftsfonds wird das Programm “Tech-Fondsinvest” aus Mitteln des Bundes aufgestockt und aus Mitteln der KfW ergänzt. Damit steht für Investitionen in Venture-Capital-Fonds über dieses breit anwendbare Programm zusätzlich ein Volumen von rund 770 Millionen Euro zur Verfügung. In diesem Rahmen wird das jährliche Zusagevolumen von KfW Capital um 50 Millionen Euro auf 250 Millionen Euro pro Jahr aufgestockt.
  1. Seit dem Start des Deutschlandfonds im Dezember hat KfW Capital bereits rund 185 Millionen Euro in mehreren Venture-Capital-(VC-)Fonds zugesagt. Die VC-Fonds sind auch bei diesem Programm verpflichtet, mit mindestens dem von KfW Capital eingebrachten Kapital Start-ups und innovative Tech-Unternehmen vor allem aus den Bereichen DeepTech, BioTech und KI in Deutschland zu finanzieren.
  1. Für innovative Fondsansätze stellt die KfW unter dem Deutschlandfonds über das Programm WIN 400 außerdem 400 Millionen Euro zur Verfügung. Dazu gehören zum Beispiel VC-Investments in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie, in Secondary-Fonds und in hochinnovative Lösungen im Bereich DeepTech oder auch in Fonds, die das Thema Unternehmensnachfolge und Transformation des Mittelstands im Blick haben.

In der Zielgruppe Industrie und Mittelstand zeigt der Deutschlandfonds bereits sichtbare Wirkung:

  1. Der Rohstofffonds nimmt Fahrt auf und soll erheblich aufgestockt werden: Mit einer Erhöhung auf insgesamt 1,5 Milliarden Euro sollen bis 2030 weitere Rohstoff-Projekte realisiert werden. Das ist ein Meilenstein, um die Versorgungssicherheit und Resilienz der Industrie bei kritischen Rohstoffen abzusichern. Die Aufstockung des Rohstofffonds ist Gegenstand des anstehenden parlamentarischen Haushaltsverfahrens. Zwei konkrete Investitionen wurden bereits getätigt, ein weiteres Projekt ist derzeit in der Due-Diligence-Prüfung. Für weitere aussichtsreiche Vorhaben werden Investitionsentscheidungen vorbereitet. So hat die KfW im Auftrag der Bundesregierung 150 Millionen Euro Eigenkapital für die klimaneutrale Lithiumförderung von Vulcan Energy Resources sowie 50 Millionen Euro für ein Projekt zur Förderung von Seltenen Erden des Unternehmens Arafura Rare Earths zur Verfügung gestellt. Maßnahmen für ein besseres Ineinandergreifen der Finanzierungsinstrumente zur strategischen Rohstoffbeschaffung und für eine einheitliche Marktansprache werden eingeleitet.
  1. Die Absicherung hoher Anzahlungs-, Gewährleistungs- und Umsetzungsleistungen durch Avale bzw. Garantien versetzen Unternehmen in die Lage, zukünftig deutlich größere Projekte zu realisieren. Ein Abschluss steht in Kürze im Bereich Windenergie an.
  1. Der Deutschlandfonds soll zudem über Verbriefungen den Mittelstand mit dem Kapitalmarkt verknüpfen. Indem Finanzierungspartner bei Risiko und Eigenkapital entlastet werden, entsteht zusätzlicher Spielraum für neue Kredite. So hat sich die KfW Anfang Juni an Verbriefungen von Leasingforderungen deutscher Mittelständler beteiligt; weitere Transaktionen sind in Vorbereitung.
  1. Anknüpfend an das Auslaufen von RegioInnoGrowth (RIG) im August 2027, arbeiten Bund und KfW unter Einbindung der Landesförderinstitute an der Ausgestaltung des Nachfolgeprogramms MittelstandsKapital. MittelstandsKapital soll Wachstums- und Innovationsfinanzierung im breiten Mittelstand über Eigenkapital und eigenkapitalähnliche Mittel stärken und dabei auch die von RIG adressierten innovativen Start-ups weiterhin unterstützen. Regionale Bedarfe können gezielt berücksichtigt werden. Orientiert an der Struktur von RIG, werden Mittel des Bundes auf Ebene der Landesprogramme um Mittel der Bundesländer ergänzt und private Investoren eingebunden.

Zur Stärkung der Investitionen in die Energieinfrastruktur sind die Arbeiten und erste Projekte im Deutschlandfonds deutlich vorangeschritten:

  1. Als nächste Stufe bereitet die KfW Kreditinstrumente für Energieversorgungsunternehmen vor. Der Investitionskredit Energieversorgung und der KfW-Konsortialkredit Energieversorgung sollen zusätzliche Finanzierungsspielräume für Investitionen in netzgebundene Wärme- oder Kälteversorgung (Erzeugung, Speicherung und Verteilung) und den Ausbau der Stromverteilung in Deutschland eröffnen. Beide Programme sollen im August starten. Auch das Programm Erneuerbare Energien – Plus mit Haftungsfreistellung soll über eine Risikoübernahme sowie einer zusätzlichen Zinsvergünstigung die Kreditvergabe in erneuerbare Strom-, Wärme- und Kälteerzeugung sowie Energiespeicher erhöhen. Der Produktstart von Erneuerbare Energien – Plus mit Haftungsfreistellung soll in diesem Herbst erfolgen.
  1. Derzeit laufen Gespräche mit den Ländern, um 2027 ein Programm zur Bereitstellung von mezzaninem Kapital an Energieversorgungsunternehmen mit den Landesförderinstituten zu realisieren. Es soll die Kapitalbasis von Energieversorgern stärken und zusätzliche Fremdkapitalaufnahmen für Investitionen in Stromverteiler- und Wärmenetze ermöglichen. Die Einbindung privater Investoren in die Gesamtfinanzierung ist auch in diesem Produkt möglich.
  1. Mit dem KfW-Förderkredit Geothermie ist ein erstes Instrument gestartet, das ein zentrales Investitionshemmnis angeht: das Risiko, bei Bohrungen nicht fündig zu werden. Aktuell werden sieben Geothermie-Projekte geprüft, weitere Projekte haben ihr Interesse angemeldet.

Zur Website des Deutschlandfonds: https://www.kfw.de/s/dekB8aSA

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Bauzinsen für zehnjährige Darlehen sind in den vergangenen Wochen zunächst gesunken

Erneute Eskalation im Iran-Konflikt lässt Anleihen-Renditen steigen

Interhyp-Leistbarkeitsstudie: Eigenkapitalaufbau dauert meist doppelt so lange wie von Kaufinteressierten geplant

Die vorübergehende leichte Entspannung bei den Bauzinsen wurde maßgeblich von der Hoffnung auf eine dauerhafte friedliche Lösung im Iran-Konflikt getragen. Die erneute militärische Eskalation zwischen den USA und Iran sorgt nun jedoch für eine neue Dynamik an den Finanzmärkten.

Jörg Utecht, CEO der Interhyp Gruppe, zur aktuellen Lage: “Nach dem Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran waren die Bauzinsen zunächst spürbar unter die Marke von 4 Prozent gesunken. Doch die jüngste Eskalation im Nahen Osten dürfte diese Entwicklung nun stoppen. Die Renditen der Staatsanleihen haben bereits wieder spürbar angezogen – und in der Folge dürften auch die Bauzinsen bald wieder anziehen. Für Immobilieninteressenten bedeutet das: Die kurzzeitige Phase der Marktentspannung scheint bereits wieder vorüber. Ein detaillierter Vergleich der Anbieter ist nun lohnenswert, da die Kreditinstitute in unterschiedlicher Geschwindigkeit auf die neue Nachrichtenlage reagieren.”

Bankenpanel: Ein Stimmungsbild unmittelbar vor der Eskalation

Die monatliche Befragung des Interhyp-Bankenpanels verdeutlicht, wie sehr der Markt bis zuletzt auf eine Stabilisierung gesetzt hatte. In der Erhebung, die unmittelbar vor den jüngsten militärischen Angriffen stattfand, rechneten noch alle befragten Institute kurzfristig mit einer Seitwärtsbewegung der Zinsen. Langfristig gingen 60 Prozent von einem stabilen Niveau aus, während 40 Prozent einen leichten Anstieg für möglich hielten.

Wunsch vs. Wirklichkeit – Der unterschätzte Zeitfaktor beim Eigenkapital

Unabhängig von kurzfristigen weltpolitischen Entwicklungen zeigt die Interhyp-Leistbarkeitsstudie 2026, dass für einen erfolgreichen Immobilienkauf vor allem eine langfristige Planung entscheidend ist. Gerade was die Ansparphase angeht, gibt es häufig zu optimistische Annahmen:

54 % der Kaufinteressierten glauben, dass sie in maximal fünf Jahren genug Eigenkapital für ihren Traum vom Eigenheim ansparen können.

Die Realität: 65 % der tatsächlichen Käufer haben länger als fünf Jahre gebraucht, 33 % sogar zehn Jahre oder länger.

Jörg Utecht ordnet diese Erwartungslücke strategisch ein: “Viele Kaufinteressenten unterschätzen den Zeitfaktor beim Eigenkapitalaufbau. Während über die Hälfte der Planer glaubt, in fünf Jahren startklar zu sein, zeigt die Erfahrung realer Käufer, dass der Weg oft deutlich länger dauert. Gerade in volatilen Zinsphasen ist Eigenkapital jedoch der wichtigste Hebel für die Leistbarkeit. Ich kann daher nur dazu raten, frühzeitig mit dem Ansparen zu beginnen, um sich eine solide und unabhängige Basis für die Finanzierung zu schaffen.”

Verantwortlich für den Inhalt:

Interhyp AG, Immobilienfinanzierer, Marcel­-Breuer­-Str. 18, D-­80807 München, Tel: 0049 89 20 30 70, Fax: 0049 89 20 30 75 1000, www.interhyp.de

Umnutzung von vorher nicht zu Wohnzwecken genutzten Immobilien soll neuen Wohnraum schaffen

Ab 1. Juli 2026 Zuschüsse von bis zu 30.000 Euro pro neu entstehende Wohneinheit

Förderung aus Mitteln des Bundes kann direkt bei der KfW beantragt werden

Wer ungenutzte, leerstehende Gewerbefläche in Wohnraum umbaut und energetisch saniert, kann ab dem morgigen 1. Juli 2026 Zuschüsse in Höhe von bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit erhalten: Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen und die KfW haben hierfür das neue Förderprogramm “Gewerbe zu Wohnen” aufgelegt. Die Zuschüsse stammen aus Mitteln des Bundes und werden direkt bei der KfW beantragt.

Melanie Kehr, für Inländische Förderung zuständige Vorständin der KfW, sagt: “In vielen unserer deutschen Innenstädte begegnen wir heute einem Paradoxon: Auf der einen Seite stehen Büros leer und Ladenlokale verwaisen, auf der anderen Seite gibt es einen massiven Bedarf an Wohnraum. Mit dem neuen Zuschussförderprogramm “Gewerbe zu Wohnen” wollen wir die Umnutzung zuvor gewerblich genutzter Flächen gezielt vorantreiben – als Hebel für zusätzlichen Wohnraum, lebenswerte Quartiere und eine klimabewusste Stadtentwicklung.So entsteht aus ungenutzten Flächen ein doppelter Mehrwert: Räume für Menschen, die ein Zuhause suchen, und ein kräftiger Impuls für starke, lebendige Innenstädte.”

Zu den Eckdaten der Förderung “Gewerbe zu Wohnen”:

Gefördert wird der Umbau von bisher nicht zu Wohnzwecken genutzten, beheizten Gebäuden oder Gebäudeteilen zu Wohnraum. Durch den Umbau muss mindestens eine neue Wohneinheit geschaffen werden. Zu den förderfähigen Maßnahmen zählen z. B. die Anpassung der Baukonstruktion an die geplante Wohnnutzung, Grundrissänderungen, Innenausbau, aber auch die Umgestaltung der Außenanlagen zum Zwecke der Wohnnutzung einschließlich Entsiegelung.

Die neu entstandenen Wohneinheiten müssen mindestens auf das Niveau “Effizienzhaus 85 Erneuerbare Energien” (EH 85 EE) energetisch saniert werden, Baudenkmale und sonstige besonders erhaltenswerte Bausubstanz zu “Effizienzhaus Denkmal EE”. Für Gebäude mit einer neuen Heizung sind Ausnahmen von der Erneuerbaren-Energien-Klasse (EE) vorgesehen. Für die Umsetzung des Vorhabens haben die Kundinnen und Kunden 54 Monate nach Zusage Zeit. Die Auszahlung erfolgt nach Abschluss des Vorhabens sowie Bestätigung der förderfähigen Kosten und des erreichten energetischen Niveaus.

Antragsberechtigt sind alle Investoren – also z. B. Privatpersonen, Wohnungseigentümergemeinschaften, Unternehmen oder Kommunen.

Der Zuschuss beträgt 30 Prozent auf maximal 100.000 Euro der förderfähigen Kosten je Wohneinheit, also bis zu 30.000 Euro je Wohneinheit. Als förderfähig gelten die Kosten für den Umbau, jedoch nicht für die energetische Sanierung der Wohneinheiten. Hierfür können z. B. andere Förderprogrammen wie die “Bundesförderung für effiziente Gebäude” genutzt werden. (www.kfw.de/261; www.kfw.de/263; www.kfw.de/264; www.kfw.de/464)

Für alle außer selbstnutzende Investoren ist zu berücksichtigen, dass die Förderung entsprechend der europäischen De-minimis-Verordnung als Beihilfe zu melden ist. Die Obergrenze für De-minimis-Beihilfen liegt bei 300.000 Euro in drei Jahren.

Die Förderung ist abhängig von der Verfügbarkeit von Bundesmitteln. Ein Rechtsanspruch auf die Förderung besteht nicht.

Die detaillierten Produktbedingungen für “Gewerbe zu Wohnen” sind unter www.kfw.de/266 abrufbar.

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Programm läuft weiter, bis die Bundesmittel zur Zinsverbilligung aufgebraucht sind – maximal bis Jahresende

Förderkredite von bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit, Zinssatz wird aus Bundesmitteln verbilligt

Förderung adressiert gezielt den Bauüberhang – Baugenehmigung muss bei Antragstellung vorliegen

Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen und die KfW verlängern die im Dezember 2025 befristet eingeführte Förderung des Effizienzhaus 55-Standards für Neubauten: Das auf den Abbau des Bauüberhangs im Wohnungsbau abzielende Angebot kann in Anspruch genommen werden, bis die bereitgestellten Bundesmittel aufgebraucht sind – längstens jedoch bis zum Jahresende. Der Bund hat die entsprechende Förderrichtlinie über die zunächst für den 30. Juni 2026 festgelegte Befristung hinaus bis zum 31. Dezember 2026 verlängert. Die Effizienzhaus 55-Förderung ist in das bestehende KfW-Förderprogramm “Klimafreundlicher Neubau” integriert.

Melanie Kehr, für Inländische Förderung zuständige Vorständin der KfW, sagt: “Wir freuen uns, gemeinsam mit dem Bauministerium die Effizienzhaus 55-Förderung zur Aktivierung des Bauüberhangs weiter anbieten zu können. Für baureife Projekte mit vorliegender Baugenehmigung bieten wir privaten und gewerblichen Investoren aus Mitteln des Bundes zinsverbilligte KfW-Kredite zu attraktiven Konditionen. Kommunale Gebietskörperschaften können Zuschüsse beantragen. Um eine Förderung erhalten zu können, müssen die Neubauten zu 100 Prozent auf Basis Erneuerbarer Energien beheizt werden. So tragen wir dazu bei, dass der Neubau stimuliert wird, Wohnnebenkosten langfristig bezahlbar bleiben und der Klimaschutz im Gebäudesektor vorankommt.”

Zu den Eckdaten der Förderung:

– Gefördert wird der Neubau und Ersterwerb von Wohngebäuden,

die die technischen Anforderungen an ein Effizienzhaus 55 erfüllen

bei denen keine Wärmeerzeuger auf Basis fossiler Energie eingesetzt werden und

für die zum Zeitpunkt der Antragstellung eine gültige Baugenehmigung vorliegt bzw. bei einem nach der jeweiligen Landesbauordnung nicht genehmigungspflichtigen Vorhaben die zuständige Baubehörde von dem Vorhaben Kenntnis erlangt hat und zum Zeitpunkt der Antragstellung mit der Ausführung des Vorhabens begonnen werden darf

– Pro Wohneinheit kann ein Kreditbetrag von bis zu 100.000 Euro beantragt werden. Der Zinssatz orientiert sich grundsätzlich an der Entwicklung des Kapitalmarktes und enthält eine Zinsverbilligung aus Bundesmitteln. Aktuell liegt er für ein Darlehen mit zehn Jahren Laufzeit, zwei tilgungsfreien Anlaufjahren und zehn Jahren Zinsbindung bei 1,0 Prozent effektivem Jahreszins.

– Für Nichtwohngebäude kann die Effizienzhaus 55-Förderung ebenfalls in Anspruch genommen werden.

– Kommunale Gebietskörperschaften können einen Zuschuss in Höhe von 7,5 Prozent direkt bei der KfW beantragen.

– Wichtig ist für alle Neubauvorhaben: Die Antragstellung erfolgt vor Vorhabenbeginn

– Die Förderung ist abhängig von der Verfügbarkeit von Bundesmitteln, die die KfW zur Zinsverbilligung der Förderkredite bzw. für Zuschüsse einsetzt. Ein Rechtsanspruch auf die Förderung besteht nicht.

Die detaillierten Produktbedingungen und Zinskonditionen sind abrufbar unter www.kfw.de/297, www.kfw.de/299 und www.kfw.de/498.

Verantwortlich für den Inhalt:

KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau, Palmengartenstraße 5-­9, D-­60325 Frankfurt am Main, Tel.: 01801/335577, Fax: 069/7431­2944 , www.kfw.de

Die Prolongationswelle ist längst im Markt angekommen. Und möglicherweise deutlicher sichtbar als bislang angenommen. Bereits im vergangenen Jahr hatte Simon-Kucher prognostiziert, dass bis zum Jahr 2031 rund 555 Milliarden Euro Anschlussfinanzierungen neu verhandelt werden. Nun zeigt eine aktuelle Studie neue Erkenntnisse.

Bis zu 94 Milliarden Euro Anschlussfinanzierungen prägen inzwischen den Baufinanzierungsmarkt

42 % der Kunden entscheiden primär über den Zinssatz, nur 33 % über die bestehende Bankbeziehung

Rund 20 % der Kunden ziehen einen Bankwechsel in Betracht

Bereits im vergangenen Jahr hatte Simon-Kucher mit der Prolongationsstudie 2025 auf eine bevorstehende Marktveränderung im deutschen Baufinanzierungsmarkt aufmerksam gemacht. Die aktuelle Prolongationsstudie 2026* der globalen Strategieberatung zeigt nun: Die Prolongationswelle ist im Markt angekommen. Für Regionalbanken wird die erfolgreiche Bearbeitung von Anschlussfinanzierungen damit zunehmend zum entscheidenden Hebel für Kundenbindung, Margensicherung und Wachstum.

Die Prolongationswelle ist keine Prognose mehr

Während die erste Prolongationsstudie von Simon-Kucher vor allem auf die bevorstehende Marktveränderungen aufmerksam machte, zeigt das aktuelle Update: Aus der Prognose wird zunehmend Realität. So zeigt die Studie, dass Anschlussfinanzierungen inzwischen ein Volumen von bis zu 94 Milliarden Euro jährlich erreichen könnten. “Vor einem Jahr haben wir uns die Frage gestellt, wie Banken mit der bevorstehenden Prolongationswelle umgehen werden. Heute sehen wir: Die Welle ist längst da”, sagt Dr. Steven Kiefer, Partner bei Simon-Kucher. “Viele Marktteilnehmer interpretieren die steigenden Baufinanzierungsvolumina als Erholung des Neugeschäfts. Wir konnten jedoch sehen, dass ein erheblicher Teil dieser Entwicklung bereits durch Anschlussfinanzierungen getrieben wird.”

Höhere Raten – höherer Handlungsdruck

Die aktuelle Generation von Anschlussfinanzierern steht vor einer besonderen Herausforderung. Viele Finanzierungen wurden während der Niedrigzinsphase abgeschlossen und müssen nun zu deutlich höheren Konditionen verlängert werden. So zeigt ein Beispiel aus der Studie: Wer Anfang 2016 ein Darlehen über 300.000 Euro zu 1,85 Prozent Sollzins aufgenommen hat, zahlte bislang rund 962 Euro monatlich. Wird die Finanzierung nach Ablauf der ersten Zinsbindung zu 4,35 Prozent prolongiert, steigt die Monatsrate auf rund 1.239 Euro.

“Für viele Kunden ist die Anschlussfinanzierung erstmals seit Jahrzehnten keine reine Formalität mehr, sondern eine neue finanzielle Grundsatzentscheidung”, erklärt Hendrik Tacke, Director bei Simon-Kucher. “Wer diese Situation nicht aktiv begleitet, riskiert, dass Kunden Vergleichsangebote einholen und wechselbereit werden.”

Standardangebote stoßen an ihre Grenzen

Die Motive hinter der Entscheidung für oder gegen eine Anschlussfinanzierung unterscheiden sich deutlich. Während für 42 Prozent der Kunden vor allem der Zinssatz ausschlaggebend ist, legen 33 Prozent besonderen Wert auf die bestehende Bankbeziehung. Für weitere 25 Prozent steht die monatliche Belastung im Vordergrund. “Die Anschlussfinanzierung ist heute deutlich komplexer als noch vor wenigen Jahren”, sagt Jonathan Schöck, Senior Manager bei Simon-Kucher. “Manche Kunden suchen den günstigsten Zinssatz, andere vor allem Planungssicherheit oder Vertrauen. Wer allen das gleiche Angebot macht, verschenkt Potenzial und riskiert unnötige Kundenverluste.”

Die Prolongation wird zum Ertragshebel

Auch wirtschaftlich wird die Prolongationswelle für Regionalbanken relevanter. “Für ein Institut mit 100 Millionen Euro Baufinanzierungsneugeschäft im Rekordjahr 2021 können sich je nach Professionalisierungsgrad des Prolongationsmanagements Ergebnisunterschiede von bis zu 1,5 Millionen Euro innerhalb von fünf Jahren ergeben”, so Kiefer. “Viele Institute konzentrieren sich im Baufinanzierungsgeschäft noch immer primär auf das Neugeschäft. Unsere Analysen zeigen jedoch, dass bereits wenige Prozentpunkte mehr Kundenbindung oder eine gezieltere Preis- und Angebotsgestaltung Ergebniseffekte im Millionenbereich auslösen können.”

*Über die Studie: Die Prolongationsstudie 2026 basiert auf einer onlinegestützten Befragung von 355 Immobilieneigentümern, die in den vergangenen zwölf Monaten mit einer Anschlussfinanzierung konfrontiert waren. Ergänzt wurde die Untersuchung durch eine auswahlbasierte Conjoint-Analyse sowie umfangreiche Markt- und Bundesbankdatenanalysen.

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Zinsentwicklung: Bauzinsen bleiben stabil bei rund 4 Prozent für zehnjährige Darlehen – EZB-Entscheidung sorgt für wenig Bewegung bei Immobilienkrediten

Bankenpanel: 75 Prozent der Experten erwarten kurzfristig eine Seitwärtsbewegung der Zinsen; langfristig rechnen alle Befragten mit einem stabilen Niveau

Anschlussfinanzierung: Geringe Sorgen trotz höherer Zinsen

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins angehoben. Damit reagiert die Notenbank auf den massiven Preisdruck besonders bei Energieprodukten infolge des Iran-Konflikts, der die Inflation im Euroraum zuletzt auf 3,2 Prozent getrieben hat.

Jörg Utecht, CEO der Interhyp Gruppe, zur Marktlage: “Für Kaufinteressierte bedeutet der heutige Zinsschritt der EZB kein Grund zur Unruhe, da die Kapitalmärkte die Erhöhung bereits in den vergangenen Wochen eingepreist haben. Angesichts der konjunkturellen Schwäche im Euroraum ist der Spielraum für weitere Leitzins-Erhöhungen zudem begrenzt. Bei den Bauzinsen sehen wir aktuell eine Plateaubildung um rund 4 Prozent für zehnjährige Darlehen. Gleichzeitig gibt es für Kaufinteressierte durch kleinere Zins-Bewegungen immer wieder gute Einstiegsmöglichkeiten. Ich rate Käuferinnen und Käufern mehr denn je zu einem umfassenden Bankenvergleich, denn die Unterschiede zwischen den einzelnen Instituten können sich spürbar unterscheiden. Wer vergleicht, kann sich oft bessere Konditionen sichern.”

Bankenpanel: Expertenstimmen zur Zinsentwicklung

Das aktuelle Interhyp-Bankenpanel zeigt ein klares Bild: Kurzfristig erwarten 75 Prozent der befragten Institute gleichbleibende Bauzinsen, 25 Prozent prognostizieren steigende Bauzinsen. Langfristig gehen sogar alle Experten von einem stabilen Niveau aus. Ein Experte aus dem Panel zur langfristigen Zinsprognose:

“Die EZB wird vorsichtig sein und hat kein Interesse, das schwache Wachstum mit übertriebenen Zinserhöhungen noch weiter zu schwächen. In diesem Fall sollten die Kapitalmarktzinsen etwas runterkommen. Ein starker Rückgang ist allerdings nicht zu erwarten. Die Kapitalmarktzinsen werden sich im Großen und Ganzen in der zweiten Jahreshälfte horizontal bewegen.”

Anschlussfinanzierung: Die meisten Haushalte kommen auch mit gestiegenen Bauzinsen gut zurecht

Nicht nur für Erstkäufer spielt das aktuelle Zins-Niveau eine wichtige Rolle. Auch wer schon finanziert hat und nun anschlussfinanzieren muss, schaut sehr genau auf die Zinsentwicklung. Viele Finanzierungen, die in diesem oder den kommenden Jahren verlängert werden müssen, wurden in der Niedrigzinsphase geschlossen. Das Zins-Niveau der Anschlussfinanzierung ist also für die meisten Anschlussfinanzierer deutlich höher. Grund zur Sorge gibt es dennoch nicht.

Für alle Finanzierungen, deren Zinsbindung zwischen 2026 und 2030 endet, hat Interhyp systematisch verglichen, wie sich die damalige Erstfinanzierungsrate bei Niedrigzinsen zur heutigen Anschlussfinanzierung bei einem angenommenen Zinssatz von vier Prozent verhält. Das Ergebnis: Die monatliche Belastung ist im Schnitt nicht höher, sondern sogar leicht niedriger.

Durchschnittliches Darlehensvolumen bei Erstfinanzierung (im Jahr 2016): rund 305.000 Euro

Erwartete Restschuld zur Anschlussfinanzierung nach 10 Jahren Laufzeit: ca. 220.000 Euro (rund 30 Prozent geringer)

Durchschnittliche Monatsrate bei Erstfinanzierung: 1.044 Euro

Hypothetische Monatsrate bei Anschlussfinanzierung (4 % Zins, 1,5 % Tilgung): 1.002 Euro

“Trotz der gestiegenen Bauzinsen sehen wir aktuell keine breite Überforderung bei Anschlussfinanzierungen. Die meisten Kundinnen und Kunden sind heute finanziell deutlich besser aufgestellt als zum Zeitpunkt der Erstfinanzierung. Zudem ist häufig bereits ein beträchtlicher Teil der Kreditsumme getilgt”, erklärt Jörg Utecht.

Drei Gründe, warum 4 Prozent Zinsen für die meisten tragbar sind:

Geringere Kreditvolumina: Die Finanzierungsbeträge vor zehn bis fünfzehn Jahren lagen deutlich unter den heutigen Erstfinanzierungen.

Hohe Tilgungsleistungen: In der Niedrigzinsphase lag die anfängliche Tilgung durchschnittlich bei über drei Prozent. Daher ist die Restschuld bei vielen Käuferinnen und Käufern nicht mehr so hoch.

Gestiegene Einkommen: Die Haushaltsnettoeinkommen der betroffenen Kundinnen und Kunden sind seit der Erstfinanzierung signifikant gewachsen und verbessern die Tragfähigkeit zusätzlich.

Entsprechend marginal ist der Anteil der Fälle, in denen die Anschlussfinanzierung als kritisch einzustufen ist. Über alle von Interhyp betrachteten Finanzierungen hinweg, die in den kommenden Jahren auslaufen werden liegt dieser Wert bei unter einem Prozent.

Empfehlung: Frühzeitig Optionen sichern

Jörg Utecht empfiehlt Eigentümerinnen und Eigentümern, sich zwei bis drei Jahre vor Ablauf der Zinsbindung mit der Anschlussfinanzierung zu befassen: “Wer sich früh vorbereitet, gewinnt Entscheidungsfreiheit – unabhängig vom Zinsniveau.”

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Die Zahl der Gäste schrumpft deutlich

Eine große Hochzeit mit toller Kulisse ist für viele ein Lebenstraum. Doch Raummiete, Catering und Hochzeitskleid können die Feier schnell teuer werden lassen. Eine Innofact-Umfrage im Auftrag von Raisin, Deutschlands größter Zinsplattform, zeigt jetzt: Viele können die Ausgaben offensichtlich nicht alleine aus Ersparnissen schultern.

Hochzeiten werden kleiner

Viele Paare planen ihre Hochzeit inzwischen deutlich zurückhaltender. Die Gästelisten werden kürzer: Statt durchschnittlich 70 Gästen stehen aktuell nur noch rund 60 Personen auf der Liste – ein Rückgang um mehr als zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig sinken die kalkulierten Ausgaben pro Kopf: In diesem Jahr planen die Befragten mit durchschnittlich 103 Euro pro Gast. Im Vorjahr lag dieser Betrag mit 128 Euro noch um rund ein Fünftel höher.

Der Trend zeigt: Die Menschen feiern 2026 lieber im kleineren Kreis, als bei der Qualität überall den Rotstift anzusetzen. Dennoch wird in fast allen Teilbereichen gespart: 29 Prozent der Paare wollen das Budget bei Fotografie und Videografie kürzen, 26 Prozent bei Dekoration und Blumen und 25 Prozent bei Musik und Unterhaltung.

Hälfte der Kosten fremdfinanziert – fast ein Zehntel setzt auf Dispositionskredit

Trotz kleinerer Hochzeiten sind viele auf fremdes Geld angewiesen. Lediglich die Hälfte der Hochzeitskosten wird durch eigene Ersparnisse gedeckt. Die andere Hälfte kommt durch finanzielle Unterstützung durch Verwandte oder Freunde, Kredite und Geldgeschenke der Gäste zustande. Insgesamt nehmen 36 Prozent der Befragten Schulden für die Hochzeit auf. Dafür setzen 9 Prozent auf den Dispositionskredit, etwa 8 Prozent nehmen Ratenzahlungen oder Konsumentenkredite in Anspruch.

Katharina Lüth, Finanzexpertin und Vorständin bei Raisin, ordnet ein: „Eine große Hochzeit ist meist kein spontanes Ereignis, sondern von langer Hand geplant. Trotzdem planen viele Brautpaare die Finanzierung nicht gleichermaßen. Nur ein Viertel der Befragten spart länger als drei Jahre. Fast ein Fünftel spart gar nicht.

Dabei lohnt es sich, früh mit dem Sparen anzufangen. Wer regelmäßig und konstant kleine Beträge zur Seite legt, kann leichter auf fremdes Geld verzichten. Nimmt man Schulden auf, sollte man Konditionen vergleichen. Der Dispositionskredit ist aufgrund hoher Zinsen die denkbar schlechteste Wahl.”

Wie stark sich langfristige Planung auszahlt, zeigt eine Modellrechnung. „Wer beispielsweise drei Jahre vor der Hochzeit beginnt, monatlich 250 Euro beiseite zu legen und diese zu durchschnittlich 2,5 Prozent pro Jahr anlegt, kann insgesamt rund 9.300 Euro ansparen,” erklärt Lüth.

Mit etwas Glück startet man dann sogar mit Überschuss in den neuen Lebensabschnitt. Denn immerhin mehr als 20 Prozent der Befragten, deren Hochzeit schon stattgefunden hat, gaben an, dass die Geldgeschenke mehr als 50 Prozent der Kosten der Hochzeit gedeckt haben.

Methodik

Im Auftrag von Raisin befragte das Marktforschungsinstitut INNOFACT im Februar 2026 insgesamt 500 Personen in Deutschland, die von 2024 bis einschließlich 2027 geheiratet haben oder noch heiraten werden. Die Umfrage ist repräsentativ für diese Gruppe.

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Raisin SE, Schlesische Straße 33/34, 10997 Berlin, Tel: +49 3021784002, www.raisin.com

Kreditneugeschäft der Banken steigt im Jahresvergleich deutlich

Die Stimmung am Immobilienfinanzierungsmarkt hat sich nach einem Zwischenhoch in der zweiten Jahreshälfte 2025 zum Beginn des aktuellen Jahres wieder verschlechtert. Der Deutsche Immobilienfinanzierungsindex (Difi)* verliert im Vergleich zum vierten Quartal 2025 fast zehn Punkte und rutscht mit minus 9,1 Punkten wieder in die Verlustzone. Sowohl die aktuelle Finanzierungslage als auch der Ausblick auf die kommenden Monate werden von den befragten Fachleuten negativer eingeschätzt.

Der Difi wird von JLL und dem Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) erhoben sowie veröffentlicht und bildet die Einschätzungen von Finanzierungsexperten ab. Quartalsweise werden die Lage am Kreditmarkt in den vergangenen sechs Monaten und die erwartete Entwicklung in den kommenden sechs Monaten bewertet. Der Difi berechnet sich als ungewichtetes Mittel aus den Salden der beiden Teilindikatoren Finanzierungssituation und Finanzierungserwartung aller Nutzungsarten.

Auffallend ist, dass die beiden Teilindikatoren mit minus 8,2 Punkten (Situation) und minus 9,9 Punkten (Erwartung) recht nahe beieinander liegen. Das deutet darauf hin, dass die Befragten für die kommenden sechs Monate mit einer Fortsetzung der restriktiven Finanzierungsbedingungen rechnen. Nach den Worten von Andreas Lagemann, Senior Researcher am HWWI, sei davon auszugehen, dass der Blick in die Zukunft noch schwächer ausfallen wird. „Die aktuelle Befragung wurde vor dem Beginn des Irankriegs Ende Februar 2026 abgeschlossen. Durch die erwarteten Folgen des Krieges haben sich das allgemeine Zinsniveau und damit insbesondere die Swap-Sätze für die Finanzierung von Immobilien deutlich nach oben bewegt. Dies dürfte bei der kommenden Umfrage für eine kritischere Beurteilung des Finanzierungsklimas sorgen.“

Wohnen bleibt trotz deutlicher Einbußen die am besten bewertete Assetklasse

Im ersten Quartal 2026 zeigen vier der fünf betrachteten Segmente eine recht deutliche Abwärtsbewegung. Die meisten Punkte büßt die Nutzungsart Wohnen mit minus 20 Punkten ein, bleibt mit einem Indexwert von 18 Punkten aber nach wie vor die am besten bewertete Assetklasse und die einzige mit einem positiven Vorzeichen. Dahinter folgen Hotel mit minus 7,6 Punkten, Logistik mit minus 11,6 Punkten, Einzelhandel mit minus 16,1 Punkten und Büro mit minus 27,9 Punkten. Lediglich Logistik konnte im Vergleich zum Vorquartal ein paar Zähler hinzugewinnen.

Das gleiche Bild ergibt sich beim gesonderten Blick auf die Lageeinschätzung. Auch hier gibt Wohnen kräftig nach (minus 33,5 Punkte), bleibt mit zwölf Punkten aber als einziges Segment in der Pluszone. Beim Ausblick auf die kommenden sechs Monate ist der Abstand zwischen Wohnen (plus 24 Punkte) und den nächstplatzierten Segmenten Hotel (minus zehn Punkte), Logistik (minus 13,6 Punkte), Einzelhandel (minus 22,7 Punkte) und Büro (minus 27,3 Punkte) noch deutlicher.

Nur bei Wohnen und Büro liegen die Erwartungswerte über der aktuellen Lageeinschätzung. Im Segment Wohnen beträgt das Delta zwölf Punkte, bei Büro fällt es mit 1,3 Punkten deutlich kleiner aus. „Daraus lässt sich schließen, dass die Experten für die Nutzungsart Wohnen trotz der aktuellen Eintrübung in den kommenden sechs Monaten wieder mit einer spürbaren Erleichterung der Finanzierungsbedingungen rechnen, während bei Büros zumindest die Hoffnung auf eine Bodenbildung vorhanden ist“, interpretiert Helge Scheunemann, Head of Research JLL Germany, die Befragungsergebnisse.

Ein gegensätzliches Bild zeigt sich in den Sektoren Einzelhandel, Logistik und Hotel, in denen die Situationsindikatoren höhere Werte als die Erwartungsindikatoren erzielen. Besonders ausgeprägt ist diese negative Differenz im Einzelhandel mit 13,2 Punkten. Dies weist darauf hin, dass die befragten Experten in dieser Assetklasse in der nahen Zukunft eine wesentliche Verschlechterung der ohnehin schon schwierigen jetzigen Finanzierungsbedingungen vermuten.

Alternative Finanzierer sorgen für ein wachsendes Kreditangebot

Gesondert unter die Lupe genommen wurde in der aktuellen Difi-Befragung das derzeitige Finanzierungsangebot und analysiert, auf welche Assetklassen und Kreditgebergruppen sich das verfügbare Fremdkapital fokussiert.

Generell sehen 40 Prozent der Befragten eine im Vergleich zum Vorjahr höhere Verfügbarkeit von Fremdkapital in Deutschland. Nach Meinung von 32 Prozent fällt diese niedriger aus, 28 Prozent sehen keine Veränderung. „Diese Werte deuten auf eine Stabilisierung des Finanzierungsmarkts hin, wobei jedoch knapp ein Drittel der Experten weiterhin Liquiditätsengpässe wahrnimmt“, sagt Scheunemann.

Bei Betrachtung der verschiedenen Finanzierungsgeber wird eine deutliche Verschiebung zu Akteuren außerhalb des Bankensektors sichtbar. So sehen fast 60 Prozent eine Zunahme des Kreditangebots von alternativen Anbietern wie Debt Funds. Demgegenüber sehen weniger als ein Viertel einen Rückgang. Bei traditionellen Anbietern wie Sparkassen, Volksbanken und Pfandbriefbanken hält sich der Anteil derjenigen, die einen Anstieg sehen, und jenen, die einen Rückgang des Angebots wahrnehmen, in etwa die Waage. Deutlich zurückhaltender wird dagegen die Aktivität von Versicherungsgesellschafen und Pensionskassen eingeschätzt. Hier beobachtet lediglich jeder Achte eine expansive und jeder Zweite eine gedrosselte Finanzierungsbereitschaft.

Bei den verschiedenen Nutzungsarten wird analog zum Difi-Stimmungsbild das Segment Wohnen am positivsten eingeschätzt. Die Hälfte der Befragten sieht hier in diesem Jahr eine höhere Verfügbarkeit von Fremdkapital, während nur jeder fünfte mit einem Rückgang rechet. In den übrigen Assetklassen überwiegt dagegen die Skepsis, insbesondere bei Büroimmobilien. Hier prognostiziert die Hälfte der Teilnehmer eine reduzierte Liquidität. Eine Sonderrolle nimmt die Logistik ein, bei der die Experten eine nahezu unveränderte Finanzierungslage erwarten.

Berlin Hyp und DZ Hyp bleiben die aktivsten Immobilienfinanzierer

Zur quantitativen Analyse der gewerblichen Immobilienfinanzierung in Deutschland betrachtet JLL halbjährlich das Neugeschäft der Banken sowie die Entwicklung ihrer Kreditbestände. Betrachtet werden die

Aktivitäten von zwölf deutschen Banken. Dabei werden ausschließlich neu ausgegebene Finanzierungen für deutsche Immobilien berücksichtigt. Erfasst werden sowohl gewerblich als auch wohnwirtschaftlich genutzte Objekte, die zur Kapitalanlage dienen.

Insgesamt vergaben diese Institute 2025 neue Kredite im Umfang von 36,9 Milliarden Euro, ein Plus von 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (29 Milliarden Euro). Stärkster Kreditgeber war wie im Vorjahr die Berlin Hyp mit einem Zusagevolumen von 9,7 Milliarden Euro (Vorjahr: 8,1 Milliarden Euro). Dahinter folgt die DZ Hyp, die mit einer Steigerung von 6,5 Milliarden auf neun Milliarden Euro den absolut gesehen stärksten Zuwachs erzielte. Insgesamt haben neun Banken ihr Neugeschäft ausgebaut. Einen Rückgang meldeten die Deutsche Hypo (minus 42 Prozent auf 0,7 Milliarden Euro), Hamburg Commercial Bank (minus 50 Prozent auf 0,4 Milliarden Euro) und DekaBank (minus 17 Prozent auf 0,5 Milliarden Euro).

Der Positivtrend dürfte sich in diesem Jahr fortsetzen. Lediglich die Aareal Bank rechnet 2026 mit einem niedrigeren Neugeschäft als im Vorjahr. Vier Banken gehen von einem ähnlichen Niveau aus und sieben Institute rechnen mit einem Zuwachs.

Die Kreditbestände der analysierten Banken sind binnen eines Jahres um drei Prozent auf 283,6 Milliarden Euro geschrumpft. Mit einem Bestand von 55,1 Milliarden Euro ist die Berlin Hyp der Spitzenreiter, gefolgt von der DZ Hyp (42,8 Milliarden Euro). Bei beiden Banken reduzierte sich der Bestand im einstelligen Prozentbereich, genauso wie bei der Deutschen Hypo und der Deutschen Pfandbriefbank. Deutlicher fiel der Rückgang dagegen bei der DekaBank (minus zehn Prozent), der Münchener Hyp (minus elf Prozent) und der Hamburg Commercial Bank (minus 20 Prozent) aus. Berliner Sparkasse und Saar LB hielten die Bestände konstant.

Geopolitische Unsicherheiten bremsen die Expansionspläne

„Der deutsche Immobilienfinanzierungsmarkt zeigt sich 2026 trotz geopolitischer Herausforderungen grundsätzlich widerstandsfähig. Die Mehrheit der Finanzierungsinstitute hält an positiven Wachstumserwartungen fest, auch wenn einzelne Expansionspläne zeitlich gestreckt oder selektiver umgesetzt werden“, sagt Dominik Rüger, Senior Director Debt Advisory JLL Germany.

Die verstärkte Konkurrenz zwischen traditionellen Banken, alternativen Kreditgebern, regionalen Instituten und Versicherungen schaffe ein differenziertes Angebotsspektrum. „Bei qualitativ hochwertigen Objekten in erstklassigen Lagen führt dieser Wettbewerb nach wie vor zu attraktiven Finanzierungskonditionen. Die geopolitischen und makroökonomischen Entwicklungen sowie deren Auswirkungen auf den weiteren Zinsverlauf bleiben letztlich der entscheidende Faktor für die Intensität der Markterholung.“

*Anmerkung: An der Umfrage des Deutschen Immobilienfinanzierungsindex vom 3. Februar bis 11. Februar 2026 beteiligten sich 25 Expertinnen und Experten. Abgefragt wurden die Einschätzungen zur Marktsituation (vergangene sechs Monate) und zur Markterwartung (kommende sechs Monate). Dargestellt sind die prozentualen Anteile der Antwortkategorien sowie die Veränderungen in Prozentpunkten gegenüber dem Vorquartal (Δ Vorquartal). Die Salden ergeben sich aus der Differenz der positiven und negativen Antwortkategorien (wie z.B. „verbessert“ und „verschlechtert“). Der Difi berechnet sich als ungewichtetes Mittel aus den Salden der Finanzierungssituation sowie der Finanzierungserwartung aller Nutzungsarten.

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